Familienleben

Kinderlärm in der Mietwohnung: Was ist erlaubt – und was nicht?

Kinderlärm in der Mietwohnung: Was ist erlaubt – und was nicht?

Kinderlärm in der Mietwohnung führt immer wieder zu Streit unter Nachbarn und zwischen Mietern und Vermietern. Dabei ist die Gesetzeslage ziemlich eindeutig: Kinder dürfen laut sein – und lärmempfindliche Nachbarn müssen sich daran gewöhnen, dass Kinder nun mal gelegentlich schreien, toben und durchs Treppenhaus trampeln.

Vor gut einem Jahr trat eine Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes in Kraft. Seither gilt Kinderlärm in Deutschland nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung. Eine längst überfällige Änderung, denn nun können Kitas und Spielplätze einigermaßen sicher sein, dass Anwohner, die wegen Lärmbelästigung durch Kinder  klagen, weder Grabesruhe im Kindergarten noch eine komplette Schließung der Einrichtung gerichtlich durchsetzen können.

Wenn Kinder lachen oder spielen, wird dieser Lärm eben nicht mehr mit Baustellen- oder Verkehrslärm gleichgesetzt. Das gilt auch für lärmende Kinder in Wohnungen. Hier greift nun eine erweiterte Toleranzgrenze. Bei für Kinder typischen Lautäußerungen wie Lachen, Weinen oder Schreien sind auch Störungen nach 22 Uhr hinzunehmen. Das bedeutet im Prinzip, dass lärmempfindliche Nachbarn weder eine ihnen genehme Ruhe im Haus durchsetzen können, noch vom Vermieter Mietminderung erwarten dürfen. Das bedeutet auch, dass Familien mit Kindern kaum fürchten müssen, vom Vermieter vor die Tür gesetzt zu werden. Denn Kinderlärm ist kein Kündigungsgrund, wie das Immobilienportal Immowelt bereits vor einiger Zeit berichtete.

Die Neuregelung des Lärmschutzes ist nun allerdings kein Freifahrtschein für lautstarke Familien und ihre Kinder. Sie dürfen vieles, aber nicht alles. Kritisch wird’s, wenn die Kinder kein sozialadäquates Verhalten an den Tag legen, also die Nerven ihrer Mitmenschen weit über das übliche Maß hinaus strapazieren. Sicher ein dehnbarer Begriff, aber auch Kinder sollten die Toleranz ihrer Nachbarn nicht bis zum Letzten austesten.

Wird beim Fußballspielen auf dem Garagenhof nicht nur heftig Lärm gemacht, sondern auch das Garagentor kräftig eingedellt, hört der Spaß auf. Vernachlässigen Eltern ihre Aufsichtspflicht und lassen ihre Kinder ungebremst Lärmen und Schreien, kann der Vermieter eingreifen und unter Umständen auch eine Kündigung durchsetzen. Auch wenn es für einige Racker reizvoll erscheint, das Treppenhaus zum Rollschuhlaufen, Radfahren und Skateboarden zu nutzen, sollten sie es lieber sein lassen. Diese Zweckentfremdung muss der Vermieter nicht dulden.

Kommentare anzeigen (2)

2 Comments

  1. Marie

    12. November 2012 in 20:57

    Ich bin extra in eine Kinderarme Gegend gezogen, damit ich mir sowas nicht antun muss. Kann ich nur jedem empfehlen. Dort wo keine Kinderspielplätze etc. sind ist die Lebensqualität sehr viel besser.

    • Thomas Meins

      12. November 2012 in 22:28

      Ein bisschen Kinder-„Lärm“ bringt doch Leben in die Bude … Wo keine Kinder wohnen, herrscht manchmal Friedhofsruhe. Auch nicht gut, finde ich.

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