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LUDWIG II.

LUDWIG II.

Der am 26. Dezember startende Kinofilm „Ludwig II.“ begibt sich auf die Spuren einer ebenso schillernden wie zerrissenen Persönlichkeit. Von Ludwigs Besteigung des Throns in jungen Jahren bis zu seinem Tod erlebt man einen Menschen, der eine bessere Welt erschaffen möchte, der jedoch an den Zwängen der Realität scheitert und zerbricht. Das bewegende und packende Portrait glänzt mit einem hervorragenden Hauptdarsteller sowie einer namhaften Besetzung und lässt auch in der Ausstattung keine Wünsche offen.


Voller Idealismus besteigt Ludwig (Sabin Tambrea ) im Alter von 18 Jahren den bayerischen Thron. In einer Zeit, in der Krieg und Armut allgegenwärtig sind, glaubt er an eine bessere Welt und möchte seine Macht dafür einsetzen, dass sein Volk in Frieden und Glück leben kann. Sein Reich soll zum Mittelpunkt der Schönheit werden, Kunst und Kultur sollen aufblühen, statt in Waffen möchte Ludwig die Staatsgelder in Theater, Musik und Bildung investieren.

Er liebt die Opern Richard Wagners (Edgar Selge), seine Leidenschaft und Bewunderung für seine Werke und deren Sagenwelten sind so groß, dass er den umstrittenen Komponisten an seinen Hof holt. Er stürzt sich mit anfänglich großem Interesse ins politische Geschäft, besetzt mit den Jahren wichtige Posten des Hofstaats mit Vertrauten und schmiedet Allianzen. Doch die Umstände seiner Zeit sind gegen ihn.

So wird sein geliebtes Reich in Kriege mit Preußen und Frankreich verwickelt und erleidet bittere Niederlagen. Seine Minister rebellieren gegen die kostspielige Förderung Wagners. Seine schon fest geplante, vom Volk ersehnte Hochzeit mit Sophie in Bayern (Paula Beer ) sagt er wieder ab, weil er sich eingestehen muss, dass ihn mit seiner Verlobten nicht mehr verbindet als innige Freundschaft.

Ludwig kommt nicht zur Ruhe, zu tief sind auch die Abgründe seiner Seele, die ihn quälen und verzweifeln lassen. Desillusioniert zieht er sich zurück und flüchtet sich – während seine Gegner sich formieren und ihn stürzen wollen – mit seinen Schlössern in ein Traumreich der Phantasie. Bis zu seinem tragischen Tod, der wie Ludwig selbst bis heute „ein ewig Rätsel“ bleibt…

Gespielt wird der jugendliche, idealistische Ludwig von Neuentdeckung Sabin Tambrea. Als älterer, in seine eigene Welt zurückgezogener König ist in den letzten 30 Minuten des Films Sebastian Schipper zu sehen. Und da fragt man sich: warum? Nicht, dass Schipper seine Sache nicht gut machen würde, aber die Verfremdung, die durch den Schauspielerwechsel entsteht, schafft eine Distanz, die dem Epilog des Films nicht gut tut.

Zum weiteren hochkarätigen Darstellerensemble gehören u.a. Hannah Herzsprung als Sisi, Edgar Selge als Richard Wagner, Friedrich Mücke als Ludwigs Freund und Vertrauter Richard Hornig, Justus von Dohnányi als späterer Ministerratsvorsitzender Johann von Lutz, Samuel Finzi als Lakai Ludwigs, Tom Schilling als Ludwigs Bruder Prinz Otto, Paula Beer als Sophie in Bayern, Uwe Ochsenknecht als Prinz Luitpold, Peter Simonischek als Minister Ludwig von der Pfordten, Gedeon Burkhard als Graf Max von Holnstein, Katharina Thalbach als Königin Marie, August Schmölzer als Dr. von Gudden, Michael Fitz als Herzog Max in Bayern, Franz Dinda als Heinrich Vogel, Christophe Malavoy als Napoleon III., Bernd Birkhahn als Bismarck, Volker Zack Michalowski als Frisör Hoppe, André Eisermann als Karl Hesselschwerdt, Axel Milberg als König Max II. und August Wittgenstein als Graf Dürckheim.

Man kommt sich bisweilen vor wie vor dem Weihnachts-Fernsehprogramm, denn viele Figuren sind einem aus Serien und Filmen nur allzu vertraut. Die schauspielerische Leistung ist durchgehend exzellent – fragt sich nur, ob der Zuschauer sich von seinen Vorstellungen freimachen kann, und so z.B. einem Uwe Ochsenknecht einen Prinz Luitpold abnimmt.

Regie führten Peter Sehr und Marie Noëlle, die auch gemeinsam das Drehbuch zu „Ludwig II.“ entwickelten und sich dabei auf neueste Erkenntnisse wie bislang unbekannte Briefwechsel stützten. Entstanden ist damit ein sensibler Film, der den jungen König gefangen zwischen persönlichem Sein und dem Anspruch seines königlichen Amtes in einem sehr nahen, fast privaten und dadurch sehr bewegenden und packenden Portrait vom Menschen hinter dem Mythos zeigt und Einblicke in sein Seelenleben gewährt, wie man sie bisher noch nicht erleben konnte. Ein Portrait, das weit über Ludwigs unsterbliche Bauten hinaus deutlich macht, warum dieser Mensch zum Mythos geworden ist, warum er uns heute, mehr als 125 Jahre nach seinem Tod, immer noch und mehr denn je fasziniert.

An ihrer Seite arbeitete ein hochklassiges Team, darunter Christian Berger („Das weiße Band“) hinter der Kamera, Christoph Kanter („Das weiße Band“) für die Ausstattung, und Bruno Coulais („Die Kinder des Monsieur Mathieu“), der neben den Werken Richard Wagners die originale Filmmusik komponierte und mit dem Münchner Rundfunkorchester sowie Mitgliedern des Chores des Bayerischen Rundfunks einspielte. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Bayern – u.a. Schloss Neuschwanstein, Schloss Linderhof und Schloss Herrenchiemsee – und in Österreich.

Mehr zum Film gibt es unter facebook.com/Ludwig2.derFilm

Kinostart: 26. Dezember; Regie: Peter Sehr, Marie Noëlle; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 143 Minuten; Verleih: Warner; Link: warnerbros.de/ludwigii

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