Familienleben

Brautstrauß diente früher als Duftmittel

Brautstrauß diente früher als Duftmittel

Der Mai ist seit jeher einer der beliebtesten Monate zum Heiraten. Schon in den Wochen zuvor laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren – von der Suche nach dem passenden Brautkleid, über die Auswahl des Restaurants, wo gefeiert wird, bis hin zur Einladung der Gäste. Die Landzeitschrift „daheim in Deutschland“ widmet sich in ihrer April/Mai-Ausgabe dem Thema „Hochzeitsbräuche“ und einem wichtigen Utensil, das zur Hochzeit gehört: dem Brautstrauß.

So wie das Sammeln von Pfennigen für die Brautschuhe oder das Bewerfen des frisch getrauten Paares mit Reis zu den Traditionen gehört, zählt auch das Werfen des Brautstraußes seit Jahrhunderten zu den Hochzeitsbräuchen. Die meisten Männer orientieren sich bei der Auswahl an den Lieblingsblumen der Frau oder suchen die Blumen passend zum Brautkleid aus.

Was viele nicht wissen: In der Renaissance diente der Brautstrauß nicht nur als wichtiges Accessoire, sondern hatte auch eine ganz praktische Funktion. Weil es damals um die Körperhygiene noch nicht so gut bestellt war wie heutzutage und in den Kirchen im Regelfall reichlich Weihrauch verwendet wurde, herrschte oftmals dicke Luft vor dem Altar. Um die Braut vor einem Ohnmachtsanfall zu bewahren, schritt sie deshalb mit einem wohlriechenden Duftstrauß zur Trauung.

Seit dem 16. Jahrhundert war Myrte dann als Strauß besonders beliebt, weil sie als Symbol der Keuschheit, Reinheit und der über den Tod hinaus andauernden Liebe gilt. Und hier kommt der oben bereits erwähnte Brauch ins Spiel: Am Ende der Hochzeitsfeier stellt sich die frischvermählte Ehefrau mit dem Rücken zu allen unverheirateten Frauen, die unter den Gästen sind, und wirft ihren Brautstrauß. Man sagt, die Fängerin des Straußes sei die Nächste, die heiraten wird.

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