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TAKE THIS WALTZ

TAKE THIS WALTZ

„Take this Waltz“ heißt ein schöner, wie melancholischer Song von Leonard Cohen, den die kanadische Drehbuchautorin und Regisseurin Sarah Polley mit Bedacht zum Titel ihres neuen Films auserkoren hat. Neben einer Liebeserklärung an ihre Heimatstadt Toronto schuf sie eine romantische Dramödie mit einer hinreißenden Michelle Williams in der Hauptrolle und einem durch und durch beseelten Soundtrack – ab 7. März in unseren Kinos.


Sarah Polley, die ihr gefeiertes Regiedebüt mit dem Alzheimer-Drama „An ihrer Seite“ gab, wendet sich auch in ihrem neuen Werk wieder den tragischen Seiten der Liebe zu. Im Mittelpunkt stehen diesmal allerdings nicht (ältere) Paare, die durch Krankheit auseinander gerissen werden, sondern junge Menschen an der Schwelle zum Erwachsensein, die sich mit ihren Entscheidungen „Ist er wirklich der eine für immer?“ herumplagen.

Auch wenn „Take this Waltz“ gleich zum Anfang augenzwinkernd klar macht, dass man zu anderen Zeiten für den Ehebruch mit einer Steinigung rechnen durfte, geht es hier um moralische Ansprüche, nicht um Leben und Tod. 

Vor genau so einem moralischen Dilemma steht die 28 Jahre junge Margot (Michelle Williams), die seit fünf Jahren glücklich mit dem Kochbuchautor Lou (total sympathisch Seth Rogen) verheiratet ist, als sie den attraktiven Lebenskünstler Daniel (Luke Kirby) trifft. Der wohnt auch noch direkt gegenüber, läuft ihr also unweigerlich alle naselang über den Weg – das Schicksal macht es der verträumten jungen Frau aber auch wirklich nicht leicht. Wie soll sie da der Verlockung wiederstehen und  nicht doch Zeit mit diesem anziehenden Mann verbringen?

Längst hat sie sich in Daniel verliebt, kämpft aber um den Fortbestand ihrer Ehe. Zu Recht, sie hat einen liebevollen und lustigen Mann, der ihr Aufmerksamkeit und Geborgenheit schenkt. Da quält sie sich ganz mächtig mit ihrer Entscheidung und die beteiligten Männer gleich mit. Das ist Leiden auf hohem Niveau und ja, Trennungen tun gemeinhin weh, selbst demjenigen, der geht. 

Aus dem Zwiespalt dieser Frau – bleibt sie bei ihrem Mann oder erliegt sie dem Kitzel des Neuen – gleich einen ganzen Film zu machen, scheint nicht eben originell , ist aber gegenüber Hollywood-Liebesfilmen, in denen es  nur darum geht, ob  und wer sich am Ende kriegt, durchaus eine mutige Abwechslung.  Außerdem findet Pollyes Kameramann Luc Montpellier betörend schöne Bilder, sodass man den authentischen Figuren einfach gerne beim Leben, Lieben und Leiden zusieht.

Und das alles auch noch während eines märchenhaften Sommers  in einer charmanten Großstadt, die wir ausschließlich von ihrer Schokoladenseiten kennenlernen.  Allerdings werden einem die knapp zwei Stunden ab und an doch ein bisserl lang.

Kinostart: 7. März 2013; Regie: Sarah Polley; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 116 Min.; Verleih: Koolfilm ; Links: takethiswaltz-film.de

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