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DER MOHNBLUMENBERG

DER MOHNBLUMENBERG

Der neueste Animefilm aus dem weltberühmtem Ghibli-Studio basiert auf einem japanischen Comic. Unter der Regie von Goro Miyazaki erzählt er die berührende erste Romanze zwischen zwei Teenagern, angesiedelt in der spannungsgeladenen Vorbereitungszeit der Olympischen Spiele 1964 in Japan. 

 

Die 17-jährige Umi ist Schülerin der 11. Klasse in Yokohama. Sie wohnt in einem alten Herrenhaus über dem Hafen und kümmert sich um ihre Geschwister, ihre Großmutter und die drei Untermieterinnen, die bei ihnen wohnen. Denn Umis Mutter arbeitet zurzeit im Ausland, ihr Vater kehrte vom Meer nicht mehr zurück. Täglich macht Umi Frühstück für alle und hisst jeden Morgen zwei Flaggen an einem Mast vor der Haustür, um die vorbeifahrenden Schiffe zu grüßen.

Eines Tages steht in der Schülerzeitung ein Artikel über dieses Ritual, geschrieben von Shun, einem Jungen, der Umi dabei oft beobachtet. Als Umi daraufhin die Redaktion der Zeitung im „Quartier Latin“, einem mehrstöckigen, recht verfallenen Gebäude, aufsucht, herrscht dort Unruhe, denn die Jungen haben Probleme: Ihr Clubhaus soll nämlich abgerissen werden, aber die jungen Nutzer protestieren energisch. Shun und sein Freund Shiro stellen Umi sofort an, etwas für die Zeitung zu schreiben.

 

Umi kommt zum ersten Mal zu spät nach Hause, und als sie noch schnell einkaufen geht, trifft sie Shun, der sie auf dem Fahrrad mitnimmt. Die beiden sehen sich immer noch mit leuchtenden Augen an, sie sind schüchtern, aber verliebt.

Umi gefallen die engagierten Jungs und sie organisiert die Mädchen der Schule, um das Clubhaus zu renovieren und den Besitzer des Clubhauses zu überzeugen, dass es Wertvolleres gibt, als lukrativen Baugrund. Während die Mädchen den Jungs zeigen, dass Protest nicht nur Reden, sondern auch Tun beinhaltet, vertieft sich die zarte Liebe zwischen Umi und Shun.

 

Als Umis Untermieterinnen eine Abschiedsparty für eine von ihnen organisieren, werden auch Shun und seine Freunde eingeladen. Umi zeigt Shun das Haus, in dem ihr Großvater einst eine Arztpraxis hatte, und sie erzählt ihm von ihren abwesenden Eltern. Beim Anblick eines Fotos von Umis Vater erschrickt Shun, denn er besitzt das gleiche Foto. Was ist das Geheimnis um Shuns Herkunft?

„Der Mohnblumenberg“ ist der neueste Film aus dem weltberühmtem, von Hayao Miyazaki gegründeten Ghibli-Studio. Der japanische Meisterregisseur wurde vielfach für seine Filme, die zu den Klassikern der Animefilme zählen, ausgezeichnet, u.a. mit dem Oscar und Goldenen Bären für „Chihiros Reise ins Zauberland“ sowie dem Goldenen Löwen für „das wandelnde Schloss“. Zusammen mit Keiko Niwa zeichnet er für das Drehbuch verantwortlich. Regie führte sein Sohn Goro Miyazaki („Die Chroniken von Erdsee“), der mit „Der Mohnblumenberg“ einen opulenten Animationsfilm geschaffen hat. Diesem Projekt liegt eine Comic-Serie zugrunde, die um 1980 herum in dem japanischen Magazin „Nakayoshi“ zu lesen war. „Nakayoshi“ ist ein monatlich erscheinendes Shojo-Manga, ein Comic-Heft für junge Mädchen. Die berührende erste Romanze zwischen zwei Teenagern ist in die berauschende Schönheit des Hafens von Yokohama und eine üppige Hügellandschaft eingebettet, angesiedelt in der spannungsgeladenen Vorbereitungszeit der Olympischen Spiele 1964 in Japan.

Goro Miyazaki: „Mein Film ‚Der Mohnblumenberg‘ spielt im Jahr 1963. Das ist ein wichtiges Datum für Japan, denn es war, rückblickend betrachtet, das letzte Jahr, das man der Nachkriegszeit zurechnen kann. Im folgenden Jahr fanden in Tokyo die Olympischen Sommerspiele statt, und mit dieser Olympiade begann hier eine neue Ära. Die 18. Spiele markierten den Wechsel in eine bessere Zukunft: Das Chaos, das nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte, hatte sich gelegt, die Armut wich allmählich einem wirtschaftlichen Aufschwung.
Unsere Heldin ist ein Mädchen aus der Highschool, sie trifft in ihrer Schule einen Jungen, in den sie sich verliebt. Die beiden jungen Menschen wachsen an ihrer Liebe und blicken in eine Zukunft, die sich von ihrem bisherigen Leben deutlich unterscheiden wird. Aber wir wollten keine nostalgische Geschichte entwerfen, die die Vergangenheit sehnsüchtig verklärt. Auf keinen Fall wollten wir behaupten: Es gab eine gute alte Zeit, in der man womöglich glücklicher sein konnte. Wir zeigen die erste große Liebe zwischen einem Mädchen und einem Jungen, und wir zeigen, wie diese beiden unbeirrt zusammenhalten, trotz aller Schwierigkeiten, die durch diese Liebe entstehen.
Eine derartige Beziehung ist wertvoll und berührend, heute genauso wie in jeder anderen Zeit. Gerade in den letzten zwei Jahren, nach den Desastern von Fukushima im März 2011, haben wir wieder erkannt, wie wichtig die gegenseitige Unterstützung werden kann.“

Fazit: Dieser Film besticht nicht nur, wie bei Ghibli zu erwarten, durch die wundervoll gezeichneten Bilder, sondern vor allem durch eine klare, ruhige Erzählweise – eine Wohltat für die Augen und das Gemüt, denn für hektische Schnittfolgen ist hier kein Platz.

Kinostart: 21. November 2013; Regie: Goro Miyazaki; FSK: ohne; Länge: 92 Minuten; Verleih: Universum Film; Link: universumfilm.de/der-mohnblumenberg.html

 

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