Familienleben

Hilfe, wir schlafen auf der Sonnenseite!

Hilfe, wir schlafen auf der Sonnenseite!

AbendsonneEine Wohnung über zwei Etagen mitten in der Stadt – ideal für eine fünfköpfige Familie! Wenn allerdings alle Schlafzimmer gen Nordwesten ausgerichtet sind und sich „unter dem Dach, jucheh!“ befinden, kann einem das schon gehörig einheizen. Außer im Winter – da frieren wir wie die Schneider!

 

Unsere Wohnung ist klasse, das einmal vorweg (lieber Vermieter: So schnell werden Sie uns nicht los!). Mitten in der Stadt eine Wohnung für fünf Personen – ja, alle drei Kinder sind Nesthocker – zu finden, die sich sowohl in ruhiger Lage befindet als auch ideale Anbindungen ans öffentliche Verkehrsnetz sowie an Naherholungsmöglichkeiten aufweist, das ist ja schon beinahe eine Kunst.

Gut, wir haben zum absoluten Mieterglück keinen Fahrstuhl, der uns rückenschonend die Einkäufe in den vierten bzw. fünften Stock hievt. Solange aber hier noch keiner mit einem Rollator unterwegs ist, straffen die Treppen unsere Kondition – und machen schöne Beine. Wer zum Teufel uns aber eingebrockt hat, dass alle vier Schlafzimmer so gelegen sind, dass sich im Sommer auch noch der letzte Abendsonnenstrahl dorthin verirrt, der sollte sich mir gegenüber nicht zu erkennen geben! Denn bei uns in den Betten geht es heiß her! Nein, nein, nicht was Sie nun denken! Es ist schlicht und ergreifend brütend warm, wenn wir uns zur wohlverdienten Ruhe betten wollen.

Der InnenhofLüften? Klar, den ganzen Tag herrscht hier Durchzug! Ab nachmittags wird verdunkelt, was das Zeug hält und abends wieder alles aufgerissen, um nicht zu ersticken. Nachts mit offenem Fenster schlafen? Gute Idee, wenn man gern mit Ohropax schläft! Denn nun folgt der zweite Denkfehler jenes Architekten, der hier die Wohnungen konzipiert hat: Obwohl wir einen herrlich ruhigen Innenhof haben, liegen alle Schlafzimmer in entgegen gesetzter Richtung, zur Straße hinaus. Das ist zwar nur eine kleine Einbahnstraße, die aber dank der mittlerweile Endlosbebauung lärmtechnisch für uns in den höheren Gefilden eine Art Schachtwirkung aufweist. Kommt also jemand mit Rollkoffer zu später Stunde von einer Reise nachhause, kann ich seinen Weg – genervt im Bett liegend – über gepflasterte 100 Meter verfolgen. Auch fröhliche Gruppen von angetrunkenen „Spätheimkehrern“ haben wir in unserem Hörkino anzubieten. Und meine Freunde wissen: An unserem Haus vorbeigehen und lästernde Bemerkungen über mich machen, das geht gar nicht! Der Feind hört mit!

Die SonnenseiteWunderschön anzusehen sind auch die Gauben, die zu den Zimmern unserer Kinder gehören. Die Dachschindeln aus Schiefer speichern im Sommer herrlich viel Sonnenwärme und geben sie selbstlos direkt an die Zimmer ab, während sie in stürmischen Zeiten – und davon gibt es in Norddeutschland ja bekanntlich viele – fröhlich vor sich hin klappern. Apropos Herbst und Winter: Dachten Sie etwa dank der bei uns vorherrschenden tropischen Temperaturen im Sommer, dass unsere Heizkosten im Winter dann wohl gering ausfallen? Falsch! Denn im Winter kommt ja die Sonne, wenn sie bei uns im Norden denn mal scheint, gar nicht mehr soweit herum. Dafür fegt der besagte Wind um die Häuser und um die wirklich schnuckelig anzusehenden, aber schlecht isolierten Gauben. Dann ist es kalt in den Zimmern – und im Bett.

BettwaescheSo ist es denn auch eine Herausforderung, die richtige Bettwäsche für die ganze Familie zu finden. Baumwolle ist ja wohl klar – schließlich sind wir auch alle ein bisschen empfindlich! Im Sommer wird dann gern der Schweiß in den nackten Bettbezug hineingetropft, während im Winter die extra dicken Bettdecken mit Biberbettwäsche, oder „Bibberbettwäsche“, wie mein Sohn zu sagen pflegt, bezogen werden. So weit, so gut. Wenn da nicht mein Göttergatte, der Frischluftfanatiker wäre! Ja, genau der, der mir im Sommer die herrlichen Stadtteil-Hörspiele beschert, und der im Winter im Schlafzimmer „nicht“ heizt.

Gaube im WinterEr und ich, wir stecken – wie gefühlt schon immer – unter einer Decke. Das lässt sich guten Gewissens für viele Dinge sinnbildlich sagen. Aber wir tun es auch wirklich, denn wir schlafen unter einer gemeinsamen Bettdecke. Kuschelfaktor, etc. – Sie verstehen? So dachte ich es zumindest einmal. Aber die Gebeutelte bin wieder ich, denn mein Mann steht nicht auf Kuscheln beim Schlafen! So kämpfe ich im Winter mit Nordpol-expeditionsreifer Nachtwäsche gegen klaffende Kältelöcher im Ehebett an. Und wenn sich Vater und Tochter auch blendend verstehen, dann sieht das im Winter ganz anders aus! Denn die Älteste wohnt direkt über unserem Schlafzimmer – Fußkälte lässt grüßen. Da helfen dann oft nur heimliche Heizungsschaltungen und Wolldecken-Notspenden der Mutter zur Schlichtung.

Tja, wo die Sonne scheint, da gibt’s auch Schattenseiten!

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