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Flusskreuzfahrt auf dem Rhein: Familienurlaub mit Erlebnis-Garantie

Flusskreuzfahrt auf dem Rhein: Familienurlaub mit Erlebnis-Garantie

Aufregende Städte, grandiose Wasserwelten und fantastische Industrielandschaften: Eine Kreuzfahrt auf dem nördlichen Rhein zwischen Köln, den Niederlanden und Belgien ist ein Trip für Entdecker – und eigentlich eine hübsche und naheliegende Variante zum üblichen Familienurlaub. Aber klappt das auch, wenn Vater und Tochter  mal ohne den Rest der Familie auf Reisen gehen?

Ein bisschen gewundert hat es mich schon, dass meine Tochter von der Idee einer gemeinsamen Flusskreuzfahrt auf Anhieb begeistert war. Mit 18 Jahren hält man für gewöhnlich eher wenig bis gar nichts davon, allein mit dem Vater auf Reisen zu gehen. Erst recht nicht in einer 12-Quadratmeter-Kabine an Bord eines Schiffes, das den Rhein runterfährt und Passagiere befördert, die im Schnitt mindestens dreimal so alt sind wie sie selbst. Acht Tage ab Köln durch die Niederlande und Belgien – das muss aus Sicht eines Teenagers nach Strafexpedition und nicht nach Erlebnisurlaub klingen. Noch bevor ich den ersten Fuß an Bord der A-Rosa Aqua setze, wird mir klar, was meine Tochter auf dieser Flusskreuzfahrt geplant hat.

Shoppen unterm Kölner Dom

Bis zur Einschiffung haben wir noch ein paar Stunden Zeit in Köln. Ich schlage eine Dombesichtigung vor. Ein Haufen alter Steine, und seien sie auch noch so kunstvoll aufgetürmt, ist aber einfach nicht ihr Ding. Zielstrebig lotst sie mich stattdessen durch die Altstadt Richtung Schildergasse. Da soll es tatsächlich einen Laden geben, den es zu Hause in Hamburg nicht gibt. Die nächste Stunde geht mit Anprobieren von Shirts, Pullovern und Hosen drauf. Ich ertrage es mit Geduld, denn ich weiß: in Kürze kann ich die Füße hochlegen, mich vom Rhein schaukeln und die Welt an mir vorüberziehen lassen.

Acht Tage lang werden wir auf dem Rhein und im Rheindelta unterwegs sein. Eine Flusskreuzfahrt, die diesen Namen wirklich verdient: Denn im Gegensatz zu vielen anderen Flussfahrten führt unsere Tour wirklich kreuz und quer durch eine Wasserwelt aus Flussarmen, Kanälen, ehemaligen Meeresbuchten und riesigen Binnenseen. Sieben Städte in drei Ländern läuft die A-Rosa Aqua dabei an, unzählige weitere ziehen am Ufer vorbei. Am ersten Abend an Bord bewundern wir die Perlenkette der Orte am Niederrhein von Leverkusen bis Emmerich. Als wir Düsseldorf erreichen, taucht der Vollmond die Stadt in ein magisches Licht. Selbst die Industrie- und Hafenanlagen im grauen Duisburg ein paar Kilometer weiter flussabwärts blinken und glitzern verheißungsvoll im Halbdunkel.

Gegen Mitternacht erreicht die A-Rosa Aqua die holländische Grenze, aber da liegen wir nach ein paar Kölsch, dem Abendessen und einem Cocktail an der Bar schon in der Koje. Das Schiff gleitet lautlos den Strom hinab, von der Maschine ist nichts zu hören, der Gegenverkehr auf dem Rhein macht sich nur durch ein leises Gurgeln an der Bordwand bemerkbar.

Vom Rhein aufs Markermeer

mit der arosa aqua auf dem markermeer bei hoornBis zum ersten Landgang im niederländischen Hoorn legt die A-Rosa Aqua 335 Kilometer zurück, die letzten Kilometer sind die landschaftlich schönsten der gesamten Kreuzfahrt. Als wir aufwachen, schwimmt unser Schiff im Amsterdam-Rhein-Kanal. Vom großen Fluss, der sich in mehrere Arme geteilt hat, ist nur ein schmales Band übrig geblieben – die Verbindung zwischen Niederrhein und niederländischer Hauptstadt. Am Ufer leuchten gepflegte Deiche, Vorgärten und Backsteinhäuser in der Morgensonne, die südlichen Vororte Amsterdams. Die A-Rosa Aqua nimmt Kurs auf die Stadt, biegt aber kurz vor der Hafeneinfahrt nach Steuerbord ab. Beim Frühstück liegen wir in der Oranje-Schleuse, die uns von der IJ ins Markermeer bringt, eine weite, der Nordsee abgerungenen Wasserfläche.

Die ehemalige Meeresbucht, heute ein riesiger Süßwassersee, ist ein grandioses Segelrevier. Von der See weht eine kräftige Brise, am wolkenlosen Himmel lacht die Sonne. Ich schnappe mir einen Liegestuhl auf dem Oberdeck und lasse mir die nächsten Stunden dieses Spätsommertags den Wind um die Nase wehen. Wir passieren Marinas und einen Leuchtturm, alte Zweimaster und kleine Boote rauschen unter vollen Segeln vorbei. Gegen Mittag laufen wir Hoorn an.

Hoorn: Hauptstadt der Segler

Die A-Rosa Aqua macht an der Mole unter dem Hauptturm aus dem 17. Jh. fest. Die ehemalige Hauptstadt Westfrieslands macht einen verlockenden Eindruck: Im Hafen dümpeln historische Segler, dahinter erheben sich die windschiefen Fassaden schöner alter Bürgerhäuser mit den charakteristischen Treppengiebeln. Nach dem Mittagessen bummeln wir durch die Stadt, vorbei an Grachten und über Kopfsteinpflastergassen ins Zentrum am Roode Steen und dem Kerkplein, wo prächtige Bauwerke wie die alte Käsewaage vom Glanz der einst mächtigen Handelsstadt zeugen. Tüchtige Kaufleute sind die Bürger von Hoorn auch heute noch: Obwohl Sonntag, haben die Märkte und Läden der Innenstadt den ganzen Tag geöffnet. Klar, dass meine Tochter erst mal wieder zwischen Kleiderständern und Umkleidekabinen abtaucht. Zeit für mich, die maritime Atmosphäre zwischen den unzähligen Booten am Jachthafen zu genießen.

Amsterdam: Flohmärkte und Einkaufsstraßen

gracht in amsterdamÜber Nacht schippert die A-Rosa Aqua zurück übers Markermeer und erreicht im Morgengrauen den Amsterdamer Hafen. Der Kreuzfahrtterminal liegt an der schicken neuen Wasserfront der Stadt am futuristischen Muziekgebouw und damit in Fußweite zur City. Also sparen wir uns auch in Amsterdam das offizielle Ausflugsprogramm, ziehen auf eigene Faust los. Wir sind den ganzen Tag auf den Beinen: vom Dam geht’s auf den schwimmenden Blumenmarkt an der Singel, wo es neben Tulpen und Blumenzwiebeln auch Haschisch-Anbau-Starterpakete für den ambitionierten Hobbygärtner gibt. Auf dem Albert Cuyp Markt erstehen wir zwischen Käse, Krimskrams und Klamotten ein Paar bunte Pantoffeln im original holländischen Holzschuhdesign, und am Waterlooplein, ebenfalls ein großer Flohmarkt, hakt meine Tochter eine weitere Adresse ihrer umfangreichen Liste unbedingt zu besuchender Läden ab. Welche Energie die junge Dame beim Einkaufen an den Tag legt! Sie zieht mich weiter in die Kalverstraat, Amsterdams beliebteste Shoppingmeile. Weil es auch dort wieder Läden gibt, die wir zu Hause nicht haben. Und: Ich kaufe mir ein Hemd! Das ist für meine Verhältnisse schon Konsumrausch.

Früher kam man wegen anderer Rauschzustände nach Amsterdam. Früher gab es auch mehr Coffeeshops und Kiffer in der Stadt, wohl auch mehr Dreck und Probleme. Ich habe keinerlei Ambitionen, meine Tochter in die halbdunklen Ecken zu führen, auf der Suche nach dem verflogenen Hippie-Flair. Mit Kunst und Kultur mag ich ihr auch nicht kommen. Für mich sind die Grachten, Brücken und alten Bürgerhäuser Gesamt-Kunstwerk genug – das gilt erst recht für Amsterdam-Neulinge wie meine Tochter.

Rotterdam: Containerberge und glitzernde Wolkenkratzer

kubushäuser in rotterdamIn aufreizendem Kontrast dazu steht die nächste Station. Über Kanäle und einen Rheinarm erreichen wir am folgenden Morgen Rotterdam. Statt gemütlicher Gassen erwarten uns breite Straßen und Hochhäuser. Rotterdam ist ein faszinierendes Konglomerat moderner Architektur, vom neuen Hauptbahnhof über die Kubushäuser der City bis zu den glitzernden Wolkenkratzern am Fluss. Am beeindruckendsten ist jedoch die Passage mit der A-Rosa Aqua durch den drittgrößten Hafen der Welt. Auf der Reise ins belgische Gent fahren wir stundenlang vorbei an Raffinerien, Containern und Kaianlagen, bis die Skyline Rotterdams im Dunst verschwindet. Über die Oude Maas Richtung Süden gelangen wir in das Mündungsgebiet der Maas entlang der ehemaligen Meeresbucht Hollands Diep, dann über Schleusen in die Osterschelde und schließlich über die Westerschelde und weitere Schleusen in einen Kanal, der uns nach Belgien bringt.

Gent & Antwerpen: Kathedralen, Künstler und Konsumtempel

stadtfestsaal antwerpenGent ist mit seinen Hunderten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebäuden ein Juwel, aber so richtig glänzen kann die Stadt heute nicht. Meine Tochter findet nicht den richtigen Laden, und nur weil es regnet, lässt sie sich zur Besichtigung der Kathedrale breitschlagen. Die Kirche ist prächtig ausgestattet, Prunkstück ist der Altar von Jan und Hubert van Eyck. Die Krypta ist eine wahre Schatzkammer sakraler Kunst, aber in die muss ich allein hinabsteigen. Meine Tochter findet’s gähnend langweilig in dem düsteren Gemäuer.

Ganz anders Antwerpen: In der Stadt an der Schelde kommen wir beide auf unsere Kosten, sie beim Shoppen in der Einkaufsmeile Meir, ich im Rubenshaus, dem zum Museum umgebauten Palazzo des Malerfürsten Peter Paul Rubens. Einig sind wir uns beim Stadtfestsaal, ein ehemaliger Börsen- und Ausstellungssaal im Jugendstil, der zum Luxus-Einkaufszentrum umfunktioniert wurde: ein Schmuckstück! Unter der Kuppel glänzen Champagnerbar, Edel-Boutiquen, Freitreppen und Galerien. Ebenso begeistert sind wir von den Werken des Chocolatiers Dominique Personne, der seine Kunst im schön restaurierten Paleis op de Meir ein paar Meter weiter zelebriert: lecker!

Der perfekte Tag endet im Spa der A-Rosa Aqua. Beim Auslaufen döse ich im Jacuzzi unter freiem Himmel im Bug und genieße die Schönheit eines Sonnenuntergangs inmitten einer Industrielandschaft aus Tankern, Containern, Pipelines und den Lichtern einer Raffinerie. Auf dem Rückweg nach Köln legen wir einen Stopp in Arnheim ein und runden unsere Kreuzfahrt mit dem Kauf einer großen Gouda-Kugel auf dem Wochenmarkt ab.

Hat doch funktioniert, so eine Vater-Tochter-Kreuzfahrt. Und wie die Tochter die gemeinsame Reise erlebt hat, lesen Sie hier – auf ihrem eigenen Blog.

Infos: A-Rosa Service-Center Tel. 0381-202 6001, www.a-rosa.de

Fotos: Mara Leuschner, A-Rosa

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