Familienleben

Teurer Wohnraum: Kein Platz mehr für Familien?

Teurer Wohnraum: Kein Platz mehr für Familien?

wohnen in st. georgKönnen sich Familien angesichts knappen Wohnraums und steigender Immobilienpreise überhaupt noch ein Häuschen leisten? Sie können – sofern sie sich nicht an der Nase herumführen lassen.

Seit Jahren lesen wir immer wieder die gleichen Schlagzeilen: In Deutschland herrscht Wohnungsnot! Die Immobilienpreise steigen! Bezahlbarer Wohnraum für Familien ist knapp! Wer heute ein Haus oder eine Eigentumswohnung erwerben möchte, scheint ein Problem zu haben: Der Wohnraum ist knapp, und die Objekte, die auf dem Markt angeboten werden, sind teuer. Häufig zu teuer für eine Durchschnittsfamilie, die einfach ein bisschen mehr Platz braucht.

Hauskauf-Schnäppchen dürften in der Tat in Deutschland rar sein, daran haben auch niedrigen Hypothekenzinsen nichts geändert. Wer den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung für die Familie plant, sollte dennoch ganz genau hinsehen, was sich auf dem Immobilienmarkt abspielt.

Beispiel Hamburg: Die Stadt wächst, und etliche Jahre lang konnte die Zahl der Wohnungsneubauten nicht mit dem offensichtlichen Bedarf mithalten. Die Gentrifizierung einiger Viertel, die bis vor wenigen Jahren noch billigen Wohnraum boten, hat viele Mieter an den Stadtrand getrieben. Wer heute in Hamburg eine Miet- oder Eigentumswohnung sucht – und das gilt für viele andere Metropolen auch – wird nicht selten mit Mondpreisen konfrontiert. Nach einer Untersuchung der Bausparkasse LBS verteuerten sich gebrauchte Eigentumswohnungen in der Hansestadt im Schnitt um 12,5 Prozent – innerhalb eines Jahres von Januar 2012 bis Januar 2013. In besonders begehrten Lagen sind Preise über 6000 Euro pro Quadratmeter üblich. Unerschwinglich für eine Normalverdienerfamilie.

Aber die Lage auf dem Hamburger Immobilienmarkt ist durchaus nicht so angespannt wir von interessierter Seite (Makler, Baufinanzierer) gern behauptet. Wer etwa bereit ist, auch in ein weniger trendiges Viertel zu ziehen, zahlt deutlich weniger, stellenweise sogar nur ein Drittel dessen, was für Toplagen aufgerufen wird. Tatsächlich es nämlich so, dass die Preise nicht generell steigen. Sie steigen in den begehrten Vierteln wie St. Georg, Harvestehude und neuerdings auch in Barmbek-Süd. In anderen aber fallen sie: So sanken die Preise für eine gebrauchte Eigentumswohnung im Stadtteil Alsterdorf, ein eher grünes und bürgerliches Viertel in Flughafennähe, im letzten Jahr um über 15 Prozent. In anderen Vierteln blieben die Preise stabil, sie liegen teilweise unter 2000 Euro für den Quadratmeter.

Wer also bereit ist, bei der Lage Abstriche zu machen, dürfte Wohnraum zu einem angemessenen Preis finden. Und sollte sich nicht durch das Gerede von angeblicher Wohnungsnot und immer weiter steigenden Preisen zu einem überteuerten Fehlkauf hinreißen lassen. In Hamburg schon gar nicht – die letzte Volkszählung ergab nämlich, dass etwa 80 000 Menschen weniger in der Stadt leben als angenommen. Das sind 80 000 Menschen, die definitiv keine Wohnung suchen oder brauchen.

Foto: Thomas Meins

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