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FLIEGENDE LIEBENDE

FLIEGENDE LIEBENDE

Fliegende LiebendeBitte anschnallen, denn morgen, am 4. Juli, startet mit „Fliegende Liebende“ die neue Komödie des spanischen Kultregisseurs Pedro Almodóvar in den deutschen Kinos. 

 

 

Die einen lieben seine Filme, die anderen hassen sie. Die Rede ist von Pedro Almodóvar, dem Enfant Terrible aus Spanien. Es gibt nur eine Ausnahme in Almodóvars Filmografie: „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ aus dem Jahr 1988 – da sind sich alle einig – ist ein schräges, schrilles Filmvergnügen. Ein Vierteljahrhundert später leistet sich Almodóvar nun mit „Fliegende Liebende“ eine ähnlich verrückte Sause.

Stellen Sie sich vor, Crew und Cast von „Verbotene Liebe“ werden entführt und an ihre Stelle tritt ein Haufen fröhlich durch geknallter Filmemacher, die berauscht und Tabuts brechend die Macht über die Länge eines abendfüllenden Spielfilms an sich reißen, die Hauptrolle mit dem spanischen Pendant von Brisko Schneider besetzen (das war Bastian Pastewkas Figur in „Die Wochenshow“) und die Geschichte in einem Flugzeug spielen lassen, das wegen eines kleinen menschlichen Versagens dringend mal notlanden müsste.

Nicht extra zu erwähnen braucht man womöglich, dass die Flugbegleiter (Javier Cámara, Carlos Areces und Raúl Arévalo) durch die Bank schwul sind, die Piloten eigentlich auch (Antonio de la Torre, Hugo Silva), und dass die sexuelle Orientierung der Besatzung – wie auch der Gäste – auf dem chaotischen Flug 2549 von Madrid nach Mexico-City bestimmt kein Geheimnis bleibt.

Fliegende Liebende1Die Touristenklasse wurde von den umsichtigen Flugbegleitern bereits nakotisiert, bleiben die Gäste der Business-Class. Die nehmen die Ansage des Chef-Stewards über eine eventuelle Notlandung, wenn man es den überhaupt bis zum nächsten Flughafen schaffen sollte, nicht eben gelassen auf. Und das, obwohl sich das Bordpersonal alle erdenkliche Mühe gibt, den Gästen den Flug so angenehm wie möglich zu gestalten!

Fliegende Liebende2So mixen sie unablässig kitschig-bunte Cocktails, angereichert mit „Mecalinas“, einem Halluzinogen, das die allgemeine Stimmung heben soll, aber auch überaus enthemmend wirkt. Da auch Captain und Crew dringend einer Stimmungsaufhellung bedürfen, ist bald alles, was wach ist, mächtig zugedröhnt und genießt ungezügelt den Rausch.

Fliegende Liebende3Höhepunkt des Drogenexzesses ist die wunderbar überspannte Tanzeinlage der drei tuntigen Flugbegleiter, die zum Pointer-Sisters-Hit „I’m so excited“ ein wahres Feuerwerk an schrägen und hinreißend komischen Einfallen vollführt. Bei der Performance des durchgeknallten Trios bleibt kein Auge trocken, die Lachtränen fließen in Strömen, der Kinosaal biegt sich. „I’m about to lose control and I think I like it“, singen die Pointer Sisters weiter – und das bringt das Motto von „Fliegende Liebende“ augenzwinkernd auf den Punkt.

Fliegende Liebende4Oscar-Preisträger Pedro Almodóvar schart in dieser leichten Komödie viele bekannte Gesichter aus vergangenen Produktionen um sich. (Cecilia Roth, Carmen Machi, Blanca Suárez). Als Bodenpersonal und Verursacher des kleinen, technischen Defekts geben die Superstars Penélope Cruz und Antonio Banderas eine gelungene Kurzvorstellung ab, bevor die unglaubliche Reise in dem verrückten Flugzeug durchstartet. Die ist ein schrill-buntes Lustspiel mit pikanten und derben Späßen, die bis zur untersten Niveau-Schublade reichen. John Waters, der „Pope of Trash“, lässt grüßen, der mit Sicherheit seine helle Freude an „Fliebende Liebende“ hätte.

FL_Poster_ROT_final_Layout 1Kinostart: 4. Juli 2013; Regie: Pedro Almodóvar; FSK: ab 16 Jahren; Länge: 90 Min.; Verleih: Tobis; Link: almodovar.de

 

 

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