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Buchtipp: „Hört auf zu arbeiten!“

Buchtipp: „Hört auf zu arbeiten!“

Den Autoren Anja Förster und Peter Kreuz ist bewusst, dass zwischen der wirtschaftlichen Realität in Deutschland und ihrem Standpunkt zur Zeit ein Abgrund klafft. Sie gehen also mit ihrer Aussage in der Überschrift ein kalkuliertes Risiko ein. Leser könnten sich die Frage stellen: Haben Förster & Kreuz das Prinzip Wirtschaft überhaupt verstanden? Sind sie jetzt total abgehoben? Aber den beiden ist die Botschaft ihres neuen Buches wichtig: Hört auf zu arbeiten, nach Schema F zu funktionieren, Eure „Jobs zu machen“ – und konzentriert Euch auf das, was wirklich einen Unterschied macht!

 

Das Modell „Arbeitskraft gegen Geld“ hat ausgedient
Die Frage, die sich Anja Förster und Peter Kreuz in ihrem Buch stellen, lautet daher: Wie können wir wieder mehr das tun, was uns inspiriert und uns das Gefühl gibt, in unserem Element zu sein? Das ist so viel mehr als nur „gute Arbeit“ und ehrliche Pflichterfüllung. Nur, wenn wir unsere Arbeit zurückerobern als lebenswerten Teil unserer Identität, dann entsteht ein Klima der Kreativität und des Engagements, von dem Menschen wie Unternehmen profitieren.

Die Autoren wissen: Die Ausgangssituation dafür ist nicht einfach, denn unsere Arbeitswelt orientiert sich strukturell noch immer am Fabrikzeitalter: Alles ist normiert, optimiert, durchgetaktet- und wir sind mittendrin, weitgehend fremdgesteuert. Effizienz und Effektivität sind die Götzen, die wir anbeten. Unsere Wirtschafts-Maschinerie ermöglicht zwar einen gut geölten Betrieb, aber gleichzeitig legt sie unsere Originalität, unsere Eigeninitiative, unseren Wagemut in Ketten – und fokussiert uns zwanghaft auf das Außen. das ist jedoch das Gegenteil von selbstbestimmter Arbeit, von Schaffensdrang, von Erfolg.

Damit Arbeit für uns wieder zum lebenswerten Teil unserer Identität wird, müssen wir einen Perspektivenwechsel vollziehen. Nach innen blicken statt nach außen. Weg von der Denke: Wenn ich im Außen funktioniere, werde ich durch Sicherheit belohnt. Das ist ein Trugschluss, weil kein Arbeitsplatz heute mehr sicher ist! Die einzige belastbare Sicherheit liegt in uns selbst und unserer Fähigkeit, mit Engagement und klugen Ideen einen Beitrag zu leisten, der nicht so schnell austauschbar ist. Und wer den Mut hat, sich auf eine Goldgräberreise in sein Inneres zu begeben, stößt auf Erfolgsadern und gewinnt Freiraum: Mental, finanziell – und auf sein ganzes Leben bezogen. Davon sind die beiden fest überzeugt.

Anja Förster und Peter Kreuz begreifen sich als zu einer neuen Generation von Vordenkern für Wirtschaft und Management gehörig. Sie arbeiten als Berater, Referenten und erfolgreiche Buchautoren – sie leben also, was sie schreiben – und sind deswegen zum Vor- und Querdenken berufen. Ihr Buch „Alles, außer gewöhnlich“ wurde 2007 Wirtschaftsbuch des Jahres. „Hört auf zu arbeiten!“ ist aktuell in die Top 20 der Spiegel-Bestseller-Liste (Paperback) eingestiegen.

Anja Förster, Peter Kreuz: Hört auf zu arbeiten!: Eine Anstiftung, das zu tun, was wirklich zähltPantheon, 240 Seiten, Klappenbroschur, ca. 15 Euro, ISBN 978-3-570-55189-9

foerster-kreuz.com

Kommentare anzeigen (2)

2 Comments

  1. sdaktien

    24. April 2013 in 12:15

    Grundsätzlich denke ich, die beiden Autoren haben recht. Man sollte sich eine Arbeit suchen, die zu einem passt und die man gerne macht. Ich denke aber auch, dass dies in unserer heutigen Arbeitswelt nicht ganz so einfach ist, erst recht dann, wenn das Geld nicht nur für einen selbst, sondern für eine ganze Familie reichen muss.
    Das eigentliche Problem liegt für mich dabei nicht bei einem selbst, sondern in Elternhaus und Schule (für mich vor allem dort). Die Schule sollte eigentlich der Ort sein, in dem Kinder zu Persönlichkeiten heranreifen, die frei, unabhängig, selbstbewusst und ohne Angst durchs Leben gehen. Das Gegenteil ist jedoch häufig der Fall, es wird darauf hingearbeitet das Schüler funktionieren und (für Lehrer) leicht zu handhaben sind. Die Ausbildung kritischer Persönlichkeiten wird dabei vernachlässigt mit entsprechenden Folgen im Berufsleben.
    Wer dann kein Elternhaus hat, dass die Kinder unterstützt (aufgrund der eigenen Erziehung vielleicht nicht stützen kann), hat dann eigentlich schon verloren, mit den entsprechenden Folgen, die die Autoren beschreiben.

    • wkerner

      30. Mai 2013 in 09:27

      Sie haben vollkommen Recht – und genau diese Problematik ist den Autoren nicht entgangen. Ein ganz großes Kapitel handelt von unserem unzeitgemäßen Bildungssystem.
      Ein großartiges Zitat aus dem Buch, das ich sehr liebe: „Schule bereitet unsere Kinder perfekt vor auf eine Arbeitswelt voller Fabriken mit den Routinearbeiten von Bürosklaven in genormten Büros in seelenlosen Bürotürmen.“
      Das Buch ist großartig. Lesen Sie es.

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