Familienleben

Weihnachts-Special: Zensurenstress mit Puderzucker

Weihnachts-Special: Zensurenstress mit Puderzucker

schulstressNun geht sie also wieder los, die beschauliche Zeit mit gemeinsamem Kekse backen, Advents- Und Weihnachtsdeko basteln, auf den Weihnachtsmarkt gehen, dem Weihnachtsmärchen im Kindertheater – und natürlich dem angesagten Weihnachts-Kinofilm für die ganze Familie. Das ist ja eigentlich alles ganz herrlich, wenn man es nur entspannt angehen könnte! Und hat Organisationstalent Muddi das geschafft, heißt es: „Morgen schreiben wir ne Arbeit!“ Na klasse!

Jedes Jahr nimmt das Muttertier es sich wieder vor: Diese Weihnachten lasse ich mich nicht stressen! Schließlich will sie mit ihrer Familie gemeinsam die Freuden der Vorweihnachtszeit genießen.

Also werden rechtzeitig die notwendigen Zutaten fürs gemeinsame Kekse backen besorgt, der Adventskranz rangeschleppt und Bastelutensilien bereit gelegt. Die Karten für die Weihnachtsvorstellung im Kindertheater wurden schon im Oktober gekauft und die Weihnachtsmarkt-Besuche werden geschickt mit den berufsstress-freieren Tagen kombiniert. Am Wochenende dann noch der obligatorische Kinobesuch mit Weihnachtsfilm und kurz vor dem Fest zum Baumschlagen mit Tierpark-Besuch und Kutschenfahrt – natürlich alles schon im September gebucht, denn sonst macht man da lange Nasen. Perfekt! Gut gemacht, Mutti!

Dass sie ja meistens auch diejenige ist, die noch all die Geschenke für die lieben Kleinen zum Weihnachtsfest organisiert, sehen zumindest die Kinder nicht – die kommen ja schließlich vom Weihnachtsmann (und auch wenn die Kids schon größer sind, scheinen sie das immer noch zu glauben)!

Und dann bricht das Chaos herein: Adventsnachmittag im Hort! Adventsnachmittag im Kindergarten! Weihnachtsbasar in der Schule! Kasperltheaterbesuch mit dem Kindergarten – spontan organisiert! Restplätze günstig ergattert für die gesamte Schulklasse in einem weiteren Weihnachtsmärchen, das die Stadt bei der Theaterdichte zu bieten hat!
Jetzt wird’s eng mit den gemütlichen Nachmittagen daheim!

Aber der Todesstoß aller Beschaulichkeit kommt noch: Um den mit den Halbjahrzeugnissen Ende Januar geforderten Leistungsstandnachweis erbringen zu können, sollten doch zumindest in den Hauptfächern noch ein paar Arbeiten geschrieben werden! Und die lassen sich ja prima in den Weihnachtsferien korrigieren. Befindet sich auch noch ein Kind in der Familie, das schon dem Abitur zustrebt, dann hat das im Dezember auch noch netterweise die einmalige Chance, sich in Vorabi-Klausuren mit dem Ernst der Lage auseinander zu setzen! Und einmal mehr sind hier die Lehrer nervöser als die Schüler – aber dieses Wehklagen hört sich Muttern auch gern noch beim Weihnachtsbasar an (für den sie Kuchen gebacken und verkäufliche Weihnachtsdeko gebastelt hat)!

Also Kehrtwende im mütterlichen Denken: Leistungsdruck aufgebaut statt Teig geknetet, Zensurenstress statt Puderzucker! Was nutzt schließlich alle Besinnlichkeit im Leben, wenn das Kind in der Schule versagt?

Doch da macht der Nachwuchs nicht mit: „Wann gehen wir denn nun auf den Weihnachtsmarkt?“ „Du hast gesagt, wir gehen am Sonntag ins Kino!“ Fragt man zaghaft nach dem Stand der Vorbereitungen für die schriftliche Prüfung, dann heißt es: „Alles easy! Jetzt fang du nicht auch noch an, mich zu nerven!“

Die Familienmanagerin strebt langsam, aber sicher dem Burnout entgegen, während sie versucht zu retten, was noch zu retten ist: Wann schreibt wer welche Arbeit? An welchem Tag kommt der Göttergatte nochmal früher nachhause? Dann könnte man den Weihnachtsmarkt mit dem Kino kombinieren, das Kekse backen auf den Adventskaffee mit Oma und Opa legen und…bis wann muss eigentlich der eigene große Arbeitsauftrag erledigt sein?

Rührselig steht die Familie vor dem hell erstrahlenden Weihnachtsbaum, es duftet nach selbst gebackenen Zimtsternen und der Raum ist festlich geschmückt. Da erinnert man sich gern an das lustige Theaterstück und die leckeren Liebesäpfel vom Weihnachtsmarkt – und wie Mama so lustig ausgerutscht ist, als sie zielstrebig auf den optimalen Tannenbaum zueilte.

Der Jüngste ergreift Mutters Hand: „Zum Glück hattest du ja keinen Stress mit den Weihnachtsgeschenken! Wann hättest du die auch besorgen sollen?“
Und die Älteste fügt hinzu: „Unser Lehrer hat gesagt, dass das einzig stressige an Weihnachten immer die Mütter sind!“
Na dann: Frohe Weihnachten!

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr in Familienleben

house-2565105_1280

Die Familienküche – ein Ort, an dem die Generationen zusammenkommen

Hans Wankl20. August 2017
Sweet little girl

Tipps für eine ruhige Nacht im Kinderzimmer

Hans Wankl30. Juli 2017
festival-2456145_1280

Warum eine Kinder-Unfallversicherung so wichtig ist

Hans Wankl23. Juli 2017
wordpress

Home Sweet Home(-page): Eine eigene Webseite für die Familie

Hans Wankl7. Juli 2017
dog-1328585_1280

Tiere und Familien: Gesundheitstipps für das Zusammenleben

Hans Wankl6. Mai 2017
easter-eggs-2168521_1280

Ostergeschenke – kreativ und persönlich

Hans Wankl6. April 2017
vacuum-cleaner-1605068_1280

Effektives Staubsaugen – so sparen Sie Energie und Zeit

Hans Wankl29. März 2017
familienbilder

Tipps und Tricks für gelungene Familienbilder

Hans Wankl23. März 2017
house-1158139_1280

Familienförderung beim Immobilienkauf mit Kindern

Hans Wankl14. März 2017
nachwuchs_istock

Nachwuchs hat sich angekündigt – Diese Dinge sollten Sie klären, bevor das Baby da ist

Hans Wankl3. März 2017