Familienleben

Das Elternhaus verlassen: Chancen und Ängste

Das Elternhaus verlassen: Chancen und Ängste

Mit Anfang 20 fangen die meisten an, flügge zu werden und das Elternhaus zu verlassen. Einige bleiben noch eine Zeit lang zu Hause, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Und wieder andere wollen am liebsten nie aus dem „Hotel Mama“ ausziehen – es ist ja so bequem.

Insbesondere Studenten stehen zu Beginn ihres Studiums vor der Frage, ob sie zu Hause ausziehen sollen oder nicht. Sofern es sich um keine andere Stadt handelt, kann man sich den Auszug aus dem Elternhaus noch einmal überlegen, oder? Letztendlich hängt ein Auszug immer von persönlicher Einstellung und den individuellen Bedingungen ab.

Warum nicht jeder ausziehen möchte

Als klares Gegenargument sind die anfallenden Kosten zu nennen. Studenten ohne Einkommen wohnen meistens umsonst in einem Zimmer ihres Elternhauses und müssen weder Miete bezahlen, noch für Nahrungsmittel aufkommen. Bei vielen lässt die finanzielle Situation einen Auszug also gar nicht erst zu. Wer versuchen will, neben dem Studium sein eigenes Geld zu verdienen, der kann in einer Online Stellenbörse für Studenten vielleicht einen entsprechenden Job finden und macht eine potenzielle Wohnung bald bezahlbar. Auch Bequemlichkeit ist ein wesentlicher Faktor. Nicht jeder wird zu Hause von seiner Mutter bekocht, doch in den meisten Fällen wird gemeinsam mit der Familie gegessen. Das heißt, die elendige Frage „Was koche ich denn heute?“ fällt weg. Beim Putzen wird zwar meistens mitgeholfen, doch häufig ist dies weniger aufwendig als in den eigenen vier Wänden. Auch um bürokratische Formalitäten (Mietvertrag, Internetanschluss, Rundfunkbeitrag) muss man sich nicht kümmern. Viele schätzen auch die Ruhe des Elternhauses. Wer in einer WG wohnt oder wessen Wohnung eine ungünstig-laute Lage hat, der freut sich oft über die Ruhe zu Hause. Wer zu Hause lernt, braucht auch eine leisere und rücksichtsvolle Umgebung. Diese kann förderlich für die Uni-Noten sein. Ein weiteres klares Argument, das gegen die eigene Wohnung spricht, ist die heimelige und geborgene Atmosphäre, die das Elternhaus ausstrahlt. Es ist immer jemand da, der sich kümmert und/oder zuhört. Wer alleine wohnt, ist nicht selten einsam.

Wer auszieht, wird unabhängig und selbstständig

Fakt ist definitiv, dass der Auszug aus dem Elternhaus das selbstständige Denken und Handeln fördert. Man ist selbst dafür verantwortlich, dass genügend Milch im Kühlschrank ist oder dass die Waschmaschine nicht ausgeräumt wurde. Das heißt, eine größere Verantwortung lastet nun auf den Schultern des Studenten, an welcher er wachsen kann. Mietverträge unterzeichnen und Stromanbieter vergleichen übt und funktioniert viel leichter, wenn man sich einmal mit allem auseinandergesetzt hat. Studenten ziehen oftmals (beispielsweise aus Kostengründen) in eine Wohngemeinschaft mit Freunden, Kommilitonen oder Unbekannten. Je nachdem, was für ein Verhältnis dort vorherrscht, kann auch dort Geborgenheit und eine vertraute Atmosphäre geschaffen werden, in der man sich wohl fühlt. Gleichzeitig nimmt man aus einer WG-Zeit viele Erfahrungen mit. Das dortige Handeln und Auftreten gibt sehr oft Rückschlüsse auf die eigene Persönlichkeit wie zum Beispiel den Mut, sich beim Mitbewohner zu beschweren. Für die meisten ist der Auszug allerdings mit einem wichtigen Punkt verbunden: Freiheit. Man kann kochen, was und wann man möchte, kann Teller stehen lassen, Partys feiern und muss sich am nächsten Tag nicht mit Fragen bombardieren lassen, mit wem man denn so unterwegs war. Dieses Gefühl der Unabhängigkeit macht dann auch bei den meisten die eine oder andere Pflicht wie Badputzen wieder wett.

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