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AM HANG

AM HANG

am hang simonischek hübchenZwei Männer streiten und philosophieren über die Liebe und eine Frau. Verfilmung des gleichnamigen Romans von Markus Werner mit Henry Hübchen, Martina Gedeck und Max Simonischek (Kinostart: 29. November). 

 

Zwei Männer, die sich über eine Frau unterhalten – das ist in etwa die Grundkonstellation des Psychodramas „Am Hang“. Regisseur Markus Imboden verfilmte den gleichnamigen Bestseller von Markus Werner als dialoglastiges Kammerspiel. Sein Kunstgriff: Anders als in der Romanvorlage lässt der Regisseur auch die Frau zu Wort kommen. Das ist hübsch, weil Martina Gedeck diese Rolle spielt. Das ist aber zugleich auch ein unglücklicher Einfall, weil’s dramaturgisch wenig Sinn macht.

am hang gedeck hübchenEin Hotel am See irgendwo in der Schweiz. Scheinbar zufällig treffen dort zwei Männer aufeinander. Der Anwalt Thomas Clarin (Max Simonischek) will in seinem Ferienhaus am Hang einen Artikel über das Scheidungsrecht schreiben. Der Musiker Felix (Henry Hübchen) hat offenbar mit dem Leben abgeschlossen, aber noch nicht den Mut aufgebracht, sich umzubringen.

Die Männer kommen beim Essen im Hotel ins Gespräch. Der pragmatische Junggeselle Thomas und der verzweifelte Romantiker Felix liefern sich eine hitzige Debatte über Liebe, Ehe und Treue. Während Felix über den angeblichen Tod seiner Frau Bettina nicht hinwegkommt, schwärmt Thomas von seiner Ex-Geliebten Valerie. Ziemlich schnell wird klar, dass beide dieselbe Frau (Martina Gedeck) meinen.

am hang gedeck simonischekMehr als einmal fragt sich der Zuschauer, ob dieses Stück gespielte Literatur nicht besser auf der Bühne aufgehoben wäre. Regisseur Imboden legt jedenfalls keinen gesteigerten Wert auf eine besonders filmische Umsetzung der Romanvorlage. Die Bildsprache beschränkt sich im Wesentlichen auf abgefilmte Dialoge. Bis auf ein paar Szenen gegen Ende des Films ist die gesamte Inszenierung ungeheuer statisch – der Regisseur verlässt sich ganz und gar auf die Wirkung der gelegentlich etwas gestelzten Dialoge und auf seine Darsteller.

Ein Glücksfall, dass Henry Hübchen und Max Simonischek dieses Wortgefecht führen. Der impulsive Hübchen kontrastiert hervorragend mit dem coolen Simonischek. Das ist streckenweise amüsant, immer wieder überraschend und trotz der drögen Bildsprache durchaus spannend. Die beiden Herren hätten den Film mühelos auch allein tragen können.

Aber vieles in „Am Hang“ ist rätselhaft. Vor allem die Figur der Bettina/Valerie bleibt nebulös. Die zahlreichen Rückblenden bebildern nur schwach, was Felix und Thomas über sie erzählen. Wirklich lebendig wird diese Frau nie – nicht einmal Martina Gedeck schafft es, ihr Persönlichkeit zu verleihen. Gegen Ende verwandelt sich das Dreiecksdrama in einen Psychothriller. Die Konfrontation der beiden Männer mündet in Gewalttätigkeiten, die unnötig sind und dazu noch den auf ihre Art bis dahin sympathischen Figuren Schaden zufügt.

„Am Hang“ ist ein Fest für Liebhaber gepflegter Schauspielkunst und gehobener Literatur. Als Beziehungsdrama für die Kinoleinwand überzeugt der Film aber nur selten.

am hang posterKinostart: 28. November; Regie: Markus Imboden; FSK: ab 12; Länge: 95 Min.; Verleih: Arsenal Filmverleih; Link: http://www.amhangfilm.com

 

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