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Schule: Achtjähriges Gymnasium schon wieder vor dem Aus

Schule: Achtjähriges Gymnasium schon wieder vor dem Aus

Eltern und Politiker geben keine Ruhe: Kaum wurde das achtjährige Gymnasium flächendeckend in Deutschland eingeführt, wird es auch schon wieder demontiert. Wem nützt das? Am wenigsten wohl den Schülern.

Vielleicht braucht das deutsche Bildungssystem eine Reform, die diesen Namen auch wirklich verdient. Vielleicht ist es an der Zeit, mit der Kleinstaaterei aufzuhören und endlich für ein einheitliches und verbindliches Schulsystem im ganzen Land zu sorgen. Ein System, das verlässlich und fair ist und Chancengleichheit garantiert.

Was deutsche Schulen ganz sicher nicht brauchen, ist die andauende Diskussion darum, ob das Gymnasium nun acht oder neun Jahre dauern soll. Im Osten Deutschlands funktioniert das achtjährige Gymnasium schon seit Jahrzehnten, vor etwa zehn Jahren wurde es auch in Westdeutschland eingeführt. Nun droht der Reform das Aus. Und der deutschen Bildungslandschaft ein weiteres Debakel.

In immer mehr Bundesländern sehen die Regierungen G9-Optionen vor, in einigen setzen sich Initiativen für Modelle ein, die acht- und neunjähriges Gymnasium parallel laufen lassen. Viele würden das Achtjährige am liebsten gleich ganz abschaffen – weil die Kinder angeblich überfordert sind mit der verkürzten Schulzeit, zu viel Stress haben und zu wenig Freizeit.

In Hamburg brachte die Elternvereinigung „G9 jetzt!“ nun eine sogenannte Volksinitiative für die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 auf den Weg. Sie ist die erste Stufe eines Begehrens von Bürgern, an dessen Ende ein für den SPD-Senat der Hansestadt bindendes Votum stehen könnte. Ein derartiger Volksentscheid hatte 2010 die Pläne der damaligen schwarz-grünen Landesregierung gestoppt, die Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre auszuweiten. Auch in Bayern wollen die Freien Wähler mit einem Volksentscheid G9 als Alternative zu G8 wieder einführen, wie der Spiegel berichtet. Die Pläne reichen über das im Freistaat bereits eingeführte sogenannte Flexibilisierungsjahr hinaus. G9-Züge gibt es zudem in Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Liebe besorgte Eltern, vor allem die aus den feinen Elbvororten, reißt euch mal zusammen. Acht Jahre reichen, um das Abi zu machen. Euer Kind wird dabei nicht verlieren, sondern ein Jahr Zeit gewinnen. Worauf es ankommt, ist auch nicht die Zahl der Schuljahre, sondern die Qualität des Unterrichts. Und die kann nicht besser werden, wenn alle paar Jahre am System geschraubt wird.

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