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ADIEU PARIS

ADIEU PARIS

Adieu Paris„Adieu Paris“ erzählt in schönen, starken Bildern vom Abschied nehmen. Nicht unbedingt von der ewigen Stadt der Liebe, aber vom gewohnten Leben oder der Liebe seines Lebens. Jessica Schwarz, Sandrine Bonnaire und Hans-Werner Meyer kämpfen um Liebe, Verlust und die Hoffnung auf eine zweite Chance – zu sehen ab dem 11. Juli im Kino.

Die junge Schriftstellerin Patrizia Munz (Jessica Schwarz) ist live am Telefon dabei, als die große Liebe ihres Lebens Jean-Jacques (Jean-Yves Berteloot) auf den nächtlichen Straßen von Paris mit dem Auto verunglückt. Als sie endlich von Düsseldorf aus, an seinem Krankenbett in Paris eintrifft, sitzt da bereits eine andere Frau, nämlich Jean-Jacques Frau Francoise (Sandrine Bonnaire), von deren Existenz Patrizia bis dato nichts geahnt hat.

Adieu Paris1Zunächst will Francoise die Geliebte nicht am Bett ihres Mannes dulden. Und Jean-Jacques liegt im Koma und somit die Entscheidung über sein Leben allein in den Händen der Ehefrau. Sie kennt aber ganz offensichtlich wichtige Teile seines Lebens nicht und so bezieht sie Patrizia schließlich mit ein. Die will sich aber dieser aufopfernden Verantwortung nicht stellen und flüchtet zurück nach Düsseldorf und in die nächstbeste Affäre.

Auf einem ihrer Paris-Flüge lernt Patrizia den Investmentbanker Frank (Hans-Werner Meyer) kennen, der hofft, in der Stadt der Liebe den Deal seines Lebens abzuschließen. Doch der Coup geht gründlich in die Hose und Frank verliert in Folge Job, Frau, Kind und Haus. Geblieben ist ihm die Bekanntschaft zu Patrizia.

Adieu Paris2Doch die beiden wissen nicht so recht, ob sie sich nun voneinander angezogen oder abgestoßen fühlen. Beide stehen vor den Trümmern ihres Lebens und halten dem anderen mit dem eigenen Scheitern einen Spiegel vor. Also lesen sie sich gegenseitig erst einmal gehörig die Leviten, treffen den anderen mit der Wahrheit bis ins Mark – und schließlich, aber bis dahin vergehen noch einige Filmminuten, auch ins Herz.

Immer wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue, man muss nur bereit sein, durch sie zu gehen. Wie schwer es ist diese Bereitschaft zu entwickeln, um in ein neues, vielleicht wertvolleres Leben aufzubrechen, zeigen die drei vom Schicksal hinterrücks angefallenen Figuren aus Franziska Buchs Drama „Adieu Paris“. Sie alle müssen ihre bisherigen Wertvorstellungen überprüfen und ihr altes Leben loslassen.

Sicherlich wären die von Sandrine Bonnaire und Jessica Schwarz wunderbar gespielten Frauen gerne zu einem anderen Zeitpunkt mit ausgefahrenen Krallen aufeinander losgegangen, aber im Angesicht des Todes des von beiden geliebten Mannes gehen sie – wenn auch zögerlich – aufeinander zu. Eine spannende Konstellation (Drehbuch: Martin Rauhaus), Geliebte und Ehefrau aufeinander treffen zu lassen und ihre Kämpfe mit sich selbst und der Konkurrentin so lange zu beobachten, bis Großherzigkeit und Würde über jede Kleingeistigkeit beider Frauen obsiegt. Das sind leise und berührende Momente, von denen der Film immerhin einige bereit hält.

Adieu Paris_PlakatKinostart: 11. Juli; Regie: Franziska Buch; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 101 Min.; Verleih: Farbfilm; Link: farbfilm-verleih.de/adieu_paris

 

 

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