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DAS GLÜCK DER GROSSEN DINGE

DAS GLÜCK DER GROSSEN DINGE

_WMK6241.NEF1897 erschien Henry James Entwicklungsroman „Maisie“, in dem ein unglückliches, kleines Mädchen zwischen die Fronten ihrer sich trennenden Eltern gerät. Frei nach diesem Roman entstand „Das Glück der großen Dinge“, der mit toller Besetzung und großartig gespielt am 11. Juli ins Kino kommt. 

 

 

Auch in „das Glück der großen Dinge“ heißt die Protagonistin Maisie (Onata Aprile). Sie ist die Tochter gut situierter, kreativer Eltern und wächst bei ihnen mit Kindermädchen Margo (Joanna Vanderham) in einem großzügigen New Yorker Appartement auf. Sie ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter Susanna (Julianne Moore), eine in die Jahre gekommene Rock-Ikone und ihr Vater Beale (Steve Coogan), der sein Geld als Kunsthändler macht, sich trennen. 

Ein erbitterter Kampf um das Sorgerecht beginnt. Maisie, die einmal der wertvollste Schatz ihrer Eltern war, wird zum Verhandlungsgegenstand, auf den beide Seiten unnachsichtig ihre Ansprüche erheben. Selbstverständlich will keiner der beiden überhaupt auf irgendetwas verzichten, weder auf das Kind, noch auf die Karriere, auch nicht auf ein Liebes- oder Sozialleben. So bleibt Maisie auf der Strecke.

MAISIE_DAY_6_NR__1948.NEFAusgerechnet das Kindermädchen Margo, nach Maisie die Jüngste in der Geschichte, ist immer wieder in der Lage über ihren eigenen Tellerrand zu blicken. Sie fühlt sich in Maisie ein und handelt großherzig und uneigennützig zum Kindeswohl. Dabei ist sie dem Vater längst in seine Wohnung gefolgt und hat mit ihm eine Beziehung angefangen. Beale liebt zwar seine Tochter, kann aber nicht wirklich etwas mit ihr anfangen. Außerdem fehlt ihm die Muße, da er beruflich viel zu sehr eingespannt ist.

Das Gericht hat aber beiden Eltern das Sorgerecht zugesprochen und wenn Maisie bei ihrem Vater ist, verbringt sie die Zeit in der Obhut von Margo. Die wird immerhin ein verlässlicher Fixpunkt in Maisies chaotischem Leben, bis auch die Beziehung zwischen Beale und Margo in die Brüche geht.

_WMK6430.NEFAuch der neue Partner von Susanna, der deutlich jüngere Lincoln (Alexander Skarsgård), ein sympathischer, kinderlieber Schlacks, bringt Stabilität in Maisies Kosmos. „Ich habe ihn für dich geheiratet“, verrät Susanna ihrer Tochter, gerät dann aber doch eifersüchtig aus dem Häuschen, als sie sieht, dass Maisie echte Zuneigung zu ihrem neuen Stiefvater entwickelt.

Schütteln und Rütteln möchte man das rücksichtslose Elternpack, ihnen Kind und Sorgerecht entreißen. Dabei sind weder Susanna noch Beale unsympathisch gezeichnet, aber eben egozentrisch und unreflektiert, die Bedürfnisse ihres unschuldigen Kindes mit Füßen tretend.

Dem Regie-Duo David Siegel und Scott McGehee ist es gelungen, das leise Drama gänzlich aus Maises Perspektive zu zeigen. Es gibt kaum eine Szene ohne sie, ohne ihre fragenden, oft traurigen dunklen Augen. Sie wird heiß und innig geherzt, es wird an ihr gezerrt, hin und her wird sie geschubst – und dann allein gelassen. Dass die Kleine am Ende die Hände ergreifen darf, die ihr Halt und Schutz bieten, entbehrt zwar der Realität, aber wer will im Kino nicht doch ein bisschen Zuversicht auf eine bessere Welt mit nach Haus nehmen.

Das Glueck der grossen Dinge_PlakatKinostart: 11. Juli; Regie: David Siegel und Scott McGehee; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 99 Min.; Verleih: Pandastorm Pictures GmbH; Link: dasglueckdergrossendinge.de

 

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