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FACK JU GÖHTE

FACK JU GÖHTE

Fack Ju GöhteSchulkomödie mal anders: Als Kleinkrimineller schleicht sich Elyas M’Barek in eine Schule ein und avanciert zum Lehrer – natürlich ohne jegliche pädagogische Vorbildung. Das schmeckt der frigiden Referendarin, gespielt von Karoline Herfurth, anfangs überhaupt nicht – ab 7. November im Kino. 

 

Fack Ju Göhte 4Zeki Müller (Elyas M’Barek) schlägt sich als Kleinkrimineller durchs Leben und kommt gerade frisch aus dem Gefängnis. Auf der Suche nach seiner Beute stößt er auf eine Sporthalle, die dummerweise genau auf dem verbuddelten Diebesgut errichtet wurde. Zeki lässt sich etwas einfallen, um doch noch an sein Geld zu kommen: Er will sich als Hausmeister an der Schule bewerben, zu der die Sporthalle gehört. Aber beim Bewerbungsgespräch mit der Direktorin (Katja Riemann) kommt es zu einem Missverständnis – und Zeki wird vom Fleck weg als Aushilfslehrer engagiert.

Der Gauner kennt sich zwar überhaupt nicht mit Pädagogik aus und hält auch sonst nicht viel von Bildung, bekommt aber die ihm zugewiesene, berühmt-berüchtigt freche Klasse in den Griff. Binnen kurzer Zeit verschafft er sich dank mehr als unkonventionellen Lehrmethoden Respekt bei den Schülern. Nachts gräbt sich Zeki unter der Turnhalle einen Tunnel zu seiner Beute.

Fack Ju Göhte 1

Die Art des straßenerprobten jungen Mannes kommt zwar bei den Schülern gut an, doch die Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) würde sich eher eine große Portion Disziplin bei ihrem Kollegen wünschen. Lehrer haben sich schließlich genauestens an den Lehrplan zu halten!

Als Zeki bei einem befreundeten Stripclub-Besitzer rausfliegt, schläft er kurzzeitig in seinem Auto und kommt dann bei Lisi unter. Allmählich gefällt dem Ganoven sein neuer Job – und auch Lisi wird ihm immer sympathischer.

Fack Ju Göhte 3
Doch dann fliegt sein Geheimnis auf und Zeki muss sich darüber klar werden, was ihm wirklich wichtig ist.

„Fack ju Göhte“ ist das zweite Kinoprojekt vom Regisseur Bora Dagtekin, der auch schon bei den Erfolgsserien „Türkisch für Anfänger“ und „Doctor’s Diary“ hinter der Kamera stand. Auch wenn die Story hinter dem Film wohl reichlich unrealistisch ist, ist es gelungen, die Geschichte überzeugend darzustellen. Die Hauptrollen sind mit Elyas M’Barek und Karoline Herfurth sehr passend besetzt – Dagtekin scheint ja ohnehin am liebsten mit M’Barek zu arbeiten.

Kritik am Schulsystem ist „Fack ju Göhte“ eher weniger, dafür wird hier ordentlich mit Klischees und Schubladen gespielt. Dabei entsteht die ein oder andere witzige Szene. Wie immer bei Dagtekin, der übrigens auch selbst das Drehbuch schrieb, ist der Humor perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten. Freunde höchst eloquent gestalteter Dialoge werden hier zwar nicht auf die Kosten kommen, aber wer schon immer mal wissen wollte, was passiert, wenn „Bad Teacher“ und „Der Club der toten Dichter“ ordentlich vermischt und auf das Gelände einer deutschen Gesamtschule losgelassen werden, ist hier goldrichtig.

Geliebt oder gehasst?! Die „Fack ju Göhte“-Darsteller über ihre eigene Schulzeit! 
Fack Ju Göhte 2Manch einer trauert ihr nach, von anderen wird sie gehasst: Die Schulzeit! Wie sich Elyas M‘ Barek alias Aushilfslehrer Zeki Müller, Karoline Herfurth alias Referendarin Lisi Schnabelstedt, Katja Riemann alias Direktorin Gudrun Gerster und die anderen Darsteller aus „Fack ju Göhte“ an ihre eigene Schulzeit zurückerinnern, gibt es hier nachzulesen: 

 

Elyas M’Barek:
„Für mich war Schule nie ein schlimmer Ort. Wir mussten nur bis ein Uhr dort sein, danach hätte ich Hausaufgaben machen müssen, aber die habe ich mir oft gespart. So gesehen, war Schule für mich ein Halbtagsjob. Abitur habe ich trotzdem.“

Karoline Herfurth: 
„Ich mochte Schule total gern und war eine kleine Streberin. Ich war auf einer Waldorf-Schule in Berlin. Da blieb der Spaß am Lernen immer erhalten, weil ich super Lehrer hatte. Meine Deutschlehrerin hat mir sehr viel mit auf den Weg gegeben, sie hat stark geprägt, wie ich mich heute ausdrücke. Auch in Geschichte, Englisch oder Politik hatte ich sehr engagierte Lehrer. Das werde ich denen nie vergessen.“

Katja Riemann:
„In Kirchweyhe gab es keinen Kindergarten, zumindest nicht, als ich dort aufwuchs. So langweilte ich mich als kleines Kind und schlich mich heimlich in die Dorfschule, in der meine Mutter unterrichtete; wir wohnten nebenan im Lehrerhaus. Dadurch lernte ich aus Versehen lesen und schreiben. Lesen kann ich noch immer gut, meine Handschrift ist unter aller Sau. Als dann die Schule begann, waren es sehr angenehme 4 Jahre. Ab der fünften Klasse und somit dem Eintritt ins Gymnasium begann der Alptraum, den ich hier nicht näher beschreiben möchte. Er währte bis zur neunten Klasse und wurde dann durch einen Nervenzusammenbruch abrupt beendet, da ich in eine andere Schule versetzt wurde. Gesamtschule. Besser wurde es jedoch erst, als ich mir die Haare abschnitt in der 12. Klasse, der Diktatur der Müslis nicht weiter gehorchte und von den lila Pumphosen in Pumps und Miniröcke wechselte und auf einer freien Bremer Schule begann Theater zu spielen. Meine Abitursnote im Fach Deutsch (die Klausur schrieb ich über Kafka, den ich bis heute verehre), wurde um einen Punkt herunter gesetzt, wegen meiner Handschrift…siehe oben…“

Alwara Höfels: 
„Meine Erinnerungen an die Schule sind ambivalent. Es gab gute Zeiten und schlechte Zeiten. Aber Schule bedeutete für mich nicht nur reine Wissensaufnahme, sondern auch Freundschaft und Leben. Rückblickend bin ich der Schule sehr dankbar, weil sie unglaublich wichtig war für meine Identitätsbildung.“

Jana Pallaske:
„Ich hatte eine höllische Schulzeit. Als die Mauer fiel, war ich in Ostberlin in der fünften oder sechsten Klasse. Ich wollte Französisch und Englisch lernen, aber das ging an meiner Schule noch nicht, also musste ich zu einem Gymnasium im Westen wechseln. Das Schulsystem im Osten war ein bisschen härter. Was im Westen in der siebten Klasse unterrichtet wurde, hatte ich so ziemlich alles schon gelernt. Deshalb wurde ich leider als Streberin abgestempelt. Außerdem konnten wir uns keine Markenklamotten leisten, ich trug keine Levis oder andere coole Sachen, weshalb die anderen mich täglich hardcore schikaniert haben, verkloppt und meine Sachen ins Tafelwasser geworfen etc… Damals war mein Herz traurig, schwer und allein, ich hab mich morgens kaum in die Schule getraut, oder wieder raus. Es war echt eine beschissen harte Zeit, aber heute weiß ich, dass mich das stark gemacht hat.“

Max von der Groeben:
„Ich bin nie gern zur Schule gegangen, aber ich fand sie auch nicht allzu dramatisch. Mit Französisch tat ich mich etwas schwer, aber Sport z.B. war mein bestes Fach. Irgendwie habe ich am Ende mit möglichst wenig Aufwand doch noch viel erreicht. Aber insgesamt bin ich froh, dass ich da nicht mehr hin muss.“

Jella Haase:
„Ich habe die zwölfte Klasse wiederholt, weil ich ein Jahr vorher viel gedreht habe und es in einigen Fächern nicht reichte. Mein Abitur habe ich erst jetzt im Frühjahr 2013 gemacht. Ich glaube, wir waren eine schlimme Klasse. Da gab’s echte Chaoten, aber mit denen war ich gut befreundet und hatte deshalb keine Probleme.“

Uschi Glas:
„Schon früher wurde ich wegen meiner Paukerfilme gefragt, wie meine Schulzeit war und mein Verhältnis zu den Lehrern. Wir waren eine sehr wilde Klasse und für schwache Lehrer überhaupt nicht geeignet, denn wir hatten kein Mitleid mit ihnen. Wenn Du als Schüler die Schwäche spürst, kennst Du kein Mitleid, Du denkst nur: ‚Na warte! Ich zeig´s Dir!‘ Das ist eigentlich furchtbar und ich schäme mich dafür. Den Lehrer mit Autorität und gutem Wissen, den respektiert man sofort und freut sich auf den Unterricht. Ich glaube so sind Kinder.“

Fack Ju Göhte_PlakatKinostart: 7. November 2013; Regie: Bora Dagtekin; FSK: ab 12; Länge: 118 Minuten; Verleih: Constantin Film; Link: fjg-film.de

 

 

 

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