Familienleben

Wie Kinder lernen, richtig mit Geld umzugehen

Wie Kinder lernen, richtig mit Geld umzugehen

Zum Schulanfang gibt die Deutsche Vermögensberatung Tipps, wie viel Taschengeld in welchem Alter angemessen ist und wie Eltern ihren Kindern beibringen, verantwortungsbewusst mit Euro und Cent umzugehen.

 

 

Mit dem Anfang eines neuen Schuljahres ändert sich für viele Kinder nicht nur der Stundenplan: Oft bekommen sie auch ein höheres Taschengeld. In Deutschland erhielten Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren im vergangenen Jahr rund zehn Prozent mehr Taschengeld als noch 2011 – so die aktuelle KidsVerbraucherAnalyse 2012.

Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) rät Eltern jedoch, bei der Vergabe des Taschengelds mit Bedacht vorzugehen. Denn für Kinder eröffnet selbst das kleine „Einkommen“ eine große Chance, den eigenverantwortlichen Umgang mit Geld zu erlernen. „Mit dem ersten eigenen Taschengeld machen Kinder vor allem die Erfahrung, dass sie sich nicht alles sofort leisten können und dass für größere Anschaffungen gespart werden muss“, sagen die Experten der DVAG. „Verdienen sie im Erwachsenenalter später ihr eigenes Geld, können sie damit besser haushalten und tappen nicht so schnell in eine Schuldenfalle.“

Mit dem Alter wachsen die Ansprüche
Jugendämter empfehlen, vor der Einschulung schon Kindern unter sechs Jahren ein kleines Taschengeld von rund 50 Cent wöchentlich zu geben. „Hilfreich für Kinder ist, wenn ihre Eltern mit ihnen gemeinsam besprechen, was sie sich mit dem Taschengeld kaufen können und wofür sie eine bestimmte Summe zunächst ansparen müssen“, so die Fachleute der DVAG. Das erleichtert dem Nachwuchs, eigene Kaufentscheidungen zu treffen und seine Ausgaben besser zu organisieren.

Häufig geben vor allem jüngere Kinder ihre ersten kleinen Ersparnisse zu schnell aus. In diesem Fall ist es ratsam, wenn Eltern das Taschengeld nicht monatlich, sondern wöchentlich in kleinen Beträgen auszahlen. So lernen ihre Sprösslinge, das eigene Geld besser einzuteilen. Mit dem Älterwerden sollte das Taschengeld nach und nach erhöht und monatlich ausgezahlt werden.
Teenager zum Beispiel geben ihr Taschengeld zunehmend für Handyrechnungen aus – so die Jugendstudie JIM 2012. Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren zahlen dafür rund 10 Euro im Monat. Jugendämter empfehlen daher, in diesem Alter rund 30 Euro monatlich zu geben.

Für Teenager: das erste Sparkonto
Eltern sollten es ihren Kindern selbst überlassen, für was sie ihr Taschengeld ausgeben. Schließlich bieten auch Fehlkäufe wichtige Erfahrungswerte. Sollte es dazu kommen, können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern überlegen, wie sie ihr Geld besser investieren. Ein wichtiger Lerneffekt ist: Geld erfüllt nicht nur Wünsche, sondern ist vor allem ein Mittel zum Lebensunterhalt. Kosten für Grundbedürfnisse wie Kleidung, Schulmaterialien und Hygieneartikel sollten Eltern für ihre Kinder zunächst dennoch übernehmen. „Erst wenn Kinder – meist ab dem Jugendalter – sicher mit Geld umgehen können, sollten sie auch grundlegende Anschaffungen wie Kleidung selbst bezahlen“, sagen die Vermögensberater der DVAG.

Ein zusätzlicher Tipp: das erste eigene Sparkonto für Kinder ab 14 Jahren. „Ein eigenes Konto hilft Jugendlichen, über einen längeren Zeitraum effizient eine größere Summe anzusparen und vereinfacht zugleich den Eltern die Taschengeldvergabe – in Form eines Dauerauftrags.“

Die Taschengeldtabelle
Wie viel Taschengeld in welchem Alter angemessen ist, zeigt eine Taschengeldtabelle. Jugendämter empfehlen diese Richtwerte (Stand: 2011) – sie sind eine Orientierungshilfe für Eltern. Wie hoch das Taschengeld sein sollte, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab – etwa dem Einkommen der Eltern oder den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten je nach Region.

– Im Vorschulalter: 50 Cent wöchentlich
– 6 – 7 Jahre: 1,50 bis 2 Euro wöchentlich
– 8 – 9 Jahre: 2 bis 2,50 Euro wöchentlich
– 10 – 11 Jahre: 13 bis 15 Euro monatlich
– 12 – 13 Jahre: 18 bis 20 Euro monatlich
– 14 – 15 Jahre: 23 bis 26 Euro monatlich
– 16 – 17 Jahre: 30 bis 40 Euro monatlich
– 18 Jahre: 50 bis 60 Euro monatlich

Kommentare anzeigen (3)

3 Comments

  1. Pingback: Stressfrei essen | Absolut Familie

  2. Celia

    16. Oktober 2013 in 17:04

    Ich finde den Vorschlag von Henning Kullak-Ublick (Bund der Freien WaldorschulenI) beim sonntaz-Streit ganz gut, um die Höhe des Taschengeldes zu bestimmen: http://www.taz.de/Der-sonntaz-Streit/!121998/

  3. Pingback: Ein Kinderkonto für den Nachwuchs | Absolut Familie

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