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DIE ABENTEUER DES HUCK FINN

DIE ABENTEUER DES HUCK FINN

2011 sorgte die Mark-Twain-Verfilmung „Tom Sawyer“ in deutschen Kinos für Aufsehen. Jetzt geht die Geschichte weiter: Huck Finn und Sklave Jim erleben auf der Flucht vor Sklavenjägern und habgierigen Gaunern das Abenteuer ihres Lebens (Kinostart: 20. Dezember).

Nach dem beachtlichen Erfolg von „Tom Sawyer“ (Tom Sawyer – Majestic Collection (+ DVD) [Blu-ray]) machte sich Regisseurin Hermine Huntgeburth erneut an die Verfilmung eines Romans von Mark Twain. „Die Abenteuer des Huck Finn“ knüpft an den vorhergehenden Film an und strickt die Südstaaten-Lausbuben-Story weiter – im Kern sogar mit demselben Personal. Als Huck Finn brilliert erneut der junge Leon Seidel, Heike Makatsch gibt einen kurzen Gastauftritt als Tante Polly, dazu gesellen sich jede Menge neue und prominente Gesichter.

Verändert erscheint auch der Stil des Films: Trotz des ernsten Themas setzt „Huck Finn“ im Gegensatz zum Vorgänger verstärkt auf komödiantische Einlagen, die bis hin zum Slapstick reichen. Die Absicht ist klar: Ein im Grunde wenig kindgerechtes und auch noch historisches Thema wie die Sklaverei soll in Watte gepackt werden, damit auch jüngere Zuschauer nicht die gute Laune verlieren – und, Achtung Pädagogik, auch noch etwas lernen.

Tom Sawyer (Louis Hofmann) und sein bester Freund Huck Finn sind durch den Schatz von Indianer Joe reiche Jungs geworden. Huck lebt bei der Witwe Douglas und deren Schwester Miss Watson – ein bequemes, aber etwas langweiliges Leben. In dieser Mississippi-Idylle taucht eines Tages Hucks verschollener und versoffener Vater auf. Der alte Finn (August Diehl) will sich das Geld seines Sohnes unter den schmutzigen Nagel reißen. Aber bevor der Alte zupacken kann, verduftet Huck aus der Stadt. Er schließt sich dem Sklaven des Hauses an, der ebenfalls das Weite sucht. Sklave Jim (Jacky Ido), der mit ansehen musste, wie Frau und Kind verkauft wurden, versucht in den Norden der Staaten der fliehen – der Freiheit entgegen.

„Huck Finn“ ist ein zweischneidiges Vergnügen. Brandenburg und Rumänien als Kulisse für die US-Südstaaten zu nehmen, klappt in weiten Teilen des Films ganz gut. Aber die beschränkte Optik stößt manchmal an ihre Grenzen. Die weiten Plantagen und Baumwollfelder, auf denen die Sklaven schuften – ein zentrales Thema des Films – sind nirgends zu sehen. Sie tauchen nur in den Dialogen auf. In solchen Momenten fehlt es „Huck Finn“ eindeutig an visueller Tiefe, das Konzept geht nicht auf.

Schade, weil der Film viele gute Ideen und Schauspieler versammelt, denen man gerne zusieht. Allen voran geben Leon Seidel und Jacky Ido als Lausbub und Sklave ein prächtiges Paar ab. Die beiden harmonieren wunderbar, und vor allem Seidel macht seine Sache ausgezeichnet. Dass Tom Sawyer hier nur am Rande auftaucht, machen die beiden locker wett.

In Nebenrollen treten scharenweise Promis an, von Henry Hübchen bis Kurt Krömer – und das ist nicht immer ein Gewinn. Das hängt damit zusammen, dass der Film streckenweise wie eine Italo-Western-Komödie der Marke „Vier Fäuste für ein Halleluja“ daherkommt. Derbe Sprüche, debile Gauner und deftige Rangeleien – das ist manchmal etwas zu viel des Albernen.

Verfolgt werden Huck und Jim von drei Sklavenjägern, allesamt ausgemachte Volltrottel, die nicht einmal 1 und 1 zusammenzählen können. Henry Hübchen, Andreas Schmidt und Milan Peschel mag es großen Spaß gemacht haben, die Deppen zu mimen. Dabei geben sie dem Affen ordentlich Zucker, steigern ihre Rollen bis ins Lächerliche und verderben ein wenig die an sich große Spannung. Ganz anders und absolut ernst zu nehmen tritt August Diehl als Hucks Vater auf: Ihm gelingt ein diabolischer Mix aus Verschlagenheit und Schmutz, der einem wirklich Angst einjagt und der dem Film die nötige Würze verleiht.

Kinostart: 20. Dezember; Regie: Hermine Huntgeburth; FSK: ab 6; Verleih: Majestic; Link: www-huckfinn-film.de

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