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VIJAY UND ICH – MEINE FRAU GEHT FREMD MIT MIR

VIJAY UND ICH – MEINE FRAU GEHT FREMD MIT MIR

Vijay und ichWas tun, wenn im Leben nicht alles so rund läuft, wie man’s gern hätte? Dem New Yorker Comedian Will bietet sich unversehens an seinem 40. Geburtstag die Chance zum Neuanfang: verkleidet als indischer Gentleman Vijay wohnt er seiner eigenen Beerdigung bei und muss dabei feststellen, dass seine Ehefrau auf exotische Draufgänger steht. Moritz Bleibtreu mit Bollywood-Temperament – ab 5. September im Kino. 

 

Vijay und ich1Schon beim Frühstück muss der New Yorker Schauspieler Will Wilder (Moritz Bleibtreu) irritiert feststellen, dass sowohl Gattin Julia (Patricia Arquette) als auch seine respektlose Tochter Lily (Catherine Missal) seinen 40. Geburtstag offenbar völlig vergessen haben. Ebenso wie sein Agent Micky (Michael Imperioli) und die Kollegen im Fernsehstudio, wo Will als „Das grüne Pechkaninchen“ der Star einer Kindersendung ist, obwohl sich der deutsche Auswanderer hier eine große Schauspielerkarriere erträumt hatte. Wutentbrannt ob dieser Ignoranz stürmt er noch im Kaninchen-Kostüm aus dem Studio – nicht im Geringsten ahnend, dass seine Tochter eine Überraschungsparty organisiert hat, auf der sich all seine Freunde versammelt haben. Wenig später klaut ihm ein Obdachloser auch noch sein Auto. Es ist halt Freitag, der 13.

Zuflucht sucht er bei seinem aus Indien stammenden Freund Rad (Danny Pudi), der das Restaurant „Rad’s Delhi“ betreibt und seinen aus Puerto Rico und Mexiko kommenden Kellnern gerade eintrichtert, wie sie sich als „Inder“ zu benehmen und zu sprechen haben – denn er hat Angst, dass echte Inder ihm seine geheimen Rezepte klauen könnten.

Vijay und ich2In der Tat ist Rad der einzige, der mit Will dessen Geburtstag feiert. Der nächste Morgen beginnt für die beiden allerdings mit einer großen Überraschung: Aus den TV-Nachrichten erfahren sie, dass der Autodieb bei der Kollision mit einem Tankwagen ums Leben gekommen ist – und alle denken, Will hätte am Steuer gesessen. Doch anstatt das Missverständnis in aufzuklären, entschließt sich Will dazu, an seinem eigenen Begräbnis teilzunehmen – und zwar als Vijay Singh, Banker aus Mumbai.

Bei der Beerdigung scheint niemand Wills Scharade zu durchschauen – außer Wills dementer Vater Reiner (Michael Gwisdek), der mit seiner Frau (Hanna Schygulla) aus Berlin angereist ist. Doch das nimmt natürlich niemand ernst. Obwohl die Trauergemeinde nur Gutes über Will zu erzählen weiß, erfährt er nach und nach, was alle wirklich von ihm hielten: Will war wahnsinnig egozentrisch und ein frustrierter selbstverliebter Versager.

Vijay und ich3Und so schafft es der indische Gentleman Vijay sogar seine eigene frustrierte Frau zu verführen. Einzig Tochter Lily und Wills Agent Micky, der selber in Julia verliebt ist, beäugen ihn misstrauisch. So schwebt Vijay ständig in Gefahr, mit seiner Maskerade aufzufliegen…

Auch wenn das Bollywood-Fieber schon seit einer Weile abgeebbt ist, verleiten Inder-Parodien à la Ranjid immer noch zum Schmunzeln. Und, ehrlich gesagt, sollte Moritz Bleibtreu darüber nachdenken, ob er von dem Turban-Outfit etwas in sein reales Leben mitnimmt. Ansonsten ist die Darstellung des indischen Gentlemans Vijay etwas blass geraten, ebenso wie sämtliche Rollen des durchaus namhaften Ensembles. Es werden zwar Themen wie kulturelle Identität, Vorurteile, vermeintliche Selbsttäuschung und Entfremdung in Familien angesprochen, doch daraus entwickelt sich nicht wirklich eine Dynamik und deshalb bleibt die Erzählung, verglichen mit anderen Verwechslungskomödien, relativ nüchtern.

Hat man erst einmal hingenommen, dass wirklich nur der demente Vater und die Tochter erkennen, wer sich hinter der Maskerade verbirgt, wartet man also geduldig auf den Plot: Was passiert, wenn es seine Frau endlich kapiert? Das ist jedoch leider sehr ernüchternd und man fragt sich, wozu das eher banale Ende dieser Komödie auch noch in zwei Schlusssequenzen erzählt werden muss.

Vijay und ich_PlakatKinostart: 5. September 2013; Regie: Sam Garbarski; FSK: ab 6 Jahren; Länge: ca. 96 Min.; Verleih: Senator; Link: vijayundich.senator.de 

 

 

 

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