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GINGER & ROSA

GINGER & ROSA

Die Freundinnen Ginger und Rosa kann scheinbar nichts und niemand auf der Welt auseinander bringen. Doch tatsächlich ist das Leben nicht immer so unbeschwert, wie es sich die Freundinnen erträumen. Und so werfen die Zeichen der Zeit mit ihren politischen Verwicklungen während der Kuba-Krise und schließlich die unerlaubten Gefühle Rosas für Gingers Vater große Schatten auf die einst unerschütterlich geglaubte Freundschaft der beiden…Das sensible Drama von Regisseurin Sally Potter verspricht einen Film mit großen Gefühlen, gespielt von einem eindrucksvollen Cast, allen voran Alice Englert und Elle Fanning – ab 11. April im Kino. 

London, 1962. Die zwei Teenager Ginger (Elle Fanning) und Rosa (Alice Englert) sind unzertrennliche Freundinnen. Sie schwänzen gemeinsam die Schule, reden stundenlang über Liebe, Religion, Politik und träumen von einer Zukunft voll abenteuerlichen Freiheiten. Sie haben keine Lust, im selben tristen Alltagsmief zu enden wie ihre eigenen Mütter.

Rosas Mutter Anoushka (Jodhi May) ist ein überforderter Single, Gingers Mutter Natalie (Christina Hendricks) befindet sich im frustrierenden Clinch mit ihrem Ehemann Roland (Alessandro Nivola). Doch für die beiden Mädchen ist der Schriftsteller ein Idol von fast magischer Anziehungskraft.

Rosa verliebt sich in ihn. Für Ginger geht damit die Welt unter. Als Gingers Eltern sich trennen, findet sie Zuflucht bei dem homosexuellen Paar Mark (Timothy Spall) und Mark (Oliver Platt) sowie deren amerikanischer Dichter-Freundin Bella (Annette Bening).

Sie stürzt sich in ihr politisches Engagement und nimmt an den Anti-Atom-Demonstrationen teil. Als schließlich die Kuba-Krise eskaliert, ist der emotionale Abgrund zwischen den beiden Freundinnen so zerstörerisch wie der drohende Atomkrieg. Ginger bleibt nur eine Hoffnung: Wenn Sie die Welt vor dem Untergang bewahren kann, schafft sie es vielleicht auch ihr persönliches Schicksal zu ändern…

„Ginger & Rosa“ ist der siebte Film der vielfach preisgekrönten britischen Ausnahme-Regisseurin Sally Potter („Tango-Fieber“, „Rage“). Das sensible Drama der renommierten Regisseurin ist ein Film mit großen Gefühlen, gespielt von einem eindrucksvollen Cast, allen voran die beiden Hollywood-Newcomerinnen Alice Englert und ganz besonders Elle Fanning. Sie war gerade einmal dreizehn Jahre alt, als die Dreharbeiten zu „Ginger & Rosa“ begannen, und begeistert mit einer sensationellen Performance.

Interview mit Regisseurin Sally Potter
Wie kam es zu dem Projekt?
„Ich wollte zum einen eine einfache, schlichte Geschichte erzählen, zum anderen zeigen, dass private Augenblicke unseres Lebens mit der Weltgeschichte verflochten sind. Wir sind Teil von allem, und alles ist ein Teil von uns. Diese Überlegung wollte ich anhand zweier Mädchen untersuchen, die in den frühen Sechzigern aufwachsen. In einer Zeit also, in der allmählich der Kalte Krieg immer stärker ins Bewusstsein der Menschen rückt und die atomare Bedrohung während der Kuba-Krise ihren bisher gefährlichsten Höhepunkt erreichte. Viele Menschen dachten damals, dies könnte das Ende der Welt sein. Diese weltweite Krisensituation spiegelt sich in den Beziehungen der einzelnen Charaktere dieser Geschichte: in ihren Lügen und ihrem Verrat, dem Aufeinanderprallen ihrer Überzeugungen, ihrer Angst vor der Vernichtung und ihrer Hoffnung für die Zukunft. Es gibt keine guten oder bösen Figuren in dieser Geschichte. Es geht um  Individuen, die einfach ihr Bestes versuchen – angesichts dessen, woran sie in diesem Moment gerade glauben und wovon sie annehmen, es sei richtig, um weiterhin ein erfülltes Leben zu führen.“

Welche Erinnerungen haben Sie selbst an diese Zeit?
„Ich habe viele genaue und auch schmerzliche Erinnerungen an diese Phase. Die Existenz der Atombombe und die Schrecken von Hiroshima waren mir sehr bewusst. Ich hielt es für undenkbar und unverantwortlich, dass solche Waffen überhaupt existieren – vom Menschen erschaffen und dazu gedacht, uns zu bedrohen. Während der Kuba-Krise war ich dreizehn Jahre alt, und ich dachte damals wirklich, das ist das Ende der Welt. Aber meine eigenen Erinnerungen sind nicht genug Stoff für einen Film. Daher habe ich jede Dokumentation angesehen, die ich zu dieser Zeit und diesem Thema auftreiben konnte und habe Leute befragt, die sich damals in der Protestbewegung engagiert hatten – im ‚Komitee der 100‘ zum Beispiel. Ich wollte wissen, wie es zuging, und was das alles für sie persönlich bedeutete. Ich las und erinnerte mich und hörte zu und malte mir die Zeit aus. Ich wollte alles so authentisch wie möglich darstellen. So wahr wie möglich. So echt wie möglich. Ein Porträt dieses Ausschnitts der britischen Gesellschaft war bisher viel zu selten im Film zu sehen – der Idealisten und Freidenker, der Atheisten und Gläubigen, die alle enorm leidenschaftlich waren, fehlerhaft und voller Widersprüche.“

Wie trafen Sie die Musikauswahl?
„Die Musik im Film ist praktisch der Soundtrack des Lebens der Figuren. Es gibt keine Partitur im klassischen Sinn, sondern nur die Musik, die sich die Charaktere in bestimmten Momenten anhören, egal ob im Radio oder auf Platte. Ich habe Songs ausgewählt, die in dieser Zeit in der Hitparade waren (das geht dann von ‚Apache‘ der Shadows bis hin zu ‚Take Five‘ von Dave Brubeck), dazu Miles Davis, Thelonius Monk, Sidney Bechet und Django Reinhardt.“

Können Sie die wichtigsten Themen des Films zusammenfassen?
„Es geht um Freundschaft und Verrat, um Freiheit und Verantwortung, um die Politik in der Liebe und die Liebe in der Politik. Wie wir alle miteinander verbunden sind – ob wir es nun wollen oder nicht – mit den großen Ereignissen der Zeitgeschichte, egal ob hier oder auf der anderen Seite der Erde. Aber es geht auch um Moral und die ethischen Entscheidungen, die Menschen aufgrund ihres ganz speziellen Wertesystems treffen. Und um den Kampf zweier junger Mädchen um Beachtung als aufstrebende Künstlerinnen und politische Aktivistinnen.“

Kinostart: 11. April 2013; Regie: Sally Potter; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 91 Min.; Verleih: Concorde; Link: gingerundrosa-derfilm.de

 

 

 

 

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