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LIFE OF PI – SCHIFFBRUCH MIT TIGER

LIFE OF PI – SCHIFFBRUCH MIT TIGER

Der Bestseller „Schiffbruch mit Tiger“ des Kanadiers Yann Martel verkaufte sich mehr als sieben Millionen Mal und wurde in 42 Sprachen übersetzt. Der Roman galt lange als unverfilmbar. Oscar Preisträger Ang Lee wagte sich dennoch an den Stoff. Das Ergebnis ist ab dem 26. Dezember in fabelhaftem 3 D im Kino zu bestaunen.


Einen Roman zu verfilmen, der größtenteils in einem Rettungsboot mitten auf dem Pazifik spielt, und die einzigen Überlebenden einer Schiffskatastrophe sind ein Junge und ein Tiger? Wie soll das gehen? Aber genau davon erzählt der Film in 125 aufregenden, haarstäubenden, zauberhaften und fantastischen Minuten. Denn natürlich ist im Zeitalter der ausgefeilten Computeranimationen alles möglich, also auch ein „Schiffbruch mit Tiger“ – und durch die 3D-Revolution sitzt der Zuschauer auch gleich mit im Boot.

Bevor es aber so weit ist, führt uns Protagonist Pi (Irrfan Khan), der seine unglaubliche Geschichte einem Schriftsteller mit Schreibblockade erzählt, in das Geschehen ein, und das beginnt im Indien der 70er-Jahre im Zoo: Der Junge wächst als Kind eines Zoodirektors mitten unter exotischen Tieren auf. Allein der Vorspann ersetzt jeden Zoobesuch.

Spätestens, wenn Pi bei der Episode seines vollen Namens Piscine Molitor ankommt – er wurde nach einem mondänen Pariser Schwimmbad benannt – ahnt man, dass man in einem hinreißend verrückten Märchen gelandet ist, das doch bitte gut enden möge.

Die Ausgangssituation des kleinen Pi  (Ayush Tandon) könnte besser nicht sein, reift er doch an der Seite seines Bruder und behütet von liebevollen, gebildeten und wohlhabenden Eltern heran in einem Indien, das Armut nicht zu kennen scheint. In den prächtigsten Farben und schöner als 1001 Nacht erlebt man die Heimat des kleinen Piscine Molitor Patel. Diese wunderbare Welt kann nur ein Gott erschaffen haben, und eigentlich reicht einer dafür nicht aus. Also fühlt sich der Kleine gleich bei mehreren Göttern und Religionen zu Hause.

Doch mit 17 erfährt Pis (Suraj Sharma) erfülltes Leben und eine erste zarte Liebe ein jähes Ende. Radikale Veränderungen erschüttern das Land, und Pis Eltern beschließen, in ein besseres Leben aufzubrechen. Die Familie schifft sich und viele der kostbaren Tiere auf einem Frachter Richtung Kanada ein. Und dann passiert, was der Titel verspricht:  in einem Unwetter, umwerfend computervisualisiert, sinkt der Frachter mit Mann und Maus und Pi erleidet „Schiffbruch mit Tiger“.

Der Zuschauer erlebt nicht nur die Katastrophe hautnah mit. Auch als Pi sich in einem Rettungsboot in Sicherheit bringen kann, ist er eben genau eines nicht: sicher. Denn der Star des Zoos, ein bengalischer  Königstiger, ist ebenfalls an Bord. Und wie sich das anfühlt, wenn ein aufgebrachter Tiger direkt auf einen zuspringt und man ihm immer und immer wieder um Haaresbreite entgeht, das erlebt man so unmittelbar, dass man sich quiekend im Kinosessel hin und her windet. Neben dem packenden wie faszinierenden Überlebenskampf des Jungen, der ja nicht nur seine Heimat, sondern auch seine gesamte Familie verloren hat und 227 Tage mutterseelenallein – vom Tiger mal abgesehen – auf hoher See überlebt, gibt es immer wieder optisch überwältigende Augenblicke.

Wer schon einmal das Glück hatte, auf See einen ungestörten Sonnenuntergang zu erleben, der weiß, was für ein bombastisches Schauspiel das ist. Alles kalter Kaffee gegen die Bilder, die Ang Lee, sein Kameramann Claudio Miranda und sein Special Effekts-Team zaubern!

 

Trotz des technischen Tamtams bewahrt der Film die Seele der literarischen Vorlage und vereint in diesem fulminanten Kinoabenteuer eine spektakuläre Reise voller Spiritualität und Poesie. Einzige Voraussetzung für den Genuss dieses Ereignisses: Man sollte sich schon auf ein Märchen einlassen können.

Kinostart: 26. Dezember; Regie: Ang Lee; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 125 Minuten; Verleih: Fox; Link: lifeofpimovie.com

 

 

 

 

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