Familienleben

Wovon wir uns bedroht fühlen!

Wovon wir uns bedroht fühlen!

Die Aengste der DeutschenUnwetter und Hochwasser, Euro-Schuldenkrise und Niedrigzins, politische Affären und Diskussion um die Steuerpolitik: Dieses Jahr gab es schon jede Menge Überraschungen. Und einige davon haben dem einen oder anderen bestimmt einen gehörigen Schrecken eingejagt. Wovor die Menschen sich gerade am meisten fürchten, zeigen die Ergebnisse der R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen 2013“.

 

Seit mehr als 20 Jahren befragt das R+V-Infocenter in einer repräsentativen Studie rund 2.500 Bürger nach ihren größten Ängsten.
Ergebnis: Die Deutschen sind wie schon im vergangenen Jahr relativ gelassen. Der Angstindex – der Durchschnitt aller langjährig abgefragten Ängste – stieg um 1 Prozentpunkt, bleibt mit 41 Prozent jedoch auf niedrigem Niveau. 

Bei den 16 Standardfragen ist die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten mit 61 Prozent (Vorjahr: 63 Prozent) zum 14. Mal auf Platz 1 – und damit der Dauerbrenner bei den Ängsten. „Weil viele Lebensmittel teurer werden, ist die gefühlte Inflationsrate ungleich höher als die tatsächliche Inflationsrate von etwa zwei Prozent“, so Professor Dr. Manfred G. Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg und Berater des R+V-Infocenters.

Hinzu kommt: „Trotz Lohnerhöhungen haben viele Arbeitnehmer real weniger Geld zur Verfügung. Dafür sorgen auch steigende Gebühren für öffentliche Leistungen oder höhere Kosten für Strom und Benzin.“ Auf Rang 2 liegt mit 56 Prozent die Sorge vor zunehmenden Naturkatastrophen – dicht gefolgt von der Furcht, im Alter als Pflegefall zu enden (55 Prozent).

Die ?ngste der Deutschen

Auffallend: Angst vor Überforderung der Politiker massiv gesunken
Die Überraschung der diesjährigen Ängste-Studie: Die deutschen Bürger machen sich um die Überforderung ihrer Politiker weniger Sorgen als bisher. Im Vorjahr mit 55 Prozent noch auf Platz 2 der größten Sorgen sinkt diese Angst um 10 Prozentpunkte auf 45 Prozent und rutscht damit auf den 6. Rang. Im Jahr 2001 hat das R+V- Infocenter die Deutschen zum ersten Mal gefragt, ob die Politiker von ihren Aufgaben überfordert seien. Ihren Spitzenwert erreichte diese Sorge im Jahr 2003 mit 66 Prozent.

Interessant: Vor Bundestagswahlen stieg der Wert immer an: 2002 um 6 Prozentpunkte, 2005 um 5 Prozentpunkte, 2009 um 4 Prozentpunkte. In der Langzeitbeobachtung zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Politik: „Wenn die Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage zurückgeht, sinkt auch die Sorge vor der Überforderung der Politiker“, so Professor Schmidt.

Euro-Schuldenkrise auf Platz 1 – Deutsche fürchten um ihre Ersparnisse
Seit drei Jahren ergänzt das R+V-Infocenter die 16 Standardfragen der Langzeitstudie um Sonderfragen zur Euro-Schuldenkrise. Und wie im vergangenen Jahr zeigt sich hier die größte Angst. Rund zwei Drittel (68 Prozent) aller Bundesbürger fürchten, dass sie letztendlich die Kosten der Krisenbewältigung schultern müssen. Sehr hoch bleibt mit 53 Prozent auch die Furcht, dass die EU-Schuldenkrise den Euro gefährden könnte (2012: 65 Prozent).
Eine dritte Sonderfrage zeigt, dass die Folgen der europäischen Schuldenkrise weitere Sorgen schüren: Fast jeder zweite Deutsche (49 Prozent) hat Angst davor, dass niedrige Zinsen und Inflation seine Ersparnisse langfristig auffressen.

Rekord-Hochwasser verstärkt Furcht vor Naturkatastrophen
Nach den schweren Überschwemmungen Ende Mai und Anfang Juni in insgesamt sieben Bundesländern ist die Angst vor Naturkatastrophen wieder größer geworden (plus 4 Prozentpunkte). Mit 56 Prozent klettert sie von Platz 4 auf Platz 2 der Ängste-Skala, erreicht aber nicht den Rekordwert aus dem Jahr 2010. Nach dem Vulkanausbruch in Island und der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko war die Sorge mit 64 Prozent damals deutlich größer.

Angst vor dem Pflegerisiko steigt – Frauen machen sich mehr Sorgen
Die Sorge, im Alter als Pflegefall zu enden, treibt mehr als die Hälfte aller Deutschen um. Mit einem Plus von 5 Prozentpunkten ist diese Angst am stärksten gestiegen und springt mit 55 Prozent vom fünften auf den dritten Platz der Ängste-Skala.
In dieser Frage unterscheiden sich Männer und Frauen sehr deutlich: Die R+V-Studie zeigt, dass sich Frauen grundsätzlich mehr um persönliche Belange wie Krankheit oder Pflege sorgen als Männer. Das bestätigt auch die diesjährige Befragung. Während sich die Hälfte aller Männer davor fürchtet, im Alter anderen zur Last zu fallen, sind es bei den Frauen 59 Prozent. Und: Je älter die Befragten sind, desto größer ist ihre Angst vor dem Pflegefall. Ab 40 Jahren rückt das Thema in den Fokus und bedrückt fast zwei Drittel der Deutschen.

Deutsche Einigkeit: In Ost und West sind die Sorgen erstmals gleich groß
Stimmungshoch im Osten: In Ostdeutschland ist die Stimmung so gut wie zuletzt Mitte der 1990er Jahre – mit einem durchschnittlichen Angstniveau von 41 Prozent. Und erstmals in der Geschichte der R+V- Studie ist das durchschnittliche Angstniveau in Ost und West auf dem gleichen Level. Die Intensität der einzelnen Sorgen ist jedoch weiterhin unterschiedlich.

 

 

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr in Familienleben

little kid boy with school satchel, first day to school

Der Schultasche die nötige Aufmerksamkeit widmen

Hans Wankl28. Oktober 2017
house-2565105_1280

Die Familienküche – ein Ort, an dem die Generationen zusammenkommen

Hans Wankl20. August 2017
Sweet little girl

Tipps für eine ruhige Nacht im Kinderzimmer

Hans Wankl30. Juli 2017
festival-2456145_1280

Warum eine Kinder-Unfallversicherung so wichtig ist

Hans Wankl23. Juli 2017
wordpress

Home Sweet Home(-page): Eine eigene Webseite für die Familie

Hans Wankl7. Juli 2017
dog-1328585_1280

Tiere und Familien: Gesundheitstipps für das Zusammenleben

Hans Wankl6. Mai 2017
easter-eggs-2168521_1280

Ostergeschenke – kreativ und persönlich

Hans Wankl6. April 2017
vacuum-cleaner-1605068_1280

Effektives Staubsaugen – so sparen Sie Energie und Zeit

Hans Wankl29. März 2017
familienbilder

Tipps und Tricks für gelungene Familienbilder

Hans Wankl23. März 2017
house-1158139_1280

Familienförderung beim Immobilienkauf mit Kindern

Hans Wankl14. März 2017