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IN IHREM HAUS

IN IHREM HAUS

Was ist Realität, was Fiktion, ist die spannende zentrale Frage von François Ozons meisterlichem, amüsantem und bewegendem Thriller um einen Lehrer, der sich immer tiefer in die literarische Phantasiewelt seines Schülers hineinziehen lässt. In den Hauptrollen brillieren Fabrice Luchini und Kristin Scott Thomas – ab 29. November im Kino.

Der von seinem Leben frustrierte Lehrer Germain (Fabrice Luchini) müht sich vergeblich, seinen 16-jährigen Schülern die Literatur schmackhaft zu machen. Diese liefern immer das gleiche trostlose und desinteressierte Gekritzel ab. Eines Tages gibt er seiner Klasse die Aufgabe, einen Essay über ihr letztes Wochenende zu schreiben. Enttäuscht über die unkreativen und farblosen Ergebnisse, widmet er sich schließlich dem Werk von Claude (Ernst Umhauer), der stets schweigend in der letzten Reihe sitzt – und beim Korrigieren des Werkes stockt ihm schier der Atem!

Claude beschreibt bis ins intimste Detail, wie er sich das Vertrauen eines Mitschülers erschleicht, um am Wochenende in dessen Elternhaus heimlich die Familie zu beobachten. Mit einem starken Hang zum Voyeurismus schafft es Claude, Germain mit seinem Text in den Bann zu ziehen. Germain und seine Frau Jeanne (Kristin Scott Thomas) wähnen ein verborgenes Talent entdeckt zu haben, und da Germain seinen Schüler unbedingt fördern will, ermuntert er ihn zum Weiterschreiben. Doch mit seiner Ermutigung löst er eine Kette von Ereignissen aus, die bald nicht mehr zu kontrollieren sind …

Unrettbar verloren zappelt ein Lehrer am Haken der literarischen Phantasien seines Schülers in einer klugen, sehr unterhaltsamen und gleichzeitig menschlich anrührenden Satire von Frankreichs Regie-Ikone François Ozon. In den Hauptrollen brillieren der großartige Fabrice Luchini („Das Schmuckstück„, „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät„) und die Oscar-Nominierte Kristin Scott Thomas („Der englische Patient“, „Lachsfischen im Jemen„). An Luchinis Seite der beeindruckende Shootingstar Ernst Umhauer als Schüler – eine Entdeckung. In den bedeutsamen Nebenrollen sind Emmanuelle Seigner, Denis Ménochet und Bastien Ughetto zu sehen.

Ozon schrieb das Drehbuch selbst nach dem Theaterstück „Der Junge aus der letzten Reihe“ von Juan Mayorgas. Nach seinem Komödienerfolg „Das Schmuckstück“ liefert er ein höchst spannendes, witziges und unterhaltsames Spiel um Wirklichkeit und blühende Imagination, Moral, die Suche nach Liebe und familiärer Geborgenheit ab. Eine brillante, bissige Satire auf das Bildungsbürgertum, aber auch ein äußerst aktueller Blick auf zeitgenössische Krisen und Existenznöte. Ein Paradebeispiel dafür, wie die unterschiedliche soziale Herkunft uns letztlich prägt.

Kinostart: 29. November; Regie: François Ozon; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 106 Minuten; Verleih: Concorde; Link: inihremhaus-derfilm.de

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