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AGENT RANJID RETTET DIE WELT

AGENT RANJID RETTET DIE WELT

Am 18. Oktober startet das Kinoabenteuer mit Kaya Yanar in unseren Kinos. Als indischer Agent wider Willen mixt er einen eigenwilligen Cocktail aus Slapstick, Action, Ethno-Comedy und Bollywood-Musical. Agent Ranjid zieht in den Kampf gegen Windmühlenflügel…ein gewagtes Unterfangen, das im Vergleich zu „Johnny English“ nicht ganz aufgeht.

 


Die Story ist schnell erzählt: Der indische Putzmann Ranjid (Kaya Yanar) ist verzweifelt: Seine geliebte Kuh Benytha ist sehr krank und braucht eine teure Magenoperation. Doch dafür fehlt Ranjid einfach das Geld. Als der holländische Bösewicht Freek van Dyk (Rutger Hauer) die Weltherrschaft an sich reißen will und die besten Agenten von CIA, KGB, MI5, BND und GEZ ausschaltet, wendet sich das Blatt für Ranjid ganz unerwartet: Süleyman (Vedat Erincin), Leiter des türkischen Ayran Secret Service (ASS), hält ausgerechnet den tollpatschigen Putzmann seiner Firma für einen neuen „Süperagenten“ und lockt ihn mit viel Geld. Schließlich muss dringend gehandelt werden, denn van Dyks Helfer Reppe (Gode Benedix) und Viagra (Birte Glang) haben schon die beiden ASS-„Süperagenten“ Hakan (Kaya Yanar) und Sirtakimann (Kaya Yanar) außer Gefecht gesetzt.


Im Laufe seiner Karriere wurde Kaya Yanar nicht nur mit jeder Menge Preisen ausgezeichnet, sondern konnte den Sprachgebrauch der Deutschen auch entscheidend prägen. Bei all dem Erfolg schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis man ihn und seine Figuren in einem eigenen Kinofilm sehen würde. Nun ist es soweit – aber ist dafür nicht auch schon zu spät? Kaya Yanar hat als erster deutscher Comedian mit Migrations-Hintergrund, den er zum Hauptthema seiner Comedy machte, das Spaßverständnis einer ganzen Generation geprägt. Niemand möchte seine Figuren Hakan, Ranjid, Sirtakimann, Francesco, Yildirim und die wahrsagende Olga missen. Aber das sind Figuren aus vergangenen Tagen, an die man sich zwar gern erinnert, die aber längst von der Konkurrenz à la Bülent Ceylan überholt wurden – und auch der widmet sich mittlerweile eher seinem „Monnheemer“ Dialekt als der Türkenfigur Hasan.

„Agent Ranjid rettet die Welt“ hätte vielleicht im Jahre 2005, nachdem seine Kult-Sendung „Was guckst du?!“ abgesetzt wurde, noch punkten können, aber heute sind seine Figuren alt – und nichts Neues kommt hinzu. Ist also auch Kaya Yanar nur ein weiterer Comedian, der immer wieder nur das gleiche olle Kaninchen aus dem Hut zaubert?

Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: Im Interview zum Film erzählt der sympathische Comedian mehr über sein Agenten-Abenteur und verrät aufschlussreiche Details zum tollpatschigen Helden Ranjid:

Was kann der Zuschauer von „Agent Ranjid rettet die Welt“ erwarten?
Kaya Yanar:
„Das ist richtig schöner Klamauk mit Slapstick, Explosionen und Action. Also Familienunterhaltung in bester Tradition von ‚Die nackte Kanone‘. Ich bin mir sicher, dass gerade Kinder total darauf abfahren, weil wir eben nicht eine von diesen herkömmlichen Beziehungsquatsch-Komödien gedreht haben.“

Neben dem indischen Titelhelden Ranjid hat auch der türkische Türsteher Hakan eine große Rolle. Sind die beiden generell Ihre Lieblingsfiguren?
Kaya Yanar:
„Mir sind immer die Figuren am liebsten, die beim Publikum am besten ankommen. Ranjid ist ganz klar die Nummer eins und Hakan die Nummer zwei. Mich als Ranjid mit seinen überzogenen Indien-Klischees wie ein Wahnsinniger austoben zu dürfen, amüsiert offenbar nicht nur mich.“             

Was sollte man über Ranjid wissen?
Kaya Yanar:
„Er kam vor 20 Jahren nach Deutschland und sucht seitdem einen Job. Er ist halt nicht qualifiziert, eher ein bisschen doof, aber sehr liebenswert. Und sein Dialekt ist einfach nur sensationell. Akzente finde ich per se lustig.“   

Dabei sprechen Sie im Privatleben akzentfrei.
Kaya Yanar:
„Aber ich bin mit Eltern aufgewachsen, die einen starken Akzent haben, wenn sie Deutsch sprechen. Als Kind war es für mich völlig normal, die deutsche Sprache in einer nicht perfekten Art zu hören. Deshalb fühle ich mich noch heute an mein Elternhaus erinnert, wenn ich irgendwo einen Akzent höre. Ich habe schon früh angefangen, das liebevoll nachzuäffen. Und der Deutsche freut sich, wenn seine perfekte, komplizierte und anstrengende Sprache ab und zu mal gebrochen wird.“

Ist Ranjid der typische Klischee-Inder?
Kaya Yanar:
„Er hat die dunkle Hautfarbe und den indischen Akzent, aber es sind natürlich nicht alle Inder so wie Ranjid. Es sind ja auch nicht alle Türken so wie Hakan, der mit seinem Türkdeutsch und seinen Manierismen sehr dick aufträgt.“

Kennen Sie Indien aus eigener Erfahrung?
Kaya Yanar:
„Ich habe Indien mit einem Reiseveranstalter besucht. So konnte ich mir von Profis das Land zeigen lassen. Ich fand faszinierend, mit welcher Toleranz die Inder das Leben akzeptieren. Es ist unfassbar, was man da zum Teil an Armut und Missständen sieht, aber die Menschen begegnen ihrer Situation mit einem Lächeln, während in Deutschland bei jeder Kleinigkeit sofort gemeckert wird.“

Dem Inder sind Kühe zwar heilig, aber niemand liebt Kühe so wie Ranjid. Wieso?
Kaya Yanar:
„Ich glaube, Ranjid und seine Kuh Benytha sind seelenverwandt. Er hat sie aus Indien mitgebracht und vielleicht war sie in einer früheren Inkarnation mal seine Frau, die einfach nur im falschen Körper wiedergeboren wurde. Ranjid ist das egal. Er ist total verliebt in sie. Das Publikum mag Benytha auch sehr. An den Reaktionen merke ich oft, wie tierlieb die Deutschen sind. Du kannst vor der Kamera noch so viele Menschen zusammenschlagen, da regt sich keiner auf. Aber wenn ich der Kuh mal ganz sanft vors Horn stoße, hagelt es gleich Protestbriefe: ‚Schließt das Studio! Setzt die Sendung ab! Ruft den Tierschutzverein!'“

Im Kinofilm bekommen viele Nationalitäten ihr Fett weg: Inder, Türken, Griechen, Deutsche, Holländer. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen das einer übelnimmt?
Kaya Yanar:
„Nein, das ist ja alles ganz liebevoll. Ich finde Klischees toll und brauche sie jeden Tag. Sie sind wie Benzin, das meinen Comedy-Motor antreibt. Der Bösewicht im Film ist ein Holländer, wie man ihn sich vorstellt. Der wohnt in einer Mühle, trägt Holzclogs und isst Käsehäppchen, die von Frau Antje gebracht werden.“

Rutger Hauer kennt man aus Filmen wie „Blade Runner“. Waren Sie überrascht, als er das Rollenangebot annahm?
Kaya Yanar:
„Und wie! Wir saßen zusammen und überlegten, wer den holländischen Bösewicht spielen könnte. Der Caster Emrah Ertem sagte, er würde Rutger Hauer mal fragen. Da lachten wir nur und meinten: ‚Okay, gönn’ dir den Spaß und kassier’ die Absage!‘ Doch dann schrieb Rutger Hauer zurück und war interessiert, weil er noch nie in einer Komödie mitgespielt hatte. Er lud uns in die Nähe von Amsterdam ein. Beim Essen schaute er mich an und fragte: ‚Bist du auf die bekloppte Filmidee gekommen?‘ Ich sagte: ‚Ja, zusammen mit einem anderen, aber das ist wohl meine Schuld.‘ Dann sagte er zu. Wir hatten zehn sensationelle und angenehme Drehtage mit ihm. Ich bin sehr beeindruckt.“

Wollen Sie bei einer etwaigen Fortsetzung selbst Regie führen?
Kaya Yanar:
„Nein, das ist mir zu stressig. Michael Karen hat einen super Job gemacht und ich konnte ihm hundertprozentig vertrauen. Hut ab, wie er Ranjid und Hakan Disziplin beigebracht hat! Ranjid ist ja ziemlich aufgedreht und Hakan eher ein gemütlicher osmanischer Spätaufsteher. Aber unter Michaels Führung haben die beiden auch die 14 oder 16 Stunden langen Drehtage perfekt gemeistert.“

Kinostart: 18. Oktober; Regie: Michael Karen; FSK: ab 6 Jahren; Länge: 81 Minuten; Verleih: Constantin; Link: agentranjid.de

 

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