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Studie behauptet: Fernsehen macht Kinder zu Kriminellen

Studie behauptet: Fernsehen macht Kinder zu Kriminellen

Darüber streiten die Gelehrten seit Jahrzehnten: Ist TV-Konsum für Kinder schädlich? Wie wirkt sich Fernsehen auf den Nachwuchs aus? Eine Langzeitstudie scheint nun zu bestätigen, was viele Experten schon lange vermuteten: Fernsehen schadet. Kinder, die exzessiv die Glotze nutzen, neigen im Erwachsenenalter mitt größerer Wahrscheinlichkeit zu antisozialem oder sogar kriminellem Verhalten.

Darf mein Kind fernsehen? Und wenn ja, wie lange sollte es in welchem Alter höchstens vor der Glotze sitzen? Diese Fragen treiben viele Eltern um. Wirklich zuverlässige Antworten darauf gibt es nicht – wohl auch nach aktuellen Erkenntnissen der Tv-Wirkungsforschung nicht.

Das Ergebnis einer neuseeländischen Langzeitstudie, die ein Forscherteam an der University of Otago jetzt veröffentlichte, scheint den TV-Kritikern unter den Fachleuten recht zu geben. Wenn Kinder exzessiv fernsehen, werden sie sich im Erwachsenenalter mit einer größeren Wahrscheinlichkeit antisozial oder sogar kriminell verhalten, lautet das Fazit der neuseeländischen Forscher.

Die Forscher beziehen sich auf eine Langzeitstudie, die seit Jahrzehnten in Neuseeland läuft. Im Rahmen dieser Studie wurden etwa 1000 Kinder über viele Jahre hinweg beobachtet und unter anderem im Alter zwischen 5 und 15 Jahren zu ihren Fernsehgewohnheiten befragt. Die Testkandidaten wurden später auch als Erwachsene befragt.

Fazit: Diejenigen, die in ihrer Kindheit viel Zeit vor dem Fernseher verbrachten, litten später häufiger unter emotionalen Defekten als ihre Altersgenossen, bis hin zu antisozialen Persönlichkeitsstörungen. Mit jeder Stunde mehr Fernsehen durchschnittlich pro Tag, so interpretieren die Forscher ihre Zahlen, stieg das Risiko einer strafrechtlichen Verurteilung im jungen Erwachsenenalter um 30 Prozent.

Was genau diese Fehlentwicklungen bewirkt, ob also ein ursächlicher Zusammenhang zwischen TV-Konsum und Kriminalität besteht, lässt sich anhand der Studie jedoch nicht eindeutig belegen. Auch nach der Qualität des TV-Programms wurde offensichtlich nicht gefragt: Es dürfte einen Unterschied machen, ob Kinder Soaps und Shows oder Krimis und Actionfilme sehen. Die Forscher schließen allerdings andere negative Faktoren wie Erziehungsfehler, ungünstiges soziales Umfeld und bereits bestehende frühkindliche Aggressivität aus.

Häufiges Fernsehen, so stellen die Forscher kurz und bündig fest, führt zu antisozialen Verhaltensweisen und gestörten Persönlichkeitszügen.

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