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MALAVITA – THE FAMILY

MALAVITA – THE FAMILY

Eine Mafia-Komödie mit Starbesetzung: Robert De Niro und Michelle Pfeiffer mischen  als Gangster-Pärchen auf der Flucht Frankreich auf (Kinostart: 21. November). 

 

Was kann bei diesen Namen schon schiefgehen: Luc Besson führte Regie, Martin Scorsese produzierte, Robert De Niro und Michelle Pfeiffer übernahmen die Hauptrollen, Tommy Lee Jones eine Nebenrolle. Eine derart hochkarätige Versammlung von Könnern ihres Fachs gibt es nicht allzu häufig im Kino zu sehen. Bei „Malavita – The Family“ liegt die Messlatte also ziemlich hoch – dieser Film muss einfach gut sein bei so viel Potenzial, oder? Er müsste, aber er ist es nicht. In Anbetracht der vielversprechenden Konstellation vor und hinter der Kamera ist „Malavita“ sogar eine kleine Enttäuschung. Unterhaltsam ist die Geschichte einer Mafiafamilie im FBI-Zeugenschutzprogramm allemal, ein Meisterwerk allerdings nicht.

Giovanni Manzoni (Robert De Niro) war einer der mächtigsten Mafia-Paten New Yorks. Um seinen Hintern zu retten, brachte er durch seine Aussagen eine Reihe von Mafiosi hinter Gittern. Die sinnen auf Rache und schicken Giovanni Killer auf den Hals. Der Gangster taucht unter falschem Namen mit seiner Familie unter und wird im Zuge des Zeugenschutzprogramms in die Normandie verfrachtet. Dort soll Giovanni als Fred mit seiner Frau Maggie (Michelle Pfeiffer) und den Teenager-Kindern Belle (Diana Argon) und Warren (John D’Leo) ein absolut unauffälliges Leben führen – unter den wachsamen Augen von FBI-Agent Stansfield (Tommy Lee Jones).

Aber die Mafia-Sippe hat erhebliche Probleme damit, sich in ihrer neuen Umgebung einzuleben. Immer wieder geht das kriminelle Temperament mit ihnen durch: Maggie jagt einen Supermarkt in die Luft, weil die blasierten Franzosen keine Erdnussbutter verkaufen, Fred foltert einen Handwerker, der seinen Job zu locker nimmt, und die Kids mischen ihre neue Schule mit Drogen und kräftigen Schlägen auf. Das auffällige Verhalten der Familie bleibt auch in New York nicht unbemerkt.

Das größte Vergnügen bei diesem Film bereiten die Schauspieler. Robert De Niro ist als Mafia-Gangster ganz in seinem Element. Die Spielfreude ist ihm und seiner Film-Frau Michelle Pfeiffer in fast jeder Szenen anzusehen. Aber dass die beiden Stars ein illustres Pärchen abgeben würden, durfte man erwarten. Für eine hübsche kleine Überraschung sorgen Diana Argon und John D’Leo, die als Mafia-Nachwuchs ihren Film-Eltern in nichts nachstehen und eine abgebrühte Vorstellung abliefern – er als geschäftstüchtiger Drogendealer, sie als heißkalte Kindfrau, vor der kein Mann sicher ist. Tommy Lee Jones setzt als ebenso knallharter wie mürrischer FBI-Aufpasser einige Highlights in Sachen Komik: Herrlich anzusehen, wie er leidet, als Fred nach einer öffentlichen Filmvorführung von „GoodFellas“ anfängt, auf der Bühne über seine Mafia-Erfahrungen zu plaudern.

So überzeugend die Darsteller sind, so uneinheitlich ist der Film. Ist „Malavita“ nun eine Komödie oder doch eher ein Gangsterdrama? Schwarzer Humor, feine Komik und drastische Gewaltszenen mischt Besson zu einer eigenartigen Groteske, die sich nie zwischen Heiterkeit und Halbdunkel entscheiden kann. Die Gewaltausbrüche einiger Familienmitglieder sprengen mehr als einmal den Rahmen und machen die Figuren nicht unbedingt sympathischer. Der Showdown, ein Ballerballett mit hohem Blutzoll, wirkt absurd übertrieben. Er hätte aber passen können – hätte sich der Regisseur entschieden, dem gesamten Film mehr Pfeffer zu geben und die streckenweise doch ziemlich konventionelle Inszenierung ein wenig temporeicher und frecher anzulegen.

Was bleibt, ist auf jeden Fall das Vergnügen, Top-Schauspieler in Spiellaune zu erleben.

 

Kinostart: 21.11.2013; Regie: Luc Besson; FSK: ab 16; Länge: 112 Min.; Verleih: Universum Film GmbH; Link: http://www.malavita-thefamily.de

 

 

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