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ALFIE, DER KLEINE WERWOLF

ALFIE, DER KLEINE WERWOLF

alfie kroesDer kleine Alfie ist ein ganz besonders Kind: Bei Vollmond verwandelt sich der Junge in einen Werwolf. Alfie stiftet allerlei Verwirrung in seiner Stadt und fürchtet sich bald vor sich selbst. Dabei möchte er einfach nur ein ganz normaler Junge sein (Kinostart: 17. Oktober). 

 

Die Kino-Werwölfe werden auch immer jünger: Trieben sie vor einigen Jahrzehnten ihr Unwesen als Teenager („Teen Wolf“), haben sie mittlerweile das Genre des Kinderfilms erreicht. Ging es früher um die Nöte des Erwachsenwerdens, muss sich der blutjunge Held in „Alfie, der kleine Werwolf“ eher mit den Problemen einer modernen Familie herumschlagen. Dieser Film ist eine niedliche Mischung aus Märchen und Komödie und ganz gewiss nicht brutal. Er richtet sich eindeutig an Kinogänger, die so jung sind, wie der Film-Werwolf – nämlich im Grundschulalter.

alfie bronkhuyzen kroesAlfie (Ole Kroes) ist ein Findelkind. Er wurde eines nachts vor dem Haus der Vriends abgesetzt, die ihn adoptierten und ihn in ihre Kleinfamilie integrierten. Alfie versteht sich prima mit seinem älteren Bruder Timmie (Maas Bronkhuyzen), der Vater (Remko Vrijday) spielt den etwas verrückten, aber stets gut gelaunten Hausmann, und die Mutter (Kim van Kooten) findet neben ihrem Job auch noch Zeit für die Familie. Wäre da nicht der nervige Mitschüler Nico, der Alfie gerne mal herumschubst, dann könnte das Leben perfekt sein.

Könnte – denn Alfie ist anders. Er ist nicht nur ein stilles Wasser und im Sportunterricht eine Lusche, er ist ein Werwolf. Von dieser Eigenschaft erfährt der Junge erst in der Nacht zu seinem 7. Geburtstag. Bei Vollmond und genau um Mitternacht beginnt die unheimliche Verwandlung: Alfie trägt plötzlich ein Fell, ihm wachsen Klauen und er heult mit den Hunden um die Wette.

Ein Werwolf zu sein, ist gar nicht so leicht. Alfie kommt sich wie eine wilde Bestie vor und schnappt sich ein Huhn aus dem Stall der Nachbarin. „Vielleicht geht’s ja wieder weg wie die Windpocken“, meint Bruder Timmie, der als einziger Alfies Werwolf-Geheimnis kennt. Aber der Werwolf-Anfall verschwindet nicht wieder wie eine Kinderkrankheit. Jedesmal bei Vollmond wird Alfie zum Tier. Der Junge ist hin- und hergerissen: Er fühlt sich schrecklich und hat keine Ahnung, woher seine speziellen Fähigkeiten eigentlich kommen. Aber er kann auch der Chance nicht widerstehen, blöden Jungs wie Nico jetzt endlich mal die Zähne zeigen zu können.

Ganz klar, dieser Film hat eine Botschaft: Jeder Mensch ist auf seine Weise anders, wir haben alle etwas Besonders. Alfies Vater etwa trägt gerne mal Frauenkleider. Nicht jedermanns Sache, aber Alfie und Timmie finden das irgendwie normal. Irgendwie normal zu sein, obwohl er etwas Besonders ist – das ist es, was Alfie lernen muss. Die Sache mit dem Werwolf ist eine hübsche Metapher, kindgerecht aufbereitet und humorvoll in Szene gesetzt. Die Fragen, die Alfie sich eigentlich stellt, lauten: Wo komme ich her? Wer sind meine leiblichen Eltern? Und wird meine Familie mich so akzeptieren, wie ich bin?

„Alfie, der kleine Werwolf“ schwingt gelegentlich allzu deutlich die Pädagogen-Keule. Dabei bleibt der unter anderem mit dem Europäischen Kinderfilmpreis ausgezeichnete niederländische Film aber durchweg unterhaltsam. Und bunt: farbenfrohe Kostüme und Ausstattungen und die putzige Welt eines holländischen Backstein-Städtchens verleihen „Alfie“ einen märchenhaften Touch, der gut in die Vorweihnachtszeit passt.

Die Werwolf-Maske und die Animation sind etwas hölzern geraten. Aber das fällt vielleicht nur älteren Zuschauern auf. Mindestens eine Frage bleibt am Ende aber offen, und das dürften auch jüngere Zuschauer registrieren. Der Film mogelt sich nämlich um das Geheimnis von Alfies Herkunft herum.

alfie posterKinostart: 17. Oktober; Regie: Joram Lürsen; FSK: ab 0; Länge: 91 Min.; Verleih: Barnsteiner Film; Link: facebook.com/AlfieWerwolf

 

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