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THE PLACE BEYOND THE PINES

THE PLACE BEYOND THE PINES

The Place Beyond the Pines 1Ein krimineller Motorradstuntman, der sich als Vater beweisen will, ein frustrierter Kleinstadt-Cop und zwei Teenager, deren Vergangenheit sie auf unangenehme Weise verbindet – hier kommen viele Stories zu einem großen Konstrukt um Vater-Sohn-Beziehungen zusammen. Die Hollywood-Stars Ryan Gosling, Bradley Cooper und Eva Mendes brillieren in den Hauptrollen – ab 13. Juni im Kino.

The Place Beyond the Pines 2Luke (Ryan Gosling) zieht als Motorradstuntman durch die Lande. Als Attraktion auf Jahrmärkten schlägt er sich durch, ohne irgendwo großartig Wurzeln zu schlagen. Nach einem seiner umjubelten Auftritte trifft er auf Romina (Eva Mendes), mit der er einmal eine flüchtige Liebschaft hatte, und erfährt, dass Romina ein Kind von ihm bekommen hat. Diese Nachricht schlägt dem jungen Rumtreiber mehr als nur auf den Magen. Eines ist ihm sofort klar: Er möchte als Vater für seinen Sohn da sein und Verantwortung übernehmen. So hängt er seinen Job an den Nagel und lässt sich in Schenectady, dem trostlosen Ort, in dem Romina lebt, nieder.

Eine Einnahmequelle scheint auch schnell gefunden – gemeinsam mit dem verschrobenen Mechaniker Robin (Ben Mendelsohn) beginnt er, Banken auszurauben. Der Plan sieht jedes Mal folgendermaßen aus: Luke stiefelt in Motorradkluft in die Filiale, zückt seine Waffe und lässt sich eine Tasche mit Scheinen füllen. Anschließend rast er wie der Blitz auf seinem Mottorad über die Straßen, direkt in den Transporter von Robin – und weg sind die beiden. Ein genialer Plan, der es Luke erlaubt, für seinen Sohn zu sorgen und so Romina näher zu kommen.

The Place Beyond the Pines 3Bis ein Coup schief läuft. Luke muss flüchten, fährt in eine Wohnsiedlung und verschanzt sich dabei schließlich in einem Haus. Voller Tatendrang ist der Cop Avery Cross (Bradley Cooper) zur Stelle. Der will um jeden Preis vom einfachen Polizisten zum leitenden Angestellten aufsteigen und wittert seine Chance – den gefährlichen Bankräuber erwischen, das wär’s. Es kommt zum Schusswechsel und im nächsten Moment liegt Luke starr auf dem Boden – tot.

The Place Beyond the Pines 4Cross, selbst verwundet, wird zum Helden der Kleinstadt, muss zu seiner Frustration aber feststellen, dass der Ruhm ihm keine Beförderung einbringen kann. Als er dann auch noch erfährt, dass Luke einen kleinen Sohn und dessen Mutter hinterlässt, beginnen ihn die Gewissensbisse zu plagen. Ihm fällt es immer schwerer, mit seinem eigenen Sohn zusammenzusein, der im gleichen Alter ist wie Lukes Kind. Auch seine Frau (Rose Byrne) lässt er nicht mehr so recht an sich heran. Seine Kollegen feiern ihn als Helden, aber als Cross eine Polizei-interne Korruptionsaffäre aufdeckt, ist es mit der Freundschaft vorbei.

Schließlich, Jahre später, treffen Lukes und Cross‘ Söhne aufeinander. Als ihnen klar wird, wie sie durch die Vergangenheit miteinander verbunden sind, ist an Freundschaft nicht mehr zu denken.

„The Place Beyond the Pines“ erzählt viele Geschichten – und dabei eine große. Es geht um Luke, einen aggressiven Taugenichts, der kriminell wird, um seinem Sohn etwas bieten zu können. Und es geht um Avery Cross, der mit sich selbst im Argen ist und so seine gesamte Energie in die Bekämpfung der Korruption in den eigenen Reihen steckt. Und schließlich zieht Regisseur und Drehbuchautor Derek Cianfrance noch einen dritten Handlungsstrang auf, indem er einen Zeitsprung einbaut und die Beziehung zwischen den Söhnen von Luke und Cross, inzwischen im Teenager-Alter, beleuchtet. Tatsächlich ist die Story hinter dem Film nicht schnell erzählt. Und genau das bekommt dann auch der Kinozuschauer ganz deutlich zu spüren – bei über zwei Stunden Laufzeit ist Geduld gefragt. Während so manche Szene sehr langatmig daher kommt, trägt das Ausreizen von Emotionen und Szenarien an anderer Stelle doch dazu bei, dass die für die Geschichte notwendige düstere Atmosphäre entsteht.

Die Hauptdarsteller Ryan Gosling, Bradley Cooper und Eva Mendes beweisen in dem Familiendrama ihre Vielseitigkeit. Von der Leichtigkeit einer (romantischen) Komödie ist hier jedenfalls nichts zu sehen. Leichtigkeit sucht man in „The Place Beyond the Pines“ ohnehin vergeblich. Sie wäre bei der Geschichte, zu der Regisseur Cianfrance beim Nachdenken über Verantwortung und Vaterschaft inspiriert wurde, wohl auch fehl am Platz. So bleibt er nach seinem Erfolg „Blue Valentine„, in dem ebenfalls Ryan Gosling die Hauptrolle spielte, seinem Stil treu.

The Place Beyond the Pines PosterKinostart: 13. Juni 2013; Regie: Derek Cianfrance; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 140 Min.; Verleih: STUDIOCANAL; Link: theplacebeyondthepines.de

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