Familienleben

Tipps für Eltern: Überblick in der Bildungskritik

Tipps für Eltern: Überblick in der Bildungskritik

Vom Schulinfarkt zur Bildungsrevolution: Individueller Unterricht, bessere Lehrerausbildung, keine Notengebung, kein Sitzenbleiben – die unterschiedlichen Forderungen aktueller Bildungskritiker wie John Hattie, Jesper Juul oder Richard David Precht setzen an vielen Ecken des Schulsystems an. Vor allem wenden sie sich dabei massiv gegen die veralteten Strukturen, in denen die Schüler von heute noch immer lernen. Der Online-Lernspezialist scoyo zeigt, was Eltern aus der aktuellen Bildungsdiskussion mitnehmen können.

So erfolgreich die oben genannten Autoren aktuell die Diskussion um das Bildungssystem bestimmen, so ist doch klar: Derartige Veränderungen brauchen Zeit, wenn sie denn überhaupt umgesetzt werden. Doch wie können Eltern die Denkanstöße der Bildungskritiker schon heute für sich nutzen? Der Online-Lernspezialist scoyo hat die aktuellen Veröffentlichungen auf ihre Umsetzbarkeit für Eltern untersucht und aus den visionären Thesen ganz praktische Tipps für die Gegenwart entwickelt:

Das Elternhaus
Precht: „Bildungschancen sind aktuell abhängig von der Schicksalslotterie des
Elternhauses.“ Abschottungsversuche von Besserverdienern, die ihre Kinder auf
Privatschulen schicken, lehnt Precht ab, um die Chancengleichheit aller zu verbessern.
scoyo-Elterntipp: Haben Sie keine Angst vor gemischten Klassen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen. Stärken Sie Ihr Kind vielmehr darin, andere Menschen unabhängig von Herkunft, Lernniveau oder Geschlecht
wertzuschätzen und zu integrieren.

Hattie: Die Erwartungen und Ermutigungen von Eltern an ihre Kinder
beeinflussen den Lernerfolg mehr als der soziale Status.
scoyo-Elterntipp: Machen Sie Ihrem Kind Lust aufs Lernen. Helfen Sie ihm, die Welt um ihn oder sie herum zu entdecken. Dafür braucht es kein Geld, sondern vielmehr Aufmerksamkeit, Interesse und Initiative.

Vertrauen und Unterstützung
Juul: „Das Allerwichtigste für die Entwicklung des Selbst(wert)gefühls bei Kindern und Jugendlichen ist Vertrauen, Vertrauen und nochmals Vertrauen.“
scoyo-Elterntipp: Kinder brauchen die Anerkennung und Wertschätzung ihrer Eltern – und nicht eine weitere Instanz, die den Druck erhöht. Eltern sollten darauf vertrauen, dass ihre Kinder im Rahmen ihrer persönlichen Erfahrungen bestmögliche Entscheidungen treffen – was Fehlentscheidungen mit einschließt.

Precht: „Eine wichtige Erfahrung auf dem Weg zur Eigenverantwortung ist das
Scheitern.“
scoyo-Elterntipp: Bestärken Sie Ihr Kind darin, Neues auszuprobieren. Bewerten Sie Fehler nicht über, sondern überprüfen Sie, wie es dazu kam, und unterstützen Sie Ihr Kind bei weiteren Anläufen.

Motivation und selbständiges Lernen fördern
Precht: „Die intrinsische Motivation (Selbstmotivation, Wissbegierigkeit) ist eine sensible Pflanze. Sie stirbt, wenn man sie nicht mit Anregungen gießt, aber man kann sie auch leicht überdüngen und ertränken.“
scoyo-Elterntipp: Regen Sie Ihr Kind an, eigene Vorlieben und Fähigkeiten beim Lernen zu entdecken. Finden Sie gemeinsam heraus, was es interessiert, hören Sie ihm aufmerksam zu und finden Sie die besten Methoden, mit denen Ihr Kind mit Freude lernt.

Hattie: Externe Belohnungen, Überwachung der Hausarbeiten, negative Kontrolle und Einschränkungen als Strafe für schlechte Noten wirken sich stark negativ auf die Lernerfolge von Kindern aus.
scoyo-Elterntipp: Lassen Sie Ihr Kind selbständig arbeiten. Ziehen Sie sich bei der Unterstützung hin und wieder zurück, um dem Kind seine eigenen Lernerfolge zu ermöglichen. Auch mit Misserfolgen muss das Kind umgehen lernen.

Den Dialog suchen
Juul: „Die Schullaufbahn eines Kindes kann in fachlicher und sozialer Hinsicht nur dann gelingen, wenn eine beständige und qualitätsvolle Kommunikation zwischen Eltern, Kindern und Lehrern stattfindet.“
scoyo-Elterntipp: Regen Sie gemeinsame Gespräche mit Ihrem Kind und der/dem betreffenden Lehrer/in an. Setzen Sie sich intensiv mit Ihrem Kind auseinander, um gemeinsame Ziele zu vereinbaren. Suchen Sie den konstruktiven Dialog mit den Lehrern.

Hattie: Um den eigenen Kindern bestmöglich zur Seite zu stehen, sollten Eltern das Vokabular der Schule kennen. Wer diese Sprache nicht spricht, kann sich sowohl mit den Kindern als auch mit den Lehrern nicht angemessen über die
schulischen Erfolge des Nachwuchses austauschen.
scoyo-Elterntipp: Besuchen Sie Elternsprechtage und Elternabende bzw.
Elternratssitzungen, suchen Sie den Dialog mit dem Lehrer. Manchmal bieten die Landesinstitute für Lehrerbildung auch Informations- und Einführungstage für Eltern an. Wenn Sie die Ziele des Lehrers, die Schwächen und Stärken Ihres Kindes im Unterricht kennen, können Sie Ihr Kind gezielter auf die Anforderungen des Unterrichts vorbereiten und Erwartungen entsprechend
ausdrücken.

Precht: Kinder für das Leben vorzubereiten, bedeutet, sie dieser Welt zugewandt zu erziehen und ihnen zu helfen, sich in ihr zurechtzufinden. Eltern sollten ihre Kinder zu Neugier und Kreativität anregen statt sie zu systemkonformen „Anpassern“ zu erziehen.
scoyo-Elterntipp: Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind heraus, wo seine
Vorlieben und Fähigkeiten liegen. Ermutigen Sie Ihr Kind, auch einmal anders zu sein als andere und sich selbständig Ziele zu setzen.

Kriterien für die Schulwahl: Welche Schule soll es jeweils sein?
Precht: Eine Schule mit jahrgangsübergreifendem, projektorientiertem Lernen. Eine Schule mit einem engagierten Lehrernetzwerk, möglicherweise mit Einbindung von Experten aus der Praxis. Schüler sollten gezielt zu kreativen Leistungen – auch und besonders im Austausch mit anderen – angespornt werden. Computer sollten eine zentrale Rolle im Unterricht spielen, z.B. in Fächern wie Mathematik.

Hattie: Der Lehrer ist entscheidend für den Lernerfolg der Kinder. Bei der Wahl der Schule sollten Eltern deshalb auf den Ruf der Lehrerschaft achten. Kleine Klassen können die Lernsituation verbessern, aber das ist nicht zwingend.

Juul: Der Dialog zwischen Eltern, Lehrern und Kindern ist ein besonderes
Kriterium für den Lernerfolg. Eltern sollten entsprechend eine Schule wählen, in
der sie selbst als aktiver Part eingebunden werden.

scoyo verfolgt das Ziel, Eltern im Lernalltag der Kinder zu entlasten. Der Online-Lernspezialist fördert das selbständige Lernen für Schüler von der ersten bis zur siebten Klasse. Eltern behalten zwar den Überblick über die Lernentwicklung der
jungen Schüler, die Übungen und Tests sind dabei aber so konstruiert, dass die Kinder sie spielerisch selbständig lösen können. Aufgeteilt in kurze Lern-Levels ist die Computernutzung zeitlich einfach einzugrenzen. Kinder erweitern so nicht nur eigenständig ihr Wissen in den wichtigsten Schulfächern, sondern auch ihre
Medienkompetenz.

 

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