Spiele

Kinderspiel des Jahres 2013

Kinderspiel des Jahres 2013

Heute wurde im Hamburger Hotel Atlantic Kempinski das “Kinderspiel des Jahres 2013″ gekürt. Aus 170 aktuellen Gesellschaftsspielen für Kinder zwischen vier und acht Jahren wurden die drei Spiele „Der verzauberte Turm“, „Gold am Orinoko“ und „Mucca Pazza“ von einer unabhängigen Jury aus Fachjournalisten nominiert. Wer hatte die Nase vorn?



„Warum vergeben wir die Auszeichnung ‚Kinderspiel des Jahres‘? Was möchten wir mit unserer Empfehlungsliste erreichen? Wir möchten auch zu Hause in der Familie fördern, was in der Kindertagesstätte und Schulbetreuung selbstverständlich ist: dass sich Kinder und Erwachsene Zeit nehmen, gemeinsam am Spieltisch in fantasievolle Welten eintauchen und zusammen fesselnde Emotionen erleben“, so Sabine Koppelberg, Koordinatorin der Jury. „Zusammen mit ihren Eltern Siege und Niederlagen zu erleben, zu sehen, wie Papa vor Ärger grummelt und Mama sich vor Lachen kringelt – das genießen Kinder ungemein.“

Jury „Kinderspiel des Jahres 2013“
Zielsetzung des Vereins Spiel des Jahres e.V. ist es, die Verbreitung des Kulturguts Spiel in Familie und Gesellschaft zu fördern. Dazu vergibt er für den deutschsprachigen Raum seit 1979 die Auszeichnung „Spiel des Jahres“, seit 2001 die Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres“ und seit 2011 auch die Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“. Stimmberechtigt für die Jury „Kinderspiel des Jahres 2013“ sind vier unabhängige Fachjournalisten, die Mitglieder des Vereins sind, sowie vier Beiräte aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft. Die Jury ist unabhängig von Industrie und Handel und orientiert sich strikt am Verbraucher.

Die Jury beurteilt und wählt die Spiele nach folgenden Kriterien:
1. Spielidee (Spielspaß, Originalität, Spielwert)
2. Regelgestaltung (Aufbau, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit)
3. Design (Funktionalität, Verarbeitung)
4. Layout (Karton, Spielplan, Regel)

Für das Wahlverfahren werden alle Neuerscheinungen im Bereich der Kinderspiele des laufenden und des vorangegangenen Kalenderjahres berücksichtigt. Auf einer mehrtägigen Klausurtagung erarbeitet die Jury die Nominierungsliste für das „Kinderspiel des Jahres“, die in diesem Jahr drei Titel umfasst.

Sabine Koppelberg: „Die Jury freut sich über eine gelungene Mischung aus verschiedenen Spielmechanismen: Überwog im vergangenen Jahr gerade bei den Kinderspielen die kooperative Variante, finden sich diesmal recht ausgewogen Gedächtnis-, Taktik-, Geschicklichkeits- und Reaktionsspiele für alle Altersgruppen nebeneinander. Dabei lobt die Jury die Sorgfalt, die die Verlage bei der Vergabe der passenden Altersangabe auf dem Spielkarton haben walten lassen.“

Allerdings fiel nach dem intensiven Spielen mit Kindern auf, dass eine hohe Quantität an Neuheiten nicht zwangsläufig zu mehr Qualität im Spielkarton führt. Selbst Kinderspiel-erfahrene Verlage haben Schwächen bei der Herstellung des Spielmaterials gezeigt: Da stimmt eine Würfelfarbe nicht mit derjenigen der Spielfiguren und Spielsteine überein – da hakt der ein oder andere Drehmechanismus.
Und insbesondere beim Regelwerk wünscht sich die Jury in Zukunft noch mehr Sorgfalt und Klarheit, so dass Kinder und Familien sich nicht eigene „Hausregeln“ schaffen müssen, die am Spieltisch zu Missverständnissen und Diskussionen führen.

Zudem veröffentlicht die Jury eine Empfehlungsliste, die auf weitere gute Spiele aus der Kategorie „Kinderspiel“ hinweist. Alle Wahl-Entscheidungen fallen mit einfacher Mehrheit. In Hamburg fand nun der abschließende Wahlgang des Siegertitels statt.

Welche Spiele aber garantieren einen anhaltenden Spielspaß? Welche Spiele spielen Kinder wohl auch noch gerne im nächsten Jahr? „In dem Dschungel immer umfangreicherer Jahrgänge an Kinderspiel-Neuheiten möchten wir Eltern und Kindern eine unabhängige Orientierung bieten. Aus einem Jahrgang mit so vielen neuen Titeln wie noch nie haben wir weit über 150 neue Kinderspiele unter die Lupe genommen und gemeinsam mit Kindern in vielen Familien, Kindergärten und Schulen gespielt. Dabei hat uns auch in diesem Jahr der Erfindungsreichtum der Spieleautorinnen und -autoren beeindruckt“, freut sich Frau Koppelberg. Und das Schöne ist: Bei all diesen Spielen trainieren Jung und Alt ganz nebenbei Wahrnehmung, Motorik und zielgerichtetes Denken.


Nominiert zum „Kinderspiel des Jahres 2013“:

GOLD AM ORINOKO
von Bernhard Weber

Am Ufer des südamerikanischen Flusses Orinoko sind in alten Ruinen kostbare Schätze versteckt. Schon machen sich Goldsucher-Teams auf den Weg dorthin. Doch leider liegt das Gold auf der anderen Seite des reißenden Stromes. Jetzt heißt es, seine Abenteurer mutig auf flussabwärts treibenden Baumstämmen zu platzieren, um das andere Ufer zu erreichen und im dichten Dschungel die wertvollsten Münzen einzusammeln.

Der clevere Einsatz von zwei Würfeln bestimmt, wohin das eigene Team auf den Hölzern springen darf und wie weit diese im Wasser vorantreiben. Doch Vorsicht: Die Konkurrenz schläft nicht und versucht ihrerseits die Stämme so zu verschieben, dass sie selbst die meisten Geldstücke ergattern.
Taktische Überlegung und eine gute Portion Würfelglück sorgen für viel Spannung bei Jung und Alt.

Begründung der Jury:
Autor und Grafiker des Spiels vermitteln durch die beeindruckende Ausstattung und Gestaltung des rund ein Meter langen Spielplans auf den ersten Blick Urwaldatmosphäre pur. Doch dabei sind es die versteckten taktischen Möglichkeiten, die bei diesem mitreißenden Spiel langfristig fesseln. Die Bewegung der eigenen und der fremden Figuren, die jeweilige Position der Baumstämme und der Wert der möglichen Beute müssen ständig bedacht werden. Diese Flussfahrt, die ist spannend.

Der Autor:
Bernhard Weber wurde 1969 in Köln geboren. Sein Geografiestudium inspirierte ihn zu seinem ersten Spiel „Downtown“, mit dessen Prototyp er 1996 gleich einen Spieleautorenwettbewerb gewann. Sein mit Co-Autor Jens-Peter Schliemann entwickeltes Familienspiel „Burg Appenzell“ landete auf der „Empfehlungsliste Spiel des Jahres 2007“ und ihr Kinderspiel „Das große Kullern“ auf der „Empfehlungsliste Kinderspiel des Jahres 2011“.

Der Grafiker:
Michael Menzel (Jahrgang 1973) aus Krefeld ist einer der erfolgreichsten Brettspiel-Illustratoren Deutschlands. Seine Spezialität ist die detailreiche Darstellung von Landschaften und großen Szenen. Er gestaltete u.a. das Literatur-Spiel „Die Tore der Welt“, das 2010 mit dem Sonderpreis „Spiel des Jahres plus“ ausgezeichnet wurde, und ist als Autor mit seinem prachtvoll illustrierten Spiel „Die Legenden von Andor“ nominiert zum „Kennerspiel des Jahres 2013“.

Der Verlag:
Haba bezeichnet sich selbst als „Erfinder für Kinder“. Neben Kinder- und Familienspielen hat das Unternehmen Habermaaß aus Bad Rodach zum Beispiel auch Babyspielzeug und Wohnideen fürs Kinderzimmer im Programm. Im Jahr 2001 gewann der Verlag mit „Klondike“ den damals zum ersten Mal vergebenen Preis „Kinderspiel des Jahres“. Eine Wiederholung gelang 2006 mit „Der schwarze Pirat“ und in 2010 mit „Diego Drachenzahn“.

Verlag: Haba
für 2 – 4 Spieler ab 7 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Preis: ca. 25 Euro

MUCCA PAZZA
von Iris Rossbach

Das kommt davon, wenn man sich von der frechen Kuh „Mucca Pazza“ vom Planeten Kuhpiter auf die Erde teleportieren lässt: Sie hat den verbotenen „Salto Mortale“-Knopf gedrückt. Plötzlich hat die rote Katze den Körper des blauen Schweins und die Beine des gelben Vogels. Gut, dass die Kinder da sind, um mal richtig aufzuräumen. Clever müssen sie in diesem lustigen Schiebespiel die Körperteile neu ordnen.

Kärtchen zeigen an, für welche korrekt zusammengesetzten Tiere es Punkte gibt – und in der Version für Fortgeschrittene auch, wie viele. Dabei kommt es noch darauf an, seine drei Bonus-Aktionen geschickt einzusetzen, denn manchmal sind hier sogar Kettenreaktionen möglich. Augenmaß ist auf jeden Fall gefordert. Der Augenschmaus kommt angesichts der lustigen Illustrationen von selbst.

Begründung der Jury:
Da hat die Autorin im besten Sinne ein verrücktes Spiel für die ganze Familie erschaffen. Schon die Nesthäkchen schieben vergnügt die urigen Viecher durcheinander. Jüngere Kinder lernen in der Anfänger-Version erste strategische Überlegungen anzustellen. Und die Älteren werden in diesem spannenden Taktikspiel mit einer Variante für Fortgeschrittene herausgefordert. Darüber hinaus überzeugte die Jury die ausgesprochen reizende grafische Gestaltung.

Die Autorin und Grafikerin:
Iris Rossbach ist Grafikerin. Sie studierte freie Kunst und Malerei in Kassel. Als Illustratorin von Kinder- und Spielbüchern wagte sich die Mutter zusammen mit dem Zoch-Verlag nun erstmals an ein Kinderspiel. Mit ihrer wunderbaren Illustration haucht sie völlig neuen Tiergattungen Leben ein: Sie schafft bildlich und spielerisch verrückte Tiere.

Der Verlag:
Zoch überzeugt seit fast 25 Jahren mit kreativitätsfördernden und witzigen Spielideen. Bekannt für seine „tierisch schönen“ Gestaltungen, verbindet man den Münchner Verlag bis heute mit dem Kinderspiel „Zicke Zacke Hühnerkacke“, das 1998 den Sonderpreis „Kinderspiel des Jahres“ erhielt. Weitere Auszeichnungen für außergewöhnliche Spiele aus dem Hause Zoch gab es für „Villa Paletti“ („Spiel des Jahres 2001“), „Niagara“ („Spiel des Jahres 2004“) und das Kinderspiel „Da ist der Wurm drin“ („Kinderspiel des Jahres 2011„) Unter dem Dach der Firma Noris Spiele gehört Zoch heute zur Fürther Simba Dickie Group.

Verlag: Zoch
für 2 – 4 Spieler ab 4 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Preis: ca. 25 Euro


Nominiert und zum „Kinderspiel des Jahres 2013“ gekürt:

DER VERZAUBERTE TURM
von Inka und Markus Brand

Der böse Zauberer Rabenhorst hat die Prinzessin im Turm eingesperrt und den Schlüssel im Wald versteckt. Doch schon macht sich der tapfere Robin auf die Suche: Liegt der Schlüssel unter einem Stein oder zwischen Blumen? In dem dreidimensionalen Spielplan sind 16 Löcher mit Plättchen abgedeckt. Gemeinsam ziehen die Spieler eine magnetische Spielfigur von Plättchen zu Plättchen.

Ertönt ein „Klack“, ist Robin auf das richtige Versteck gestoßen und darf nun versuchen, eines von sechs gleich aussehenden Schlössern am Turm zu öffnen. Gelingt es, springt die Prinzessin vor Freude in die Luft. Hat das Team jedoch das falsche Schloss gewählt, versteckt der Magier den Schlüssel erneut.
Teamarbeit und ein gutes Gedächtnis sind bei diesem wunderschön ausgestatteten Magnetspiel gefragt.

Begründung der Jury:
Wenn die Prinzessin vor Freude aus dem Turm hüpft, ist das jedes Mal ein tolles Schlüssel-Erlebnis. Das Autoren-Ehepaar Brand baut mit dem Wettlauf im Wald ein Höchstmaß an Spannung auf: Wo ist der Schlüssel versteckt? In welches Loch passt er? Setzt sich die Hartnäckigkeit von Team Robin durch oder die Raffinesse von Zauberer Rabenhorst? Diese Fragen fesseln Jung und Alt immer wieder an dieses toll ausgestattete Merkspiel, das sich auch hervorragend für zwei Personen eignet.

Die Autoren:
Das Ehepaar Inka und Markus Brand lebt mit seinen beiden Kindern in Gummersbach. 2006 veröffentlichten sie gemeinsam ihr Erstlingswerk „Das große Dinosaurier-Spiel“. Mittlerweile freuen sich die Beiden über zahlreiche Veröffentlichungen und internationale Auszeichnungen, darunter der Preis „Kennerspiel des Jahres 2012“ für „Village“ sowie die Nominierungen von „Fluss der Drachen“ zum „Kinderspiel des Jahres 2008“ und „Monsterfalle“ zum „Kinderspiel des Jahres 2011“.

Der Grafiker:
Der Nürnberger Rolf Vogt (Jahrgang 1967) lässt mit seiner „Handschrift“ atmosphärisch stimmige Geschichten entstehen. Das von ihm gestaltete Kinderspiel „Das magische Labyrinth“ wurde 2009 zum „Kinderspiel des Jahres“ gekürt. Die von ihm illustrierten Spiele „Vampire der Nacht“ und „Die kleinen Zauberlehrlinge“ wurden für das „Kinderspiel des Jahres 2010“ und das „Kinderspiel des Jahres 2011“ nominiert.

Der Verlag:
Drei Magier Spiele ist die Premiummarke des Berliner Verlags Schmidt Spiele GmbH. Zweimal schon gewann sie den Preis „Kinderspiel des Jahres“: 2004 mit „Geistertreppe“ und 2009 mit „Das magische Labyrinth“. „Vampire der Nacht“ war nominiert für das „Kinderspiel des Jahres 2010“ und „Die kleinen Zauberlehrlinge“ für das „Kinderspiel des Jahres 2011“.

Verlag: Schmidt Spiele/ Marke Drei Magier Spiele
für 2 – 4 Spieler ab 5 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Preis: ca. 37 Euro

13 herausragende Spiele im 13. Jury-Jahr
Auch im Jahr 2013, zur 13. Vergabe der Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres“ gibt es wieder eine vielseitige Empfehlungsliste an herausragenden Kinderspielen – und zwar genau 13 an der Zahl.
Die Jury ist sich sicher: „Bei diesen Kinderspielen ist für jeden Spielertyp und jeden Geschmack das Passende dabei. All unsere Empfehlungen haben einen hohen Wiederspielreiz, und insbesondere bei den drei nominierten Spielen überzeugen die Autoren, Grafiker und Verlage mit einer sorgfältigen, kindgerechten Gestaltung des Spiels: eine originelle Spielidee mit funktionierendem Spielmechanismus, klar verständlichen Regeln, stabilem Spielmaterial und einer fantasievollen Grafik.“

Aberglaube hin oder her – die Jury hofft, dass alle 13 ausgewählten Spielideen Kindern und Familien viele Glücksmomente und emotionale gemeinsame Stunden am Spieltisch bescheren.

Empfehlungsliste 2013:
Zusätzlich zu den nominierten Spielen veröffentlicht die Jury eine Empfehlungsliste. Damit weist die Jury auf das breite Spektrum sehr guter Spiele hin. Die Empfehlungsliste zum „Kinderspiel des Jahres“ bildet einen Querschnitt der aktuellen Neuheiten ab – mit einfachen Brettspielen, Lern- und Kartenspielen. Für jede Familie mit Kindern zwischen drei und acht Jahren ist etwas Passendes
dabei.

 

Kommentare anzeigen (4)

4 Comments

  1. Pingback: Spiel des Jahres 2013 | Absolut Familie

  2. Lucie Weiss

    11. Juli 2013 in 09:55

    Der Verzauberte Turm ist mein Favorit !!!

  3. Pingback: Gewinnspiel: "Mucca Pazza" von Zoch | Absolut Familie

  4. Pingback: "Kakerlakak" von Ravensburger | Absolut Familie

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mehr in Spiele

Playmobil setzt Mode-Trends im Spielzeugland

Thomas Meins19. Mai 2016

Virtual Reality: Der neue View-Master von Mattel (Sponsored Post)

Thomas Meins16. März 2016

Das laufende Schäfchen von Zapf Creation

Barbara Leuschner27. Februar 2016

Mit der Macht spielen: Neue Lego-Star-Wars-Sets

Thomas Meins30. Januar 2016

Spielwarenmesse Nürnberg vergibt Toy Award 2016

Thomas Meins26. Januar 2016

„Bellz!“: Magnetischer Spielspaß für die Familie

Thomas Meins27. Dezember 2015

So werden Sie zum „Dream Team“

Thomas Meins18. Dezember 2015

Zoch-Spiel „Nitro Glyxerol“: Rütteln, schütteln, siegen

Thomas Meins9. Dezember 2015

„Lift it!“: Actionspiel für Baumeister mit Köpfchen

Thomas Meins20. November 2015

Kartenspiel „Beasty Bar – New Beasts in Town“ von Zoch

Barbara Leuschner10. November 2015