Film

PROMISED LAND

PROMISED LAND

Umwelt, Geld, Heimat, Identität, Werte und Loyalität – das sind die Themen die „Promised Land“ mit Matt Damon in der Hauptrolle mitreißend behandelt. In dem Gesellschaftsdrama geht es um die umstrittene Fracking-Methode zur Gasgewinnung in den USA – ab 20. Juni im Kino. 

 

Die Flüssiggasvorräte liegen noch unerschlossen unter dem Farmland der verarmten Bauern und es muss nur eine nette Naturgas-Firma kommen, um diese Schätze zu fördern, die Landbevölkerung reich und die USA unabhängig vom Öl des Nahen Ostens zu machen.
So jedenfalls sieht Steve Butler (Matt Damon) seinen Job, wenn er mit Kollegin Sue Thomason (Frances McDormand) im Auftrag eines Energiekonzerns die Klinken der ärmlichen Landbevölkerung putzt. Er kommt sich fast wie der Weihnachtsmann persönlich vor – nur ohne Bart und viel jünger. Denn er bietet den oft hoffnungslos verschuldeten Bauern eine Menge Geld für die Bohrrechte auf ihrem Land. In vielen Fällen ist so ein Deal, die letzte Rettung, um das Land im Familienbesitz zu halten. Mittels Fracking-Methode, bei der Wasser, Sand und eine giftige Substanz mit Bohrtürmen in die tiefen Schichten gespült werden, soll das Erdgas gefördert werden.

So könnte der Energiekonzern die Gemeinde zwar über Wasser halten, aber das Land, oder zumindest das Grundwasser, ist danach wohlmöglich vergiftet. Diese Ansicht vertritt der pensionierte Boeing-Ingenieur und hiesige High-School-Lehrer Frank Yates (Hal Holbrook) und macht auf einer wichtigen Gemeinderatssitzung Stimmung gegen Steve und seine Firma. Dabei lief es bisher wie am Schnürchen. Steve, selbst auf dem Lande aufgewachsen, dessen Vater die Farm aber nicht halten konnte, findet genau die richtigen Worte, um zu überzeugen. Kollegin Sue, eine alleinerziehende Mutter, versteht und schürt die Sorgen der Eltern und ist darauf spezialisiert, die Zukunft der Kinder der betroffenen Familien in warmen Farben nach der Finanzspritze zu zeichnen.

Beide Methoden funktionieren prächtig, bis der Umweltaktivist Dustin Noble (John Krasinski) auftaucht und mit unlauteren Mitteln, wie Gesangseinlagen und Charmeoffensiven, Bauern und Kleinstädter gegen die Erdgasgewinnung aufhetzt. Obendrein macht sich der Öko-Schnösel auch noch an die Lehrerin Alice (Rosemarie DeWitt) ran, auf die Steve längst ein Auge geworfen hat.

Matt Damon überzeugt als netter Durchschnittstyp. Er trägt sein Herz auf dem rechten Fleck und ist mit sich und seiner Aufgabe im Reinen. Erst allmählich kommen ihm Zweifel an der Richtigkeit seiner Ansichten und die überraschende Wendung in der Geschichte, zwingt ihn zum Umzudenken.
John Krasinski und Matt Damon schrieben das Drehbuch zu dieser zeitgemäßen Vom-Saulus-zum-Paulus-Geschichte und ließen angenehm viel Raum für Humor und Zwischenmenschliches. Eigentlich hatte Matt Damon erstmals selbst Regie führen wollen, musste aber aus Zeitgründen passen. Dafür sprang Gus van Sant ein, der bereits Damons Drehbuch-Debüt (gemeinsam mit Ben Affleck) „Good Will Hunting“ und den Nachfolger „Gerry“ (gemeinsam mit Casey Affleck) inszenierte. Gus van Sant fängt ohne falsches Pathos die bedrückende Lage des ländlichen Amerikas ein und erzählt einfühlsam und anrührend von echten Menschen, die mit sich und ihren Idealen ringen.

Kinostart: 20. Juni 2013; Regie: Gus van Sant; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 107 Min.; Verleih: Universal; Links: Promised-land-film.de

 

 

 

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mehr in Film

„Nellys Abenteuer“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner17. März 2017

Kinotipp: MOONLIGHT

Barbara Leuschner9. März 2017

Musical-Abenteuer „Trolls“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner7. März 2017

Disney Junior Mitmach-Kino am 5. März!

Barbara Leuschner2. März 2017

Andreas Bourani zu seiner Rolle in Disneys „Vaiana“

Thomas Meins23. Dezember 2016

Kinotipp: FINDET DORIE

Barbara Leuschner29. September 2016

Kino-Tipp: TSCHICK

Thomas Meins15. September 2016

Kinotipp: ELLIOT, DER DRACHE

Thomas Meins25. August 2016

Exklusiver Clip zu CONNI & CO

Thomas Meins2. August 2016

Kinotipp: GHOSTBUSTERS

Thomas Meins1. August 2016