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Spiel des Jahres 2013

Spiel des Jahres 2013

Spiel des Jahres_LogosDie weltweit wichtigste Auszeichnung für Spiele „Spiel des Jahres“ wurde dieses Jahr bereits zum 35. Mal verliehen, zum dritten Mal zusammen mit dem „Kennerspiel des Jahres“ und zum zweiten Mal am Kurfürstendamm in Berlin. Welche der jeweils drei nominierten Spiele in beiden Kategorien wurden nun gestern gekürt?

 

„Es kommt nicht auf die Schachtelgröße an. Oft sind gerade kleine preiswerte Spiele sehr raffiniert und bieten enormen Spielspaß. Weil sie überall hin mitgenommen und nahezu an jedem Ort gespielt werden können, sind manche von ihnen die idealen Botschafter, um das Spiel als Kulturgut in Familie und Gesellschaft weiter zu verbreiten, was ja das zentrale und eigentliche Anliegen ist, das die Jury ‚Spiel des Jahres‘ mit ihren Preisen, Nominierungen und Empfehlungslisten verfolgt“, so Tom Felber, Vorsitzender des Vereins „Spiel des Jahres“.

„Der Entscheid, dieses Jahr von den Ausmaßen auch sehr kleinformatige, im Gehalt aber durchaus Spiele mit großem Format zu nominieren, mag deshalb einerseits als ein Statement wirken, das längst fällig war. Andererseits ist die Jury aber überzeugt davon, dass jedes der nominierten Spiele das Potenzial hat, um auch tatsächlich ausgezeichnet zu werden.“

Spiel des Jahres 2013_Logos30 Spiele hat die Jury dieses Jahr auf ihre Empfehlungslisten gesetzt und in drei farblich getrennten Kategorien je drei Titel für einen Hauptpreis nominiert: Blau steht für Kinderspiele, Rot bezeichnet Spiele für Alle, und mit der Farbe Anthrazit sind Spiele für erfahrenere Leute gekennzeichnet. Die Trennlinie zwischen „Spiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ führt hauptsächlich über den Aufwand, der notwendig ist, um in die jeweiligen Spielewelten eintreten zu können.

Auch außerhalb des Kinderspiel-Bereichs setzt die Jury den Schwerpunkt erneut bei den Spielen mit leichterem Zugang, um vor allem Leuten, die keine Experten sind, Rat und Orientierungshilfe zu bieten. Zwar erschienen im Laufe des vergangenen Jahres im komplexeren Bereich Spiele in Hülle und Fülle auf dem Markt, die meisten von ihnen wandelten – nach Ansicht der Jury – aber doch auf zwar soliden, aber eher bekannten Pfaden. Auf Innovatives und Unerwartetes, das auch funktioniert, stieß man weit häufiger im roten Jury-Bereich, was sich auch in der Liste widerspiegelt.

„Hat man sich durch den gesamten Jahrgang gespielt, bleibt eine große Zahl von kooperativen Spielen in der Erinnerung haften: Spiele, bei denen die Spieler als Gruppe gemeinsam gewinnen oder verlieren, liegen nach wie vor im Trend. Die Systeme sind dabei in den vergangenen Jahren immer ausgeklügelter geworden, so dass das gemeinsame Erlebnis tatsächlich ähnliche Spannungen erzeugt wie der Wettbewerb gegen Konkurrenten. Nicht immer geht es darum, gemeinsam ein Unheil abzuwenden, sondern der Reiz kann auch durchaus nur darin liegen, konstruktiv im Team einen Highscore hoch zu treiben“, berichtet Felber weiterhin.
„Auffallend ist sodann, dass viele alte klassische Spielmechanismen auf überraschende oder schräge Weise neu interpretiert werden. Mehreren Spielen, die dieses Jahr auf den Listen zu finden sind, liegen zwar bekannte traditionelle Ideen zu Grunde, die aber auf völlig unerwartete Weise auf neue Ebenen gehoben werden: Das klassische ‚Bingo‘ wird mit taktischen Komponenten versehen, Karten hält man plötzlich verkehrt herum in der Hand. Bei Würfeln gilt nicht nur, welchen Wert sie zeigen, sondern auch wo sie landen. Das Schokoladen-Spiel wird zum hektischen Tempel-Abenteuer umgemodelt.
Die Jury hat dieses Jahr bewusst mehrere Spiele mit einem Platz auf der Liste gewürdigt, bei denen Spielsystem und Spielthema ganz besonders gelungen zu einer Einheit verschmelzen. Einige der empfohlenen Spiele entfalten ihren Reiz allerdings nicht immer offensichtlich in der ersten Partie, sondern erst wenn man sich mit zunehmender Spielerfahrung tiefer und tiefer in ihren Sog begibt.“

Jury „Spiel des Jahres 2013“ und „Kennerspiel des Jahres 2013“
Spiel des Jahres 2013 JuryDer Verein Spiel des Jahres e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verbreitung des Kulturguts Spiel in Familie und Gesellschaft zu fördern. Dazu vergibt er für den deutschsprachigen Raum seit 1979 die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ und seit 2001 auch die Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres“. Seit 2011 verleiht der Verein zudem die Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“ – ein Preis, der sich an Menschen richtet, die beim Spielen eine etwas größere Herausforderung suchen. Stimmberechtigt sind ausschließlich unabhängige Fachjournalisten, die in die Jury berufen werden und sich strikt am Verbraucher orientieren. Bei der Wahl „Spiel des Jahres 2013“ und „Kennerspiel des Jahres 2013“ waren zehn Jury-Mitglieder aus dem Verein Spiel des Jahres stimmberechtigt.

Die Wahlkriterien:
Für das Wahlverfahren werden alle Neuerscheinungen im Bereich der Familien- und Erwachsenenspiele des laufenden und des vorangegangenen Kalenderjahres berücksichtigt. Auf einer mehrtägigen Klausurtagung erarbeitet die Jury die Nominierungslisten für das „Spiel des Jahres“ und das „Kennerspiel des Jahres“, die in diesem Jahr jeweils drei Titel umfassen. Zudem veröffentlicht die Jury Empfehlungslisten, die auf weitere gute Spiele aus den Kategorien „Spiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ hinweisen. Alle Wahl-Entscheidungen erfordern eine absolute Mehrheit. In Berlin findet der abschließende Wahlgang der Siegertitel statt. Entscheidend für die Wahl sind vier Kriterien:
1. Spielidee (Spielspaß, Originalität, Spielwert)
2. Regelgestaltung (Aufbau, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit)
3. Design (Funktionalität, Verarbeitung)
4. Layout (Karton, Spielplan, Regel)

Für die Verwendung seines Logos erhält der Verein Spiel des Jahres e.V. Lizenzgebühren von den Verlagen. Die Einnahmen verwendet er, um eine Geschäftsstelle zu unterhalten, einen Internet-Auftritt zu betreiben, Informations-Broschüren zu drucken und sich auf Messen zu präsentieren. Darüber hinaus finanziert der Verein u.a. ein Stipendium für Spieleautoren und unterstützt im Rahmen eines jährlichen Förderprogramms Projekte rund ums Kulturgut Spiel. Die Mitglieder üben die Jury-Tätigkeit ehrenamtlich aus.

„Es ist der Jury bewusst, dass der eine oder andere Spielefan sein Lieblingsspiel auf der Liste vermissen wird. Schon aus Platzgründen konnten auch diesmal nicht alle guten Spiele berücksichtigt werden. Die Jury ist aber überzeugt, dass für jeden Geschmack, jeden Anspruch, jede Gruppensituation und jedes Alter etwas Passendes dabei ist“, so Felber.
„Bei der Selektion ins Gewicht fiel diesmal leider bei einigen vielversprechenden Titeln auch, dass der Erscheinungstermin zu knapp vor der Klausurtagung lag, so dass die Spiele für eine seriöse Beurteilung nicht sinnvoll und oft genug gespielt und ausprobiert werden konnten. Allgemein bekannt dürfte inzwischen zudem sein, dass originelle Spielideen der Jury nicht genügen, selbst wenn sie genial sind. Es kommt auch sehr auf deren Umsetzung, auf das Gesamtprodukt an. Durch suboptimale Redaktionsarbeit, die in Material-, Design- oder Spielregelmängeln zum Ausdruck kam, wurde einmal mehr das Potenzial mehrerer aussichtsreicher Spieletitel geschmälert oder sogar vernichtet. Ein Hauptproblem ist nach wie vor, dass noch immer zu viele Spielregeln in Bezug auf Übersichtlichkeit, Klarheit und den didaktischen Aufbau zu wünschen übrig lassen.“

Nominiert zum „Spiel des Jahres 2013“:
Alle drei für das „Spiel des Jahres“ nominierten Spiele haben gemeinsam, dass die Wartezeiten minimal sind, weil die Beteiligten zum Teil zeitgleich aktiv sind. Mal wird zusammen ein möglichst wertvolles Feuerwerk gezündet, mal dürfen auch die von Gegnern geworfenen Würfel klug genutzt werden, mal wird Bingo, das eh simultan gespielt wird, taktisch verfeinert ins alte Rom transferiert.

AUGUSTUS
von Paolo Mori

Spiel des Jahres 2013_AugustusBingo im Alten Rom: Die Spieler sammeln Legionen auf den Zielkarten in ihrer Auslage, um die Kontrolle über Provinzen und Personen zu erlangen. Dazu werden Pappplättchen mit unterschiedlich häufig vorkommenden Symbolen, wie Streitwagen oder Dolch, aus einem Sack gezogen. Stimmt das Symbol mit dem auf einer eigenen Karte überein, darf hier eine Legion platziert werden. Wer alle der zwei bis sechs Felder einer Karte besetzt hat, ruft „Ave Caesar“ und aktiviert damit die Karte: Das bringt Punkte und löst Sonderaktionen aus.
Alles Glückssache? Nein. Bei der Wahl von neuen Zielkarten sind taktische Überlegungen erforderlich: Welche Kombinationen harmonieren miteinander? Und wie lassen sich die Bonuspunkte abgreifen? Wer den Zufall am besten zähmt, wird Konsul unter Kaiser Augustus.

Begründung der Jury:
Spiel des Jahres 2013_NominierungAugustus reichert das als Lotterie bekannte Bingo geschickt mit taktischen Elementen an und führt damit ein fast 100 Jahre altes Prinzip auf eine neue Ebene mit mehr Spieltiefe. Trotz der zusätzlichen Regeln behält das Spiel die Leichtigkeit und Kurzweil seines Vorbilds. Mehr noch: Augustus fesselt die Spieler, da sie stets gemeinsam erwartungsvoll dem nächsten aus dem Beutel gezogenen Plättchen entgegensehen – das garantiert Spannung für alle bis zum Schluss.

Der Autor:
Der 26-jährige Paolo Mori lebt in Parma. Neben seiner Berufstätigkeit an der Universität entwickelt der Italiener seit etwa acht Jahren Gesellschaftsspiele. Darunter sind auch strategische Schwergewichte wie „Vasco da Gama“. Neben der Nominierung für „Augustus“ schaffte es mit „Libertalia“ noch ein weiterer Mori-Titel auf die diesjährige Empfehlungsliste. „Ich habe wunderbare Ideen, die aber meist nutzlos sind“, sagt der Autor über sich selbst.

Der Grafiker:
Vincent Dutrait wohnt im französischen Le Perreux-sur-Marne. Der 37-Jährige illustriert seit 13 Jahren Spiele und lieferte die Grafiken unter anderem für die Titel „Mundus Novus“, „Water Lily“ und „Tikal 2“. Der hauptberufliche Illustrator mag es, anderen Menschen mit seinen Werken Träume zu schenken.

Der Verlag:
Der vor sieben Jahren gegründete Schweizer Verlag Hurrican mit Sitz in Genf ist zum ersten Mal mit einem seiner Spiele nominiert für den Preis „Spiel des Jahres“. Im Jahr 2009 landete das Hurrican-Spiel „Mow“ auf der Empfehlungsliste.

Augustus
Verlag: Hurrican (Vertrieb: Asmodee)
für 2 – 6 Spieler ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Preis: ca. 30 Euro

QWIXX
von Steffen Benndorf

Spiel des Jahres 2013_QwixxQwixx geht fix und mischt eine Prise Taktik ins Würfelglück: Alle Spieler gehen auf Jagd nach Zahlen, die auf dem Wertungsblock in vier Farbreihen, entweder von zwei bis zwölf oder von zwölf bis zwei, aufgelistet sind. Ein Spieler wirft sechs Würfel und sagt die Summe der beiden weißen Würfel an. Jeder darf diese Zahl in einer beliebigen Reihe ankreuzen – sofern er mit diesem Kreuz rechts von allen anderen Kreuzen in dieser Reihe bleibt. Der aktive Spieler selbst darf nach dieser Regel nun zusätzlich die Summe aus einem weißen und einem farbigen Würfel in der zugehörigen Reihe markieren. Kann der Würfler nichts eintragen, kassiert er Minuspunkte. Pluspunkte gibt es für die Anzahl der Kreuze in einer Reihe: je mehr, desto besser. Extra-Zähler erhält, wer eine Reihe für alle Teilnehmer schließt.

Begründung der Jury:
Spiel des Jahres 2013_NominierungMit minimalem Materialeinsatz bietet „Qwixx“ maximalen Würfelspaß. Das quicke Spiel in der kleinen Schachtel und mit schnell verstandener Regel begeistert alle Generationen gleichermaßen. Da jeder von jedem Wurf profitieren kann, fiebern immer alle Spieler dem nächsten Würfelergebnis entgegen. Risiko eingehen oder vorsichtig agieren? Die kurzweilige Mischung aus Glück und Taktik hat das Potenzial, ein Dauerbrenner zu werden – zumal es in jedes Reisegepäck passt.

Der Autor:
Steffen Benndorf lebt in Röthenbach an der Pegnitz. Der 38-jährige Ingenieur ist verheiratet und hat drei Kinder. Vor „Qwixx“ veröffentlichte er bereits drei weitere kleine Würfelspiele, darunter „Fiese 15“ und „Mensch ärgere dich nicht mal anders“.

Die Grafiker:
Die in Düsseldorf lebenden Grafik-Designer Sandra (44) und Oliver Freudenreich (47) haben zusammengezählt bislang weit über 200 verschiedene Spiele illustriert. Insbesondere Oliver Freudenreich war bereits für viele deutsche und internationale Verlage tätig.

Der Verlag:
Der Nürnberger-Spielkarten-Verlag hat eine wechselvolle Vergangenheit. Das 1948 als Spielkartenfabrik Heinrich Schwarz gegründete Unternehmen verlor zwischen 1989 und 1995 seine Eigenständigkeit, wurde dann aber wieder selbstverantwortlich. Seinen heutigen Namen trägt der Verlag seit 1991. Im vergangenen Jahr hat der NSV begonnen, verstärkt Autorenspiele zu veröffentlichen. „Qwixx“ ist die erste Nominierung zum „Spiel des Jahres“ für die Zirndorfer.

Qwixx
Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
für 2 – 5 Spieler ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Preis: ca. 8 Euro

Nominiert und zum „Spiel des Jahres 2013“ gekürt:

HANABI
von Antoine Bauza

Spiel des Jahres 2013_HanabiDas Wort „Hanabi“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie Feuerblume oder Feuerwerk. In diesem Fall steht „Hanabi“ für ein ungewöhnliches kooperatives und kommunikatives Kartenspiel. Karten mit Feuerwerksbildern werden in Reihen nach Farben und Zahlen geordnet abgelegt. Das einzige Problem: Die Spieler nehmen ihre Karten falsch herum auf. Anders als gewohnt sehen sie nicht die eigene Kartenhand,
blicken aber ständig in die Karten der Mitspieler. Aus Hinweisen wie: „Diese Karten sind blau“ oder „Du hast eine Drei, diese ist es“ und mit dem Wissen aus vorherigen Runden muss der Spieler erkennen, welche Karte er ausspielen oder abwerfen sollte. Die Zahl der Hinweise ist jedoch begrenzt, und nach drei Fehlern ist das Spiel verloren. Wer schafft das Maximum an Punkten: das perfekte Feuerwerk?

Begründung der Jury:
Spiel des Jahres 2013_Logo„Hanabi“ überzeugt durch einen bislang einmaligen Mix aus kooperativen, kommunikativen und deduktiven Spielelementen. Die falsch herum gehaltenen Karten sorgen nicht nur für einen ungewohnten Anblick, sondern sie fördern auch das konzentrierte Zusammenspiel. Es fasziniert, wie die Gruppen von Partie zu Partie besser harmonieren und lernen, aus klugen Tipps die richtigen Schlüsse zu ziehen. Gelingt ein legendäres Karten-Feuerwerk, ist die Freude groß.


Der Autor:

Antoine Bauza ist 34 Jahre alt und wohnt in Valence in der Nord-Provence. Seit 2009 arbeitet der ausgebildete Lehrer und Game Designer als selbstständiger Autor. Dabei entwickelt er nicht nur Gesellschaftsspiele, sondern er schreibt unter anderem auch Kinder- und Jugendbücher. Sein größter Erfolg war bislang die Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“ für „7 Wonders“ im Jahr 2011.

Spiel des Jahres 2013_Sieger

Die Grafikerin:
Albertine Ralenti (Jahrgang 1976) lebt ebenfalls im französischen Valence. Sie koloriert Comics, arbeitet als Grafikdesignerin und ist teilweise auch als Lehrerin tätig. „Hanabi“ ist das erste von ihr illustrierte Gesellschaftsspiel; zuvor hatte sie bereits für einige Spiele die Illustrationen koloriert.

Der Verlag:
Der familiengeführte Verlag Abacusspiele wurde 1989 gegründet und hat seinen Sitz in Dreieich bei Frankfurt. Den größten Erfolg feierte das Unternehmen im Jahr 2007, als es mit „Zooloretto“ den Preis „Spiel des Jahres“ gewann. Zum Verlagsprogramm gehört auch „Husarengolf“, das 1997 von der Jury „Spiel des Jahres“ mit dem „Sonderpreis Geschicklichkeitsspiel“ ausgezeichnet wurde und kürzlich in der Sendung „Schlag den Raab“ bundesweite Aufmerksamkeit fand.

Spiel des Jahres 2013_Hanabi PackungHanabi
Verlag: Abacusspiele
für 2 – 5 Spieler ab 8 Jahren (Empfehlung der Jury: ab 10 Jahren)
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Preis: ca. 8 Euro

 

 

„Spiel des Jahres“ – die bisherigen Gewinner

Nominiert zum „Kennerspiel des Jahres 2013“:
Zum dritten Mal vergibt der Verein Spiel des Jahres einen dritten Hauptpreis. Mit Einführung der Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“ hat die Jury im Jahr 2011 auf Veränderungen am Brettspielmarkt reagiert. Denn das Angebot und auch die Nachfrage sind im Bereich der Spiele mit größeren Anforderungen und komplexerem Spielverlauf stark gewachsen. Das „Kennerspiel des Jahres“ soll vor allem denjenigen Menschen eine Orientierungshilfe bieten, die schon längere Zeit spielen und Erfahrung beim Erlernen neuer Spiele mitbringen. „Damit sind aber nicht die absoluten Profis gemeint, sondern eher Menschen, die sich vom ‚Spiel des Jahres‘ nicht mehr ausreichend gefordert fühlen“, erklärt Bernhard Löhlein, Sprecher des Vereins Spiel des Jahres. Vereinsvorsitzender Tom Felber ergänzt: „Die Trennlinie zwischen ‚Spiel des Jahres‘ und ‚Kennerspiel des Jahres‘ führt hauptsächlich über
den Aufwand, der notwendig ist, um in die jeweilige Spielwelt eintreten zu können.“

Die diesjährige Nomination für das „Kennerspiel des Jahres“ gleicht einem geografischen kleinen ABC. Alle drei Spiele entführen in fiktive oder ferne Orte: Andor, Brügge und Carrara. Je nach Vorliebe muss ein Land vor Horden einfallender Bösewichte geschützt werden oder es gilt, entweder in der ersten Börsenstadt Europas Einfluss, Macht und Status zu gewinnen oder mit Marmor aus Carrara, der in verschieden wertvollen Qualitäten abgebaut wird, Paläste, Kirchen und Patrizierhäuser in Italien zu errichten.
Zwei hervorragende Strategie-Spiele, die aufgrund ihrer Einstiegshürden, Komplexitäten und Spiellängen über dem Bereich stehen, den die Jury als nominierungsfähig für das Kennerspiel erachtet, wurden zusätzlich auf die Empfehlungsliste gesetzt.

BRÜGGE
von Stefan Feld

Kennerspiel des Jahres 2013_BrueggeIm mittelalterlichen Brügge bauen die Spieler Häuser und Kanäle, üben Einfluss im Rathaus aus und fürchten Schäden durch Bedrohungen wie Pest und Intrigen. Nur gut, dass sie die Vorteile verbündeter Personen nutzen können: Von den insgesamt 165 unterschiedlichen Charakteren hat ein Spieler zu Rundenbeginn jeweils fünf auf der Hand. Allerdings haben diese Karten – das zentrale Element in diesem Taktikspiel – noch viele andere Funktionen: Sie schütten Einkommen aus, werben dringend benötigte Handlanger an oder lassen sich in Häuser umwandeln, in die andere Personen einziehen können. Immer wieder stellt sich die knifflige Frage: Welche Karte für welche Aktion nutzen? Zumal die Farbe der Karten auch noch eine Rolle spielt. Wer schmiedet die besten Allianzen und sammelt so die meisten Punkte?

Begründung der Jury:
Kennerspiel des Jahres 2013_NominierungIm Mittelalter war selbst für aufstrebende Kaufleute in einer wohlhabenden Handelsstadt das Leben hart. „Brügge“ bildet eindrucksvoll ab, wie sehr das Schicksal zuschlagen konnte – im Guten wie im Schlechten. Würfelergebnisse und Kartenglück bestimmen das Los der Spieler. Aber nicht nur: „Brügge“ beeindruckt ebenso mit einer Vielzahl an Lösungsmöglichkeiten, um dem Zufall ein Schnippchen zu schlagen – und das vor einem perfekt in Szene gesetzten historischen Stadtbild.

Der Autor:
Stefan Feld wurde 1970 in Karlsruhe geboren und lebt seit 2002 in Gengenbach im Schwarzwald. Hauptberuflich ist er als stellvertretender Schulleiter am dortigen Gymnasium tätig. Spiele erfindet er seit 1998, wobei es erst 2005 zu seiner ersten Veröffentlichung kam. Seine Schwerpunkte im spielerischen Bereich setzt er bei den Vielspielerspielen und den gehobenen Familienspielen.

Der Grafiker:
Michael Menzel ist 37 Jahre alt und lebt mit seiner Familie am linken Niederrhein. Seit rund neun Jahren illustriert er Brettspiele. Für Hans im Glück sind unter anderem „Thurn und Taxis“ (Spiel des Jahres 2006), „Stone Age“ und „Santa Cruz“ entstanden. Für die Arbeit an „Brügge“ recherchierte er einen Tag lang in der Stadt. In diesem Jahr ist Menzel mit „Die Legenden von Andor“ zudem als Autor nominiert.

Der Verlag:
Der Münchener Verlag Hans im Glück hat seit Beginn des 21. Jahrhunderts bereits dreimal den Preis „Spiel des Jahres“ gewonnen. „Carcassonne“, der Gewinner aus dem Jahr 2001, ist ein echter Dauerbrenner. Zudem gewannen „Thurn und Taxis“ (2006) und „Dominion“ (2009) den begehrten Preis. In diesem Jahr ist der Verlag gleich mit zwei Spielen auf der Nominierungsliste für das „Kennerspiel des Jahres“.

Brügge
Verlag: Hans im Glück (Vertrieb: Schmidt Spiele)
für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren (Empfehlung der Jury: ab 12 Jahren)
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Preis: ca. 37 Euro

DIE PALÄSTE VON CARRARA
von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling

Kennerspiel des Jahres 2013_Die Paläste von CarraraAls Fürsten im Italien des 16. Jahrhunderts errichten die Spieler prächtige Bauten, um in der Gunst des Königs zu punkten. Doch nicht jedes Baumaterial kann in jeder der sechs Städte verwendet werden. Die benötigten Steine werden auf dem als Drehscheibe gestalteten Markt erworben. Selbstverständlich ändern sich hier die Kosten von Runde zu Runde. Wer zur richtigen Zeit kauft, kommt günstiger an die favorisierten Gebäudeplättchen. Zudem müssen die Spieler die Vorhaben der Konkurrenten im Blick haben, sonst verpassen sie den passenden Moment für die Wertungen. Eile ist geboten – zumal der König die verschiedenen Baustile nur begrenzte Zeit belohnt und dieses Strategiespiel mit variablen Kriterien für die Punktvergabe überraschend schnell beendet sein kann.

Begründung der Jury:
Kennerspiel des Jahres 2013_NominierungVon der Materialbeschaffung über die Gebäude-Wertungen bis zum innovativen Ansagen der Schlussrunde – bei „Die Paläste von Carrara“ kommt es stets auf das richtige Timing an. Die Suche nach den besten Zeitpunkten für die Aktionen verleiht dem Spiel einen bis zum Ende tragenden Spannungsbogen. Vorbildlich ist die Zweiteilung der Regel: Das Grundspiel erleichtert Neulingen den Einstieg, die Erweiterung stellt Fortgeschrittene immer wieder vor neue Herausforderungen.


Die Autoren:

Wolfgang Kramer ist der Grandseigneur unter den Spieleautoren und einer der erfolgreichsten Spieleerfinder weltweit: Bereits fünfmal erhielt der 70-jährige Stuttgarter die Auszeichnung „Spiel des Jahres“, darunter zweimal in der Zusammenarbeit mit Co-Autor Michael Kiesling: für „Tikal“ (1999) und „Torres“ (2000). Kramer, gelernter Betriebswirt und Informatiker, arbeitet seit 1989 hauptberuflich als Spieleautor. Kiesling (Jahrgang 1957) lebt in Bremen. Der Diplom-Ingenieur erfindet seit 1995 Spiele.

Der Grafiker:
Franz Vohwinkel (Jahrgang 1964) studierte in Darmstadt Grafikdesign. Während dieser Zeit lernte er den Spieleautoren Klaus Teuber kennen und illustrierte für ihn erstmals ein Spiel („Drunter & Drüber“, „Spiel des Jahres 1991“). Seitdem hat er mehr als 200 Spiele grafisch gestaltet. Daneben arbeitet Vohwinkel auch als Fantasy- und Science-Fiction-Zeichner. Gemeinsam mit seiner Frau und Grafikerin Imelda Vohwinkel lebt und arbeitet er seit 2006 in Seattle an der Westküste der USA.

Der Verlag:
Der Münchener Verlag Hans im Glück hat bereits sechsmal den Preis „Spiel des Jahres“ gewonnen: erstmals 1991 mit „Drunter und drüber“, zuletzt im Jahr 2009 mit „Dominion“. Für die Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“ ist der Verlag zum ersten Mal nominiert – und das gleich mit zwei Titeln.

Die Paläste von Carrara
Verlag: Hans im Glück (Vertrieb: Schmidt Spiele)
für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Preis: ca. 44 Euro

Nominiert und zum „Kennerspiel des Jahres 2013“ gekürt:

DIE LEGENDEN VON ANDOR
von Michael Menzel

Kennerspiel des Jahres 2013_Die Legenden von AndorBöse Kreaturen bedrohen das Land Andor. Allen voran der Drache Tarok flößt den Untertanen von König Brandur Angst ein. Doch einige Helden stellen sich dem Kampf. Als Zwerg, Zauberer, Bogenschütze oder Krieger schließen sich die Spieler zusammen, um in diesem kooperativen Fantasy-Spiel unterschiedliche, schwierige Abenteuer zu bestehen. In den so genannten Legenden kommt es darauf an, zielstrebig zu agieren und die besonderen Fähigkeiten der einzelnen Helden effizient zu nutzen. Wer Willen und Stärke bündelt, hat bessere Chancen im Würfel-Duell gegen Skrale oder Wardraks. Doch fast alle Aktionen kosten Zeit. Ist das Legendenziel nicht rechtzeitig erreicht, gewinnt das Böse. Worin das Ziel besteht, erfahren die Helden erst während des Spiels, wenn die Legende nach und nach erzählt wird.

Begründung der Jury:
Kennerspiel des Jahres 2013_LogoEin Spiel wie ein Roman: Auf grandiose Weise entführt Die Legenden von Andor in eine einmalige Fantasy-Welt. Von Abenteuer zu Abenteuer offenbart sich den Spielern immer mehr das Schicksal des Landes Andor und lässt die Helden immer tiefer in die stimmungsvolle Geschichte eintauchen – das Spiel wird zum Erlebnis. Innovativ ist zudem die Regel-Gestaltung: Die Losspiel-Anleitung ermöglicht einen schnellen Start; Details werden erst dann erklärt, wenn sie benötigt werden.


Der Autor und Grafiker:

Michael Menzel ist 37 Jahre alt und lebt mit seiner Familie am linken Niederrhein. Seit rund neun Jahren illustriert er Brettspiele und ist mittlerweile einer der gefragtesten Grafiker in der Branche. Vor sieben Jahren gewann das von ihm illustrierte „Thurn und Taxis“ den Preis „Spiel des Jahres“. 2011 erhielt er für „Eselsbrücke“ den Preis „Graf Ludo“ für die beste Grafik eines Familienspiels. Für Kosmos illustrierte er
das beliebte Spiel „Die Siedler von Catan“ neu. „Die Legenden von Andor“ ist sein Erstlingswerk als Autor. Auch dessen Grafiken stammen größtenteils von ihm.

Kennerspiel des Jahres 2013_SiegerJPG

Der Verlag:
Kosmos gehört zu den großen Spielverlagen Deutschlands und ist einer der größten Hersteller und Verleger von Experimentierkästen, Kinder- und Jugendbüchern sowie Ratgebern. Seine größten Erfolge feierte der Stuttgarter Verlag mit „Die Siedler von Catan“ („Spiel des Jahres 1995“), „Das kleine Gespenst“ („Kinderspiel des Jahres 2005“) und „Keltis“ („Spiel des Jahres 2008“). Im Jahr 2010 wurde „Die Tore der Welt“ mit dem Sonderpreis „Spiel des Jahres plus“ ausgezeichnet.

Die Legenden von Andor_PackungDie Legenden von Andor
Verlag: Kosmos
für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 90 Minuten
Preis: ca. 40 Euro

 

 

 

„Kennerspiel des Jahres – die bisherigen Gewinner

Empfehlungsliste 2013:
Zusätzlich zu den nominierten Spielen veröffentlicht die Jury eine Empfehlungsliste, die in verschiedene Kategorien unterteilt ist. Damit weist die Jury auf das breite Spektrum sehr guter Spiele hin.
Empfehlungsliste „Spiel des Jahres“
Empfehlungsliste „Kennerspiel des Jahres“

Mehr zum „Kinderspiel des Jahres 2013“ lesen sie hier

Foto Antoine Bauza: www.david-biene.de

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