Familienleben

Wenn die Nase läuft – Erkältung oder echte Grippe?

Wenn die Nase läuft – Erkältung oder echte Grippe?

Bis zu zehnmal im Jahr sind Kindergartenkinder erkältet. Und wenn es draußen wieder kälter wird und drinnen die trockene Heizungsluft steht, fühlen sich die Viren besonders wohl. Schnieft und niest dann erst einer, so hat es den Rest der Familie oft auch schnell erwischt. Ab wann sind Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Halsschmerzen und Schüttelfrost eine einfache Erkältung – oder schon eine gefährliche Grippe?

 

Welche Eltern haben nicht schon einmal am Bett ihres kranken, vielleicht hoch fiebernden Kindes gesessen und sich gefragt, ob sie wohl in der Behandlung alles richtig machen? Insbesondere bei Säuglingen weiß man meist wenig über ihre körperliche Belastbarkeit. Oder man muss dem drei Jahre alten Sprössling die verordneten Nasentropfen verabreichen, aber der möchte dieses nun wirklich nicht über sich ergehen lassen.

In dieser Lage macht sich schnell eine große Unsicherheit breit, die sich aus der Furcht vor Fehlverhalten und aus der Verantwortung ergibt, dem Kind bestmöglich zu helfen. Diese Unsicherheit kann schnell dazu führen, das Kind übereilt und unnötig zu behandeln und es damit vielleicht sogar zu belasten. Andererseits können ohne Behandlung möglicherweise wichtige Therapiemaßnahmen und Impfungen versäumt werden.

Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht voll entwickelt und beim gemeinsamen Spielen und Toben stecken sie sich immer wieder gegenseitig an. Deshalb gehören kleine Schniefnasen ins Bett. Der kindliche Organismus hat gute Selbstheilungskräfte, die einfache Hausmittel unterstützen können. Denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, denen man einfach eine halbe Portion von einem Medikament für Erwachsene gibt. Auch Mittel, die Erwachsenen gut helfen und bei ihnen nur geringe Nebenwirkungen haben, können bei Kindern vollkommen anders wirken. Das Training im Kampf gegen die Infekte hilft Kindern außerdem dabei, ein gut funktionierendes Abwehrsystem aufzubauen. So haben Studien gezeigt, dass Schnupfen in der frühen Kindheit im späteren Leben vor Asthma schützt.

Erkältungen
werden von Viren ausgelöst, die sich im Laufe der Evolution sehr gut an ihre menschlichen Wirte angepasst haben. Über zweihundert Viren sind bekannt, die sich in unseren Atemwegen vermehren. Das menschliche Immunsystem kann in aller Regel diese Infektionen sehr gut abwehren.

Fieber ist dabei eine wichtige Maßnahme. Fiebert man hoch, wird die Körpertemperatur auf einen höheren Sollwert eingestellt. Damit ist die augenblickliche Körpertemperatur zu niedrig: Schüttelfrost, Gänsehaut und Kältegefühl sind dann typische Folgen. Der Begriff „Erkältung“ beschreibt also lediglich äußere Anzeichen und nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung. Auch die andere oft gebrauchte Bezeichnung „Grippaler Infekt“ ist missverständlich, denn es sind ja gerade keine Grippe-Viren für diese Art von Husten, Schnupfen und Heiserkeit verantwortlich.

Tipps, wie Erwachsene sich vor dem Viren-Dschungel schützen können, finden Sie hier.

Anzeichen einer Erkältung
Abgeschlagenheit:
 Eines der ersten Zeichen der Erkältung ist meist Abgeschlagenheit. Schon jetzt sollte man etwas gegen die Erkältung tun und das Immunsystem stärken, z.B. mit Vitamin C.

Schnupfen: Die triefende Nase ist gerade zu Beginn einer Erkältung der Klassiker. Sie zeigt den ersten Abwehrversuch des Körpers, die unerwünschten Eindringlinge auf der Nasenschleimhaut, die Erkältungsviren, wieder loszuwerden. Zum Naseputzen benutzt man am besten trockene, weiche Papiertaschentücher, die man anschließend wegwirft. Beim Schnäuzen sollte man zu starken Druck vermeiden, denn dies kann zu einem Sekret- und Virenstau weiter oben in Richtung Nebenhöhlen führen. Ist die Nasenschleimhaut bereits gereizt oder entzündet, haben sich Salzlösungen bewährt, weil sie eine reinigende und heilungsfördernde Wirkung auf die entzündete Nasenschleimhaut haben. Nasentropfen oder Spülungen mit Salz sind schnell selbst hergestellt, haben keine Nebenwirkungen und machen nicht süchtig.
Gegen eine trockene Nasenschleimhaut ist auch ausreichende Luftfeuchtigkeit wichtig. In der Heizsaison sollte man deshalb feuchte Tücher über die Heizkörper hängen und regelmäßig lüften.

Husten tritt bei einer Erkältung meist in zwei auch zeitlich aufeinander folgenden Ausprägungen auf. In der ersten Phase ist er meist trocken und schmerzhaft. Dieser sogenannte Reizhusten ist ein Warnsignal, das Erreger die bronchiale Schleimhaut angreifen. Nach und nach geht der trockene Reizhusten in einen Schleim produzierenden Husten, den produktiven Husten über. Dieser ist ein sinnvoller Schutz- und Reinigungsmechanismus der Bronchien, da auf diese Weise die im Schleim gebundenen Erreger aus dem Körper transportiert werden. Dampfbäder mit Salzwasser haben sich als sanfte Hausmittel gegen Husten und Schnupfen bewährt.

Halsschmerzen können zwar auch als isolierte, durch Viren oder Bakterien hervorgerufene Infektion auftreten; meist sind sie jedoch „Bestandteil“ einer Erkältung. Die Krankheitskeime verursachen eine Entzündung der Schleimhaut im Halsbereich. Als Beschwerden können Rötung, Kratzen und Schmerzen im Hals, starke Schluckbeschwerden oder geschwollene und gerötete Mandeln auftreten. Sind Kehlkopf oder Stimmband entzündet, kommt es zur Heiserkeit. Oft sind auch die Lymphknoten im Unterkiefer-/Halsbereich vergrößert und schmerzen bei Druck. Gurgeln mit Salzwasser bringt oft Besserung. Ebenso ein selbst verfeinerter Apfelessig: 1 Esslöffel Apfelessig mit 2 Teelöffeln Honig und 4 Esslöffeln warmem Wasser verrühren. Umrühren und stündlich damit gurgeln. Danach noch 2 Schlucke des verdünnten Apfelessigs trinken. Über den Tag verteilt können Sie mehrmals einige Ingwerscheiben kauen oder direkt etwas von der frischen Ingwerknolle mit den Zähnen abraspeln. Ätherische Öle in Salbei- und Kamillentee helfen gegen Entzündungen von Hals und Mandeln. Thymian, Spitzwegerich und Efeublätter wirken bei Bronchitis schleimlösend und reizlindernd. Äußerlich haben sich warme bis heiße Kartoffelhalswickel bewährt.
Besonders wichtig für kleine Patienten ist außerdem viel Flüssigkeit – selbst wenn das Schlucken schmerzt. Tut der Hals weh, kann man ihnen Wasser-Eis zum Lutschen geben, das gleichzeitig wohltuend kühlt.

Fieber und Gliederschmerzen sind eine Reaktion des Körpers auf das Eindringen der Krankheitserreger. Entgegen eines häufig vorkommenden Missverständnisses ist Fieber damit nicht Ursache von Krankheit, sondern Teil der Antwort des Organismus und Ausdruck der Immunabwehr. Von Fieber spricht man, wenn die Körpertemperatur auf mehr als 38 Grad Celsius ansteigt. Informationen zu den Symptomen bei Fieber gibt es hier. Wichtigstes Hausmittel bei Fieber ist die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit, am besten eignen sich mindestens 3 Liter Wasser, Tee und ungesüßte Fruchtsäfte über den Tag verteilt. Schwitzen und ein warmes Bad können am Anfang einer Erkältung ebenfalls helfen, doch nur bei mäßigem Fieber unter 38,5 Grad Celsius. Wadenwickel sind ein altes Hausmittel, um Fieber zu senken.

Eine beginnende Erkältung kann man mit warmem Wasser im Keim ersticken. Wer durchgefroren und mit kalten Füßen nach Hause kommt, sollte sich ein Fußbad, dessen Temperatur nach und nach steigt, machen. Je früher man eine Erkältung behandelt, desto größer ist die Chance, dass sie milde verläuft und schneller vorüber geht. Bei einer schweren Erkältung oder einem bereits geschwächten Immunsystem kann es zu Komplikationen, wie z.B. Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung, kommen. 

Aber grundsätzlich gilt: Wenn die Beschwerden zunehmen, nach zwei bis drei Tagen nicht deutlich abgeklungen sind oder hohes Fieber auftritt, gehören kleine und große Patienten in die Hände eines Arztes.

Gemeinsam ist Grippe und Erkältung, dass sie durch Viren ausgelöst werden. Die Art des Virus entscheidet, ob eine einfache Erkältung oder eine „echte“ Grippe im Anflug ist.

Eine richtige Grippe, von Medizinern auch Influenza genannt, unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Erkältung. Zwar ähneln die Anzeichen einer Grippe meist denen einer Erkältung, doch sind sie meist schwerer und langwieriger. Ein plötzlicher Krankheitsbeginn, länger andauerndes hohes Fieber, schwere Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein erschöpfter Gesamtzustand deuten auf eine Influenza hin. Ein Arzt sollte in jedem Fall aufgesucht werden.

 

 

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