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SAITEN DES LEBENS

SAITEN DES LEBENS

Saiten des LebensDie vier Musiker des weltberühmten „Fugue String Quartet“ aus New York wollen ihr 25-jähriges Bestehen mit der Aufführung eines Streichquartetts von Beethoven feiern. Doch die gut austarierten Beziehungen untereinander geraten ins Wanken, als der geistige Kopf und die Vaterfigur des Quartetts, Cellist Peter Mitchell, seinen Ausstieg bekannt gibt – das Jubiläumskonzert droht zu platzen. „Saiten des Lebens“ versammelt eine hochkarätige Darsteller-Riege, wie die Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman und Christopher Walken. Dazu zählen ebenso die wunderbare Catherine Keener und der charismatische Mark Ivanir, die sich ab dem 2. Mai im Kino mit weitaus mehr als nur den Saiten ihrer Instrumente befassen. 

Wer in der Welt der Klassik nicht zu Hause ist, weiß trotzdem spätestens nach einer Aufführung von „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind, dass es auch unter feinsinnigen Musikseelen Eifersüchteleien, Primadonna- Gehabe und ganz schlichte menschliche Bedürfnisse gibt – nur eben in einer erhabenen, gediegenen Atmosphäre. In ebenso einem Dunstkreis bewegen sich die Mitglieder des Quartetts und trotzdem verdrischt der zweite Geiger den ersten, und das nicht nur aus Neid um dessen exponierte Stellung. Aber der Reihe nach.

Die niederschmetternde Diagnose Parkinson beendet die aktive Musikerkarriere des Cellisten Peter Mitchell (toll: Christopher Walken). Dieser stellt sich schnell den Gegebenheiten und setzt die Mitstreiter seines Quartetts unumwunden über seinen Abschied in Kenntnis. Er präsentiert ihnen gar eine geeignete Nachfolgerin. Doch davon will Juliette Gelbart (Catherine Keener), die Viola-Spielerin, absolut nichts wissen. Peter ist für sie Mentor und Vaterersatz in einer Person. Seine Diagnose trifft sie fast härter als den Kranken selbst.

Saiten des Lebens1Ihr Ehemann Robert (Philip Seymour Hoffman), die zweite Geige, sieht in der Veränderung eine Chance, auch einmal die erste Geige spielen zu können. Doch stößt sein Wunsch weder bei seiner Frau und erst recht nicht beim ersten Geiger Daniel Lerner (Mark Ivanir) auf Gegenliebe. Bei den Eheleuten Juliette und Robert setzt die Auseinandersetzung darüber eine ganze Lawine von Ereignissen in Gang, die ihre bis dahin gut funktionierende Ehe zu zerbrechen droht.

Saiten des Lebens2Die blutjunge, gemeinsame Tochter Alexandra (hinreißend: Imogen Poots) macht sich derweil an ihren Geigenlehrer Daniel heran, den Musikerkollegen ihrer Eltern. Der kann der bildhübschen begabten Alexandra nicht lange widerstehen. Die Liaison hat zwar keine Zukunft, bringt aber das ohnehin schon fragile Gebilde des Quartetts in Einsturzgefahr.

Sind die verzankten Musiker fähig, ihrem erkrankten Kollegen einen würdigen Abschied zu bereiten? Und wird das Quartett, trotz sich verhärtender Fronten sein 25-jähriges Jubiläum feierlich begehen?

Diese Fragen stellt und beantwortet Yaron Zilberman, der für Buch und Regie verantwortlich zeichnet, in seinem Spielfilmdebüt „Saiten des Lebens“. Dabei widmet er sich mit besonderer Hingabe der Beziehungsdynamik – der der Musiker, aber vor allem auch der des langjährigen Paares und deren Tochter. Untermalt von den dramatischen Klängen aus Beethovens Streichquartett Nr. 14, Opus 131 in cis-moll, zieht er allen Beteiligten den emotionalen Teppich unter den Füßen weg, konfrontiert sie mit Abschied, Ablösung, Krankheit und Trennung. Das hat Folgen auf mehreren Ebenen und für mehrere Generationen.

Unterhaltsam und zum Teil bewegend ist es, den Figuren zu folgen, die aus der eigenen Komfortzone gerissen, durch die Trümmer ihres alten in ein neues, noch ungepflastertes Lebens straucheln. Erinnerungen an ähnliche Szenen in Dustin Hoffmans „Quartett“ schmählern den Genuss keinesfalls.

Saiten des Lebens_PlakatKinostart: 2. Mai 2013; Regie: Yaron Zilberman; FSK: a 6 Jahren; Länge: 105 Min.; Verleih: Senator; Link: saitendeslebens.senator.de

 

 

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