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DIE LEGENDE VOM WEIHNACHTSSTERN

DIE LEGENDE VOM WEIHNACHTSSTERN

Die Vorweihnachtszeit naht mit großen Schritten – und da dürfen natürlich auch die Weihnachtsfilme im Kino nicht fehlen. Den Anfang macht am 14. November ein ganz Besonderer, der von einem mutigen Mädchen erzählt, das sich aufmacht, um ein ganzes Königreich zu retten und dabei zauberhaften Wesen aus dem norwegischen Märchenwald begegnet: „Die Legende vom Weihnachtsstern“. 

 

Die 14-jährige Sonja (Vilde Marie Zeiner) lebt bei einer Räuberbande in einer Hütte im Wald, muss ihnen den Haushalt führen und wird wie eine Gefangene gehalten. Deshalb nutzt sie die erste sich bietende Gelegenheit um zu fliehen, wird aber von den Dieben verfolgt und muss sich in ihrer Not im Königsschloss verstecken.

Dort hört sie eine unglaubliche Geschichte: Es war einmal vor langer, langer Zeit, da schmückte die Königsfamilie am Weihnachtsabend den Tannenbaum. Prinzessin Goldhaar wollte so gern den Weihnachtsstern, der so schön am Himmel leuchtete, auf die Spitze des Baumes setzen. Sie lief in den dunklen Wald, um ihn zu suchen – und kam nie wieder. Die Königin starb vor lauter Kummer und der traurige König (Anders Baasmo Christiansen) verfluchte den leuchtenden Stern, der daraufhin vom Himmel verschwand. Erst wenn der König den Weihnachtsstern wiederfindet, bevor zehn Jahre vergangen sind, wird Prinzessin Goldhaar zurückkehren, so heißt es.

Nun bleiben dem König nur noch wenige Tage, um den Stern zu finden und so den Fluch zu brechen. Denn schafft er das nicht bis Heiligabend, dann wird er seine Tochter für immer verlieren. Er hat schon alles versucht um den Stern aufzuspüren und so den Fluch zu brechen: Zauberer aus jedem Winkel der Welt wurden mit der Suche beauftragt, doch Prinzessin Goldhaar bleibt verschwunden.

Sonja, die der Hund des Königs in ihrem Versteck entdeckt hat, bietet dem König an, den Weihnachtsstern zu suchen. Dank einem kleinen Elf namens Mose (Eilif Hellum Noraker) und einem sprechenden Bären gelangt sie zum eisigen Nordwind, auf dem nur die Mutigsten bis zum Nordpol reiten können. Denn dort lebt der Weihnachtsmann – und nur er weiß, wo der Weihnachtsstern zu finden ist.

 

Aber Sonja ist nicht allein auf ihrer Mission. Dicht an ihre Fersen heften sich der böse Graf (Stig-Werner Moe) und eine Hexe, die mit allen Mitteln verhindern wollen, dass Sonja den Weihnachtsstern findet. Denn hinter allem verbirgt sich ein unglaubliches Geheimnis, das unter keinen Umständen preisgegeben werden darf…

Vor einer atemberaubenden Winterkulisse Norwegens inszenierte der Oscar nominierte norwegische Regisseur Nils Gaup ein warmherziges, aufregendes Weihnachtsmärchen für die ganze Familie, das mit einigen der bekanntesten und beliebtesten Schauspieler Norwegens besetzt ist. Insbesondere Vilde Marie Zeiner als Sonja werden kleine und große Fans in ihr Herz schließen.

Die Geschichte „Die Legende vom Weihnachtsstern“ schrieb der norwegische Dramatiker Sverre Brandt in einem Märchenspiel mit dem Originaltitel „Reisen til julestjernen“ im Jahre 1924. Es wurde am 2. Weihnachtstag 1924 am Nationaltheater uraufgeführt. Seitdem gehört es zu den meistgespielten Stücken Norwegens und ist auch in den anderen skandinavischen Staaten sehr beliebt. 1976 entstand eine erste Verfilmung des Stückes für das Kino. Als kleine Hommage besetzten die Filmemacher von „Die Legende vom Weihnachtsstern“ die Rolle des Weihnachtsmannes mit dem norwegischen Darsteller Knut Walle, der im Film von 1976 den Schlossdiener Ole gespielt hatte.

In diesem wundervollen Märchen begegnen uns typisch nordische Figuren wie beispielsweise Trolle, die kleinen Fabelwesen, die sich in den dichten Wäldern versteckt halten, oder der geheimnisvolle Nordwind und ein sprechender Bär. Hier nun eine kleine Einführung in die norwegischen Weihnachtsbräuche – und wen man in Norwegens Wäldern so alles antreffen kann:

Norwegische Weihnachtsbräuche
God Jul! Das Weihnachtsfest ist in Norwegen wohl das wichtigste Fest des Jahres und tief mit der Kultur des Landes verbunden. Die Weihnachtstradition geht weit bis in vorchristliche Zeiten zurück, als kurz vor Ende des Jahres die Wintersonnenwende gefeiert wurde. Daher stammt auch der norwegische Name für Weihnachten: Das alte nordische Symbol für die Sonne ist das Rad, auf Norwegisch „hjul“.

Wie bei uns ist in Norwegen der Heiligabend („Juleaften“) der wichtigste Weihnachtstag. Ab 17 Uhr läuten in allen Kirchen die Glocken. Der Kirchgang an Heiligabend zum Weihnachtsgottesdienst ist in vielen Familien üblich. Weihnachtslieder werden in der Kirche und später dann auch zuhause beim traditionellen Gang um den Weihnachtsbaum gesungen. Dabei fasst sich die ganze Familie an den Händen, bildet so einen Kreis um den Baum und geht um ihn herum. Tatsächlich ist der Weihnachtsbaum eine relativ junge Zutat zum Weihnachtsfest – erst seit etwa 1900 wird eine Tanne im Haus aufgestellt und geschmückt. Der Schmuck besteht oft aus selbstgebastelten Anhängern, aus Kerzen, Lametta und – eigentlich schon obligatorisch – Schnüren mit kleinen norwegischen Papierfähnchen.

Der Weihnachtsstern wird auch „Stern von Bethlehem“ genannt. Er soll eine helle Himmelserscheinung gewesen sein, die den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg zum Geburtsort Jesu Christi gedeutet hat. In Norwegen hat der leuchtende Stern die gleiche Bedeutung.

Julenissen oder Weihnachtsmann?
Die Norweger kennen gleich zwei Weihnachtsmänner, den „Julenissen“ und den importierten „Juleman“. Dabei ist der Julenissen der „echte“ norwegische Weihnachtsmann. Er ist eine Art Troll oder Wichtel, der das ganze Jahr als Beschützer über Haus und Hof wacht und an Weihnachten die Geschenke für die Kinder bringt. Um ihn milde zu stimmen, stellen die Kinder dem Julenissen an Heiligabend eine Schüssel Hafergrütze auf die Fensterbänke oder vor die Tür. Tun sie das nicht, dann spielt er ihnen Streiche. Wo genau der Julenissen wohnt, weiß man nicht genau, aber man ist sich einig, dass er in Norwegen lebt und nicht in Finnland oder Schweden. Wer dem Julenissen einen Brief schreiben möchte, muss ihn an folgende Adresse aufgeben:
Julenissens Postkontor, Torget 4, 1440 Drøbak.

Weihnachtsgrütze kriegen aber auch die Menschen: Wer in seiner Portion die versteckte Mandel findet, kriegt ein kleines Geschenk. Nach einer anderen Überlieferung wird derjenige, der die Mandel findet, als Nächstes heiraten.

Das traditionelle norwegische Weihnachtsessen besteht aus in Lauge eingelegtem Kabeljau („Lutefisk“) mit Speck, Kartoffeln und Erbsenpüree, gefolgt von Rosinenkuchen („Julekake“) mit viel Butter und Schmalz im Teig, der nur zu Weihnachten gebacken wird. Alternativen – die aber kaum weniger schwer im Magen liegen – sind Schweinerippchen am Stück („Svineribbe“) mit Fleischklößchen und Rotkohl als Beilage oder, im Westen des Landes, gepökelte Lammrippe („Pinnekjøtt“) und als Nachtisch der Makronenkranz („Kransekake“), ein turmhoher Schichtkuchen.

Wer Freunde und Verwandte einlädt, serviert auch gern mal alles zusammen als Weihnachtsbuffet. Dann nennt sich das Ganze „Julbord“. Getrunken wird in jedem Fall starkes Weihnachtsbier („Juleøl“) und als Absacker gibt’s Aquavit; die Kinder bekommen süße rote Limonade („Julebrus“), die nur in der Weihnachtszeit erhältlich ist. Vel bekomme!

Weihnachtsmärkte („Julemarked“) gibt es vor allem in Oslo, aber auch in anderen Städten und manchen kleineren Ortschaften. Der größte Weihnachtsmarkt ist der auf dem Osloer Rathausplatz. Dort werden zur Eröffnung Ende November nicht weniger als 250.000 Lichter entzündet, die den Markt beleuchten.

Wer ist wer im Märchenwald?
Trolle, Wichtel und Gnome gehören zu Norwegen einfach dazu – spricht man mit den Menschen dort, so findet der Troll schnell einen Platz im Gespräch. Trolle können sowohl gute als auch hämische Wesen sein, in den norwegischen Märchen sind sie jedoch meist liebevoll und äußerst gesellig. Eigentlich sind sie uns sehr ähnlich, feiern Hochzeiten und Geburtstage, und unternehmen etwas mit ihren Kindern – allerdings sind sie mit ihren spitzen Ohren, den drei Fingern und der mit graubraunem Filz bewachsenen Haut dann doch ganz eigen. Wer nachschauen will, ob es Wichtel bzw. Trolle wirklich gibt, sollte in die mittelnorwegische Bergregion Trollheimen fahren, die als „Land der Trolle“ gilt.

Der Nordwind als hilfreicher, wenn auch etwas griesgrämiger Erfüller von Wünschen, taucht schon in den „Norwegischen Volksmärchen“ auf, die die Schriftsteller Peter Christian Asbjørnsen und Jørgen Moe, die norwegischen Gebrüder Grimm, Mitte des 19. Jahrhunderts sammelten.

In der nordischen Mythologie gibt es die Vorstellung, manche Menschen hätten die Gabe, sich in Bären zu verwandeln – von daher ist ein sprechender Bär, wie er Sonja begegnet, nichts Ungewöhnliches. Auch „Bamse Brakar“, wie „Meister Petz“ im norwegischen Original heißt, kommt in einem der von Asbjørnsen gesammelten Märchen vor.

Kinostart: 14. November 2013; Regie: Nils Gaup; FSK: ohne; Länge: 77 Minuten; Verleih: Polyband; Link: http://www.weihnachtsstern-derfilm.de

 

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