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DIE KÖCHIN UND DER PRÄSIDENT

DIE KÖCHIN UND DER PRÄSIDENT

Am 20. Dezember startet der opulente und zuweilen dekadente Kochfilm  „Die Köchin und der Präsident“ in unseren Kinos.  Die Küche des Elysée-Palastes spielt hier eine ebenso wichtige Rolle wie die wunderbare Catherine Frot als Leibköchin des einstigen Präsidenten Francois Mitterand.


Die Köchin Hortense Laborie (Catherine Frot) wird von ihrem Feinschmeckerlokal auf dem Lande in den Elysée-Plast nach Paris gerufen, um von jetzt auf gleich zur Leibköchin des Präsidenten aufzusteigen. Der Mitterandschen Zunge verlangt es nämlich nach rustikalen Genüssen, und eben darauf versteht sich Hortense.

Wer jetzt an Kartoffelsuppe mit Würstchen denkt, liegt zwar nicht ganz falsch, aber eben auch nicht in Frankreich. Denn, auch wenn der damalige französische Präsident kein Freund der Haute Cuisine gewesen sein soll, sondern die Cuisine Regionale bevorzugte, die tatsächlich so etwas wie Eintöpfe kennt, erinnert doch nicht ein einziges Gericht in diesem Film an „Birnen, Bohnen und Speck“. Im Gegenteil! Hortense  und ihr Gehilfe Nicolas (Arthur Dupont) zaubern viele Filmminuten lang feudale Köstlichkeiten, dass einem nur so das Wasser im Munde zusammenläuft.

Zur stimmungsvollen Musik von Gabiel Yared setzt die Kamera von Laurent Dailland die kulinarischen Kreationen der kreativen Köchin Hortense prachtvoll in Szene. Ein durchaus ästhetischer, appetitanregender und kurzweiliger Bilderrausch, in dessen Mitte die sympathische, engagierte und couragierte Köchin anmutig hantiert.

Nach spätestens 45 Minuten hat es jeder verstanden. Diese Frau geht in ihrer Aufgabe auf. Aber es liegen noch gut weitere 45 Minuten vor dem Zuschauer, der sich derweil visuell satt gegessen hat und nun langsam nach gehaltvollen Filmzutaten verlangt, wie zum Beispiel nach einem Plot. Nun gut, da wäre noch der Titelgebende Präsident (Jean D’Ormesson) zu erwähnen, dem die Etikette erst nach unzähligen  Gaumenfreuden erlaubt,  die Köchin einmal persönlich zu empfangen. Man ist sich auf Anhieb sympathisch und plaudert angeregt über Gerichte und Geschmäcker.

Logisch hat die Frau bei ihm einen Stein im Brett, gilt doch all ihr Sinnen und Trachten einzig darum ihm Genuss zu verschaffen. Aus allen Teilen des Landes lässt Hortense für ihren Arbeitgeber Leckerbissen herbeischaffen. Er dankt es ihr mit Lob und Zuspruch. Doch das ruft Neid und Missgunst auf den Plan. Von Anfang an wird die Köchin von der eingeschworenen Männergruppe in der Zentralküche misstrauisch beäugt. Die männlichen Kollegen fühlen sich durch Hortense in ihrer Kompetenz beschnitten.  Sie begegnen ihr feindselig und rüde und mobben sie letztendlich aus dem Job.

Natürlich ist das nicht schön, aber nach 95 Filmminuten, in denen es ausschließlich um warmes Essen ging, lässt einen der Abgang der eleganten Köchin aus der Palastküche relativ kalt. Denn Drehbuchautor und Regisseur Christian Vincent hat versäumt die Figuren mit Leben zu füllen.

Catherine Frot spielt mit charmantem Schwung gegen die blutleere Handlung an, kann sie aber auch nicht retten. Eine Ode an die französische Küche ist mit „Die Köchin und der Präsident“ dennoch gelungen, allerdings eine, die recht fade schmeckt. Es fehlt eine gehörige Portion Herz, die  hätte daraus ein echtes Kinoerlebnis machen können.

Kinostart: 20. Dezember; Regie: Christian Vincent; FSK: ohne; Länge: 95 Minuten; Verleih: Alamode Film; Link: dieköchinundderpräsident.de


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