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RUBINROT

RUBINROT

Am 14. März kommt nun mit „Rubinrot“ die von Fans heiß ersehnte Verfilmung des gleichnamigen ersten Teils der Romantrilogie von Kerstin Gier ins Kino. Aufgrund der großen Popularität dieser Trilogie – immerhin wurde sie in 28 Sprachen übersetzt und auch in 28 Ländern erfolgreich über den Ladentisch gebracht – wird die Geschichte um Zeitreisen und Geheimlogen als gar nicht blutleerer Nachfolger der „Twilight“-Saga mit namhaftem deutschen Cast gehandelt und mit dem Prädikat „wertvoll“ besiegelt.

 


Eigentlich ist Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich) ein ganz normaler 16-jähriger Teenager – ärgerlich nur, dass ihre Familie definitiv einen Tick zu viele Geheimnisse hat. Allesamt ranken die sich um ein Zeitreise-Gen, das in der Familie vererbt wird. Jeder ist sich sicher: Gwens Cousine Charlotte (Laura Berlin) trägt das Gen in sich und so dreht sich alles ständig um sie.

Bis sich Gwen eines Tages aus heiterem Himmel im London Anfang des 20. Jahrhunderts wiederfindet. Ihrer Mutter Grace (Veronica Ferres) wird schlagartig klar, dass nicht Charlotte, sondern Gwen zur Zeitreisenden geboren wurde. Und das, obwohl sie darauf gut verzichten könnte. Genauso wie auf Charlottes arroganten Freund Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner), mit dem sie sich nun zusammentun muss, um im Auftrag einer Geheimloge das größte Geheimnis ihrer Familiengeschichte aufzuklären.

Eins steht für sie fest: Sie wird alles daran setzen die uralten Mysterien zu lösen. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!

Dass Kerstin Giers Romantrilogie (Liebe geht durch alle Zeiten. 3 Bände – Sonderausgabe: Rubinrot / Saphirblau / Smaragdgrün) einer zeitlosen Liebe über eine Million Mal über den Ladentisch ging und der erste Teil, „Rubinrot“ bis heute in 28 Länder verkauft und in 28 Sprachen übersetzt wurde, ist kein Wunder. Die mitreißend geschriebene verzwickte Liebesgeschichte zwischen Gwendolyn Shepherd und Gideon de Villiers ist angesiedelt in London, dem derzeit hippsten Ort auf der Welt, die Geschichte ist actiongeladen, die Zeitreisen erlauben visuelle Trips in die Historie und die sagenumwobenen Geheimlogen bringen das nötige Quentchen Mystik mit. Das ist europäische Geschichte zum Anfassen und Mitfiebern.

Regie bei der actionreichen Mantel-und-Degen-Liebesgeschichte durch alle Zeiten vor eindrucksvollen Locations führte Felix Fuchssteiner („Die Kurve“, „Draußen am See“), nach einem Drehbuch von Katharina Schöde. Hauptdarsteller sind die Jungschauspieler Maria Ehrich („Rock it“, „Doctor’s Diary“) als Gwendolyn, Jannis Niewöhner („Die Wilden Hühner und die Liebe“, „Sommer“, „Gangs“) als Gideon und Model Laura Berlin („Schneewittchen“) als Charlotte. Die Nebenrollen sind prominent besetzt, u. a. mit Veronica Ferres, Uwe Kockisch, Katharina Thalbach, Gottfried John, Gerlinde Locker, Rüdiger Vogler, Florian Bartholomäi („Der Vorleser“), Josefine Preuß („Türkisch für Anfänger„), Sibylle Canonica sowie als Gäste Kostja Ullmann („Groupies bleiben nicht zum Frühstück„), Peter Simonischek und Axel Milberg.

Soweit ist alles prima. Aber wie schon in den „Twilight„-Verfilmungen will auch hier die enorme Spannung, die den Leser des geschriebenen Wortes erfasst und ihn förmlich durch die Seiten treibt, um auch noch den letzten Rest einer unstillbaren Sehnsucht nach Abenteuer, Romantik und Irrationalem zu stillen, nicht aufkommen. Natürlich ist es immer heikel, eine Literaturvorlage zu verfilmen – zu individuell sind die persönlichen Vorstellungen beim Lesen. Der Cast, für den teilweise in Leserforen auch schon das potentielle Publikum mit einbezogen wurde, ist aber eigentlich gar nicht schlecht. Und bei jetzt schon 122 Minuten Filmlänge wäre ein detaillierteres Feinzeichnen der Charaktere wohl zum Late-Night-Kino eskaliert. Vielleicht liegt es dann doch daran, dass der Jagd nach besonders schönen Bildern und eindrucksvollen Sequenzen in opulenten Kostümen mehr Raum gegeben wird als der schauspielerischen Aussagekraft jedes einzelnen Protagonisten. Herausstechend positiv hierbei ist erstaunlicherweise Laura Berlin – vielleicht kommt dem Model zu Gute, dass sie in ihren relativ kleinen Auftritt wirklich ihr ganzes Herzblut legen konnte, während die anderen Jungdarsteller sich über etliche Drehtage auch noch mit Stuntszenen herumschlagen mussten. Das könnte dann ja mit dem zweiten Teil „Saphierblau“, auf dessen Realisation alle Zeichen hindeuten, eindeutig besser werden.

Fazit: Jugendroman-Verfilmung mit „Must-See“-Potential und gutem deutschem Cast, der es bei großem Aufgebot an Action vor historischem Hintergrund noch ein wenig an Mut fehlt, sich aus dem Windschatten von „Twilight“ zu lösen und den alles andere als blutleeren Charakteren mehr Leben und einen Hauch mehr Mystik einzuflößen.

Kinostart: 14. März; Regie: Felix Fuchssteiner; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 122 Minuten; Verleih: Concorde; Link: rubinrot-der-film.de


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