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HITCHCOCK

HITCHCOCK

1960 revolutionierte Alfred Hitchcock mit „Psycho“ den Horrorfilm. „Hitchcock“ erzählt die Geschichte des wohl größten Erfolgs eines der wichtigsten Regisseure der Filmgeschichte – und von einem Ehedrama, das mit Anthony Hopkins und Helen Mirren glänzend besetzt ist (Kinostart: 14. März).

 

Er starb, lange bevor die meisten der heutigen Kinobesucher überhaupt geboren wurden. Er war der größte Regisseur seiner Zeit und schon zu Lebzeiten eine Legende: Alfred Hitchcock, Schöpfer von Meisterwerken wie „Das Fenster zum Hof“ und „Vertigo“. Erst über 30 Jahre nach seinem Tod wagte sich Hollywood daran, das Leben des Meisters selbst auf die Leinwand zu bringen. Das ist in mehrfacher Hinsicht erstaunlich, denn Hitchcock lieferte nicht nur geniale Filme ab, sondern auch jede Menge Stoff für die Klatschpresse. Seine Obsession für blonde Hauptdarstellerinnen war legendär, die Selbstinszenierungen in Kurzauftritten in seinen Filmen und als TV-Erzähler seiner Fernsehkrimis machten den dicken Londoner mit dem hintergründigen Gesichtsausdruck zum Star. Auch die schwierige Ehe mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Alma Reville lieferte immer wieder Schlagzeilen.

Diese Ehe ist auch Dreh- und Angelpunkt in „Hitchcock“. Der Film basiert auf dem Buch „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“ von Stephen Rebello. Dementsprechend konzentrierte sich Regisseur Sacha Gervais auf eine kurze, aber sehr prägnante Episode aus dem Leben Alfred Hitchcocks. Die Entstehung des Horror-Klassikers liefert sozusagen die Kulisse für diesen amüsanten Mix aus Biopic, Filmgeschichte und Ehedrama.

Wir schreiben das Jahr 1959. Nach dem Erfolg von „Der unsichtbare Dritte“ gerät Hitchcock in eine Schaffenskrise. Jüngere Regisseure drängen auf den Markt, dem Master of Suspense scheinen die Ideen auszugehen, und die Hollywood-Studioroutine ödet ihn an. Der Roman „Psycho“ über den schizophrenen Massenmörder Ed Gein reißt ihn aus der Lethargie, das blutige Stück soll sein nächstes Werk werden. Der Film ist von Anfang an darauf ausgelegt, zu schockieren. Die Studiobosse sind von der düsteren Story überhaupt nicht amüsiert. Hitchcock realisiert „Psycho“ auf eigene Faust – mit der Unterstützung seines Agenten Lew Wasserman (Michael Stuhlbarg) und seiner Frau Alma (Helen Mirren) stellt er Drehbuch und Finanzierung auf die Beine.

Für die Hauptrolle verpflichtet er die junge Janet Leigh (Scarlett Johansson), eine blonde Schönheit, für die der Regisseur mehr als nur die Augen eines Profis hat. Das entgeht weder Alma noch dem Team. Frustriert über den egomanen Alfred trifft sich Alma mit dem windigem Whitfiied Cook (Danny Huston), um gemeinsam an einem Drehbuch zu arbeiten. Währenddessen gerät Hitchcock bei den Dreharbeiten in eine Art Wahn – in albtraumhaften Szenen begegnet er immer wieder dem Killer Ed Gein. Der Meisterregisseur und der Mörder scheinen einiges gemeinsam zu haben …

Bemerkenswert: „Hitchcock“ kommt ohne Originalausschnitte aus „Psycho“ aus, denn die durften aus urheberrechtlichen Gründen nicht verwendet werden. Das schmälert das Vergnügen an diesem Film-und Schauspieler-Film aber keineswegs. Denn im Mittelpunkt von „Hitchcock“ steht das Ehedrama zwischen Alma und Alfred. Und damit zwei Schauspieler, die so gut wie jede Rolle zu ihrer eigenen machen: Helen Mirren und Anthony Hopkins sind Alma und Alfred. Die verbalen Verletzungen, die sich das Hollywood-Ehepaar zufügt, formen sie in feine Spitzen um. Die Szenen einer Ehe sind scharfzüngig, amüsant, kurzweilig. Hopkins verschwindet hinter einer  monströsen Maske, trifft den spöttischen Tonfall und die englische Arroganz des Originals aber ziemlich genau. Helen Mirren läuft als kluge und selbstbewusste Ehefrau im Schatten eines großen Mannes zur Hochform auf – eine „Queen“ in jeder Faser.

Scarlett Johansson und Jessica Biel (als Vera Miles) sind da fast nur schmückendes Beiwerk – wie es die Schönheiten in vielen der Filme Hitchcocks auch waren. Es schadet übrigens nicht, „Psycho“ zu kennen oder sich den Film noch mal vor „Hitchcock“ anzusehen. Vermutlich funktioniert „Hitchcock“ aber auch ohne große Vorkenntnisse – sofern man eine Schwäche für großes Schauspieler-Kino hat.

Kinostart: 14. März; Regie: Sacha Gervasi; FSK: ab 12; Länge: 98 Min.; Verleih: Fox Deutschland; Link: www.hitchcock-derfilm.de

 

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