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RITTER ROST – EISENHART UND VOLL VERBEULT

RITTER ROST – EISENHART UND VOLL VERBEULT

Ritter Rost ist das Unglaubliche gelungen: Er kommt endlich ins Kino! Und in seinem am 10. Januar startenden Kinofilm erlebt er das größte Abenteuer seines Lebens auch noch in 3D. „Ritter Rost – Eisenhart und voll verbeult“ taucht ein in eine Welt, in der Toaster in die Schlacht ziehen, kleine Schraubenschlüssel Großes bewegen und Helden unerschrocken beweisen müssen, aus welchem Metall sie geschmiedet sind.

 


König Bleifuß regiert mit eiserner Faust über sein Reich, und zwar deshalb, weil seine Faust wie der Rest seines Körpers tatsächlich aus Eisen ist – so wie alles in Schrottland. Ein wenig neidisch verfolgt er, wie der selbstverliebte Prinz Protz (Christoph Maria Herbst) sich immer prunkvollere Burgen bauen lässt. Der ist zwar aus Edelstahl gefertigt, aber ein Edelmann ist er nicht: hinter seinem attraktiven Äußeren verbirgt sich ein messerscharfer Verstand, mit dem er einen teuflischen Plan entwickelt hat. Zunächst aber will Protz das königliche Ritterturnier gewinnen, bei dem er bereits vier Mal in Folge triumphiert hat.

In seiner Eisernen Burg träumt Ritter Rost (Rick Kavanian) ebenfalls vom großen Sieg und malt sich aus, wie er ganz oben auf dem Siegertreppchen des königlichen Turniers steht – gefeiert und umjubelt von ganz Schrottland. Er ist fest überzeugt, dass es ihm dieses Jahr gelingen wird. Burgfräulein Bö (Carolin Kebekus) weiß nur zu gut, dass ihr Ritter Rost zwar immer für seine Freunde da ist und ein gutes Herz hat, aber nicht ohne Fehl und Tadel ist: Er neigt nämlich dazu, sich selbst etwas zu wichtig zu nehmen und dabei alles um sich herum zu vergessen. Zum Glück hat er in dem Drachen Koks (Dustin Semmelrogge) einen zuverlässigen Freund.

Aber jetzt muss Ritter Rost erst einmal dringend den Motor von Feuerstuhl, seinem treuen Pferd, reparieren. Sonst kann er das königliche Turnier abschreiben. Ein Zahnrad aus Bös Nähmaschine soll Abhilfe schaffen, obwohl das Burgfräulein gerade damit beschäftigt ist, sich für das Turnier ein neues Kleid zu nähen. Kein Wunder, dass Bö aufgebracht über die Unverschämtheit des Ritters ist. Leider haben es auch ein paar hungrige Kolbenfresser auf die leckeren Zahnräder abgesehen und machen dem gesamten Motor den Garaus.

Ritter Rost muss nun die angesäuerte Bö samt Nähmaschine sowie Feuerstuhl im Schweiße seines Angesichts auf einem Handkarren auf den Schrottplatz schleifen, um nach Ersatzteilen zu suchen. Der verschlagene Ehrliche Enzo sieht sofort, dass Rost ein geeignetes Opfer ist. Mit viel List und Tücke kann der Gauner dem Ritter einen brandneuen Motor aufschwatzen, den Rost kurzerhand mit Bös Nähmaschine bezahlt. Bö ist stinksauer.

Immerhin ist Feuerstuhl mit dem neuen Antrieb jetzt zehnmal so schnell wie vorher. Das Turnier kann kommen. Und mit mehr Glück als Verstand gelingt es Ritter Rost, im entscheidenden Duell den haushohen Favoriten zu besiegen. Die Masse tobt, Prinz Protz kocht vor Wut. König Bleifuß will dem Gewinner gerade das Preisgeld überreichen, da entdeckt Protz, dass der Motor in Feuerstuhl tatsächlich ihm gehört: Er war ihm gerade erst gestohlen worden.

Triumphierend bezichtigt er Ritter Rost des Diebstahls und des Betrugs. Selbst Rosts Freunde sind entsetzt, Bö kann nicht fassen, was sie da hören muss. Die Ritterstatuten in Schrottland sind eindeutig: König Bleifuß entzieht Rost seine Ritterlizenz, seine Eiserne Burg wird geschlossen und verrammelt. Es kommt noch schlimmer: Burgfräulein Bö hat endgültig genug. Sie verlässt Rost und zieht zu Prinz Protz auf sein prachtvolles Schloss.

Nur auf die Freundschaft von Drache Koks und Pferd Feuerstuhl kann sich Ritter Rost verlassen: Gemeinsam wollen sie die Ehre des Ritters wieder herstellen und das Herz der holden Bö zurückerobern. Dabei erleben sie das größte Abenteuer ihres Lebens.

 

 „Ritter Rost“ ist eine ganz besondere Erfolgsgeschichte. Das erste Ritter-Rost-Buch von Autor und Illustrator Jörg Hilbert und Komponist Felix Janosa erschien 1994 im ConBrio Verlag Regensburg und war nicht einfach nur eine Geschichte für Kinder, sondern bestand zudem aus einer Reihe sehr eingängiger Lieder mit viel Wortwitz. Damit war die Figur des eitlen, aber liebenswerten Ritter Rost von Anfang an mit Musik verbunden: Konzipiert als Musical-Lesebuch enthält die mittlerweile auf elf Bände angewachsene Reihe neben der Geschichte auch jeweils Noten und Liedtexte sowie eine CD mit Text und Songs. Seit 1999 erscheinen die Musical Bücher im Münchner Terzio Verlag, der nun ein Imprint des Carlsen Verlags in Hamburg ist.

Neben den Musical-Büchern haben sich besonders die Hörspiele sowie die CD-Reihe „Radio Schrottland“ etabliert, die ebenfalls viel Musik enthalten. Am deutlichsten erweist sich der Erfolg der Reihe jedoch an den zahlreichen Schul- und Bühnenaufführungen. Es sind inzwischen über 600 Aufführungen pro Jahr, durch die Ritter Rost zu einem echten Klassiker geworden ist – nicht nur zum Mitlesen, sondern auch zum Mitsingen. Seine Beliebtheit hat Ritter Rost zum einen der einzigartigen Metall- und Schrott-Welt, zum anderen den extrem eingängigen und aufwändig produzierten Liedern und frechen Texten zu verdanken, was ihn vor allem auch bei Eltern außergewöhnlich beliebt macht.

Mit dem Gang auf die Kinoleinwand vollzieht der Animationsfilm „Ritter Rost“ den Schritt in eine andere und neue Dimension. Um nicht in eigene Konkurrenz zu den vielen erfolgreichen Bühnenaufführungen zu treten, war den Produzenten von Anfang an klar, dass der Film kein Musical werden konnte, sondern eine eigene neue Erlebniswelt schaffen muss. Das Publikum, das ins Kino geht, hat eine andere Erwartungshaltung als bei einem Hörspiel oder einer Theateraufführung. Die bekannten Ritter-Rost-Hits „Das muss ein Ritter können“, „Mein Vater hat mich hergestellt“ oder „Tief im Fabelwesenwald“ dennoch in den Film zu integrieren, war die besondere Herausforderung.

Es war nicht leicht, zu entscheiden – Ritter-Rost-Songs sind ein riesiges Repertoire von toller Musik und witzigen Texten, aber viele berühmte Lieder erzählen eigene kleine Mini-Geschichten, die nur lose mit der Ritter-Rost-Welt verbunden sind. Für den Film musste man sich jedoch auf die Hauptfiguren und ihren jeweiligen Charakter konzentrieren. Viel besser passten daher solche Lieder, die wie ein innerer Monolog ein bestimmtes Gefühl oder die Haltung einer Figur vermitteln. Ein ideales Beispiel ist die Szene, in der Ritter Rost den neuen Motor für sein Pferd Feuerstuhl ausprobiert: der Song „1012 PS“, eine dynamische Rock-Nummer, passt hier ideal, weil er den momentanen Gefühlszustand der Hauptfigur widerspiegelt. Ritter Rost fühlt sich wie der geborene Sieger!

Auch für die instrumentale Filmmusik hat man sich die Ritter-Rost-Songs sehr genau angehört. Die Lieder aus den Büchern und Hörspielen zeichnen sich durch ihre enorme Vielfalt und Bandbreite an musikalischen Genres aus. Das sollte unbedingt für den Film übernommen werden. Neben den Songs wurden in der Filmmusik deshalb ganz unterschiedliche Musik-Gattungen wie Disco, Dixieland oder Jazz verwendet. Es wird ein Mambo gespielt, außerdem Scott Joplin und sogar Mozarts „Kleine Nachtmusik“ zitiert. Die Herausforderung war, diesen bunten Mix einheitlich zu gestalten. Der Score-Komponist Andreas Grimm hat das fantastisch gelöst, indem er bestimmte Motive der bekannten Songs von Felix Janosa aufgegriffen und kongenial in den Film eingebettet hat. Der echte Ritter-Rost-Fan jedenfalls wird seine Lieblingsmusik in diesem fantastischen Film für die ganze Familie sofort erkennen!

Kinostart: 10. Januar; Regie: Thomas Bodenstein, Hubert Weiland, Nina Wels; FSK: ohne; Länge: 78 Minuten; Verleih: Universum Film; Link: ritterrost-welt.de

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