Familienleben

Gibt es einen „Welttoilettentag“?

Gibt es einen „Welttoilettentag“?

Ja, es gibt ihn tatsächlich, den Welttoilettentag, für den der 19. November erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen wurde. Vor dem ernst zu nehmenden Hintergrund unzureichend hygienischer Sanitäreinrichtungen für mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung und dadurch bedingte gesundheitliche Folgen treibt er jedoch in unseren diesbezüglich hoch entwickelten Breitengraden stilvolle Toilettenpapierblüten, die von Umfragen zum „Faltverhalten der Deutschen“ über die Umschreibung des Toilettengangs bis hin zur beliebtesten Begleitperson für die „Pi-Pi-Box“ eher zum Schmunzeln anregen.

Von den Vereinten Nationen wird laut Wikipedia der Vorschlag, den 19. November zum regelmäßigen Jahrestag zu machen, mitgetragen. Hintergrund ist das Fehlen ausreichend hygienischer Sanitäreinrichtungen für mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung und dadurch bedingt verschmutztes Wasser sowie wasserbürtige Krankheiten, was gesundheitliche und sozio-ökonomische Folgen nach sich zieht.

Falter, Wickler, Stückler & Co
Anlässlich des Welttoilettentags am 19. November veröffentlichte Zewa Soft eine aktuelle Umfrage zum Thema „Faltverhalten der Deutschen“. Aus den Ergebnissen lassen sich acht verschiedene Wisch-Typen ableiten. Wie sieht der typische Falter aus und was unterscheidet ihn vom Wickler? Wer stückelt und wer knüllt?

Falter kommen aus dem Osten, Knüller aus dem Norden
Rund 70 Prozent der Deutschen falten ihr Toilettenpapier sorgfältig, bevor sie es benutzen. Die Männer liegen sogar vor den Frauen. Bei den 30- bis 69-Jährigen ist diese Technik besonders beliebt. Der typische Falter hat studiert, ist verheiratet und wohnt vorzugsweise in kleinen bis mittelgroßen Städten. Neben Reißfestigkeit ist ihm beim Kauf des Toilettenpapiers vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig.

Auch der Knüller ist überwiegend männlich. Er ist im Schnitt zwischen 30 und 49 Jahre alt und versorgt als Besserverdiener eine ganze Familie. Mindestens vier Personen wohnen in seinem Haushalt.

Männliche Stückler und weibliche Wickler
Während Senioren ihr Toilettenpapier gerne sorgfältig Blatt für Blatt aufeinander legen, wickeln sich junge Frauen das Papier am liebsten um die Hand. Rund neun Prozent der 50- bis 69-Jährigen stückeln. Dabei legen die tendenziell männlichen Senioren viel Wert auf die Qualität des Papiers. Auch die Umweltverträglichkeit ist ihnen wichtig.

Zehn Prozent der Frauen wickeln lieber. Vor allem jene im Alter von 14 bis 29 Jahren. Meist gehen sie noch zur Schule oder studieren. Den jungen Damen ist besonders wichtig, dass das Toilettenpapier günstig ist und seinen Zweck erfüllt.

Gleichgültige Frauen und situationsabhängig faltende Studentinnen
Fast doppelt so vielen Frauen wie Männern ist ihr Faltverhalten egal. Während sechs Prozent der Frauen nicht darauf achten, was sie mit dem Papier machen, sind es bei den Männern nur drei Prozent. Meistens sind es Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Die Qualität des Toilettenpapiers ist den älteren Damen jedoch nicht egal. Mindestens vierlagig soll es sein. Dafür sind sie sogar bereit, mehr Geld auszugeben.

Es wird gefaltet, zerknüllt, gestückelt und um die Hand gewickelt: Rund zehn Prozent der Frauen entscheiden sich spontan und situationsabhängig. Allen voran Schülerinnen und Studentinnen im Alter von 14 bis 29 Jahren. Von diesen geben 61 Prozent an, es sei ihnen wichtig, dass das Toilettenpapier hautschonend und samtig weich ist. Drei Prozent legen Wert auf einen zusätzlichen Unterhaltungswert.

Eine Seltenheit: Die Minimalisten
Knapp zwei Prozent der Männer geben sich mit einem einzigen Blatt Toilettenpapier zufrieden. 0,2 Prozent der Männer braucht sogar überhaupt kein Papier! Der klassische Minimalist findet sich gleich in zwei Altersgruppen wieder: bei den 14- bis 29-Jährigen, sowie bei den 50- bis 69-Jährigen.

Übersicht über das Faltverhalten der Deutschen:
1. Der Falter (66.8%): „Ich falte mein Klopapier sorgsam, bevor ich es benutze.“
2. Der Spontane (7.7%): „Kommt ganz auf die Situation an. Mal falte ich, mal zerknülle ich.“
3. Der Knüller (7.4%): „Ich zerknülle es. Letztendlich landet es ja sowieso im Abfluss.“
4. Der Wickler (7.4%): „Ich rolle mein Klopapier mindestens einmal um die Hand.“
5. Der Gleichgültige (4.8%): „Darauf habe ich noch nie genau geachtet.“
6. Der Stückler (4.7%): „Ich stückle das Toilettenpapier und lege die Einzelblätter übereinander bis die Lagen dick genug sind.“
7. Der Minimalist (1.0%): „Ich benutze ein Blatt Toilettenpapier. Mehr braucht man nicht.“
8. Der Natürliche (0.1%): „Ich benutze kein Klopapier.“

Die Umschreibungen für den Toilettengang
Anlässlich des Welttoilettentags hat auch Tempo im Rahmen der Studie „Tempo Hygiene Check“ die Klo-Gewohnheiten der Deutschen genauer beleuchtet. Kreativität beweisen die Deutschen bei der Umschreibung des Toilettengangs. Die Bezeichnungen sind klassisch-stilvoll bis kreativ-stillos:
Die meisten Deutschen mit Notdurft sagen „Ich gehe zur Toilette“ (rund 23 Prozent). Weit abgeschlagen auf Platz 2 sind die besonders Höflichen mit 8 Prozent, die sich „für einen Moment entschuldigen“.

Allerdings sind hier der Kreativität – und der Scham – keine Grenzen gesetzt: So mancher besucht die „Pi-Pi-Box“ oder die „Fliesenausstellung“. Vereinzelte, besonders kühne Toilettengänger gehen sogar zur „Getränkerückgabe“ oder „kontrollieren, ob sie männlich oder weiblich sind“.

Das gar nicht stille Örtchen der Deutschen
Frauen gehen gerne mit ihren Freundinnen auf die Toilette – so viel ist bekannt. Aber mit welchen Promis würden sie gerne das stille Örtchen aufsuchen? Für die deutschen Frauen zählt hier ganz klar Humor! Mit 26 Prozent ist Anke Engelke die Favoritin. Die sympathische Komikerin wird direkt gefolgt von Deutschlands Kultblondine Daniela Katzenberger – unter den 14- bis 19-Jährigen liegt die „Katze“ sogar auf Platz 1 (31 Prozent). Frau Katzenberger, die inzwischen ihre eigene Badkollektion inklusive Klodeckel namens „Katzenklo“ hat, freut sich über die Umfrageergebnisse: „Jeder Mann wäre jetzt neidisch.“ Sie selbst nutzt die Damentoilette gerne für geheime Absprachen unter Mädels: „Ein Frauenklo ist ja generell eine männerfreie Zone und das nutzen auch gerne meine Schwester und ich aus. Wenn wir vor Männern oder am Tisch über manche Dinge nicht sprechen können, dann sagen wir immer: Konferenz im Waschraum? Dann wissen wir, was gemeint ist.“

Queen auf Platz 3 des Promirankings, Popdiven weit abgeschlagen
Wenig loyal verhalten sich die deutschen Frauen bei der Entscheidung zwischen Angela Merkel oder der Queen als Klopartnerin. Die Königin von England läuft unserer Kanzlerin bei der Umfrage den Rang ab (12 Prozent vs. 8 Prozent). Auf einen Toilettengang mit exzentrischen Popdiven können deutsche Frauen laut Umfrage verzichten: Mit Madonna wollen nur zwei Prozent den Toilettengang teilen, bei Lady Gaga sind es immerhin drei Prozent.

Die Ergebnisse im Überblick:
– Platz 1: Anke Engelke mit 26 Prozent
– Platz 2: Daniela Katzenberger mit 19 Prozent
– Platz 3: Queen Elizabeth II mit 12 Prozent
– Platz 4: Angelina Jolie mit 10 Prozent
– Platz 5: Veronika Ferres mit 9 Prozent
– Platz 6: Angela Merkel mit 8 Prozent
– Platz 7: Jennifer Aniston mit 7 Prozent
– Platz 8: Cameron Diaz mit 5 Prozent
– Platz 9: Lady Gaga mit 3 Prozent
– Platz 10: Madonna mit 2 Prozent


Zeichnungen: SCA Hygiene Products GmbH

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mehr in Familienleben

girl-1863906_1280

Gartengestaltung für die ganze Familie

Hans Wankl15. Oktober 2018
kids-2835431_1280

Einschulung – Welche Schule ist die richtige für mein Kind?

Hans Wankl7. Oktober 2018
camera-1840

Die Dokumentation der Familienerlebnisse ist immer lohnenswert

Hans Wankl4. Juli 2018
rose-2335203_1280

Mit Kindern über den Tod reden: Wie ist es am leichtesten?

Hans Wankl25. Juni 2018

Spielzeug aus Holz: der Klassiker im Kinderzimmer

Hans Wankl23. Mai 2018
young-791849_1280

Arbeiten von zu Hause aus: Homeoffice, Familie und Beruf

Hans Wankl10. März 2018

Der Schultasche die nötige Aufmerksamkeit widmen

Hans Wankl28. Oktober 2017

Die Familienküche – ein Ort, an dem die Generationen zusammenkommen

Hans Wankl20. August 2017

Tipps für eine ruhige Nacht im Kinderzimmer

Hans Wankl30. Juli 2017

Warum eine Kinder-Unfallversicherung so wichtig ist

Hans Wankl23. Juli 2017