Buch

Deutscher Jugendliteraturpreis 2012

Deutscher Jugendliteraturpreis 2012

Der vom Bundesfamilienministerium gestiftete Deutsche Jugendliteraturpreis 2012 wurde am 12. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse von Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, verliehen. Der einzige Staatspreis für Literatur in Deutschland wird seit 1956 jährlich für herausragende Kinder- und Jugendbücher vergeben und ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung zählt mit über 1.100 Gästen aus dem In- und Ausland zu den größten Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse.

Der mit 10.000 Euro dotierte Sonderpreis für das Gesamtwerk Illustration ging an Norman Junge. Norman Junge, 1938 geboren, lebt und arbeitet seit 1967 als Künstler in Köln. Nach einer Ausbildung als Schriftsetzer nahm er ein Studium an der Werkkunstschule und Werkakademie in Kassel auf. Sein künstlerisches Schaffen ist facettenreich und vielfältig: Neben seiner Ausstellungs-tätigkeit ist er als Illustrator von literarischen Texten ebenso in Erscheinung getreten wie als Zeichner für die Sendung mit der Maus. Für seine zahlreichen Bücher wurde er im In- und Ausland mehrfach geehrt.

Die Sonderpreisjury begründet ihre Entscheidung wie folgt: „Norman Junge bedient sich einer eigenen Bildsprache, die sich konsequent der Verzweckung entzieht; sein Schaffen steht für Schönheit und Freiheit und erkennt die Realität der Phantasie an. Zu allen Zeiten ist eine solche Sprache vonnöten, um auf die der Kunst innewohnende Freiheit hinzuweisen. Und für diese Sprache der Phantasie hat Norman Junge unverwechselbare und unvergessliche Bilder geschaffen.“

Die Kritikerjury vergab weitere vier Preise in Höhe von jeweils 8.000 Euro in den Kategorien Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch.

Preisträger 2012 – Bilderbuch
Den Preis für das beste Bilderbuch erhielten die schwedische Autorin und Illustratorin Pija Lindenbaum und ihre Übersetzerin Kerstin Behnken für Mia schläft woanders (Oetinger): „Eine ganz alltägliche Kindererfahrung wird in diesem Bilderbuch gegen den Strich gebürstet und in beeindruckende Bilder und einen klugen Text gefasst. Die opulente bildliche Umsetzung erinnert an eine Opernbühne und macht ‚Mia schläft woanders“ mit seinen zahlreichen skurrilen Details zu einem großen Schauspaß.“

Pija Lindenbaum (Text, Illustration): „Mia schläft woanders“, aus dem Schwedischen von Kerstin Behnken, Friedrich Oetinger Verlag, für Kinder ab 5 Jahren, 12,95 Euro, ISBN: 978-3-7891-7546-6
 
Jurybegründung:
Mia ist aufgeregt: Sie besucht ihre Freundin Cerisia, um dort zu übernachten. Neugierig erkundet sie die Wohnung. Doch schon bald empfindet sie Fremdheit und Befremden: Es riecht nach Ziege und Cerisias Mutter ist für Mias Nase entschieden zu stark parfümiert. Das Abendessen schmeckt irgendwie „komisch“. Mächtig eklig findet Mia die überall haftenden Hundehaare und das abstoßende Geschwür auf dem Kopf des Hundes, den ihre Freundin sie auch noch zu streicheln nötigt. Und als wäre für Mia nicht schon alles ungemütlich genug, erweist sich Cerisia als verwöhnte Zicke, die ihr Hausrecht allzu forsch durchsetzt. Mia fühlt sich gehörig unwohl und die Freundschaft der beiden eigenwilligen Mädchen steht auf dem Prüfstand.

In ihren Illustrationen versteckt Lindenbaum zahlreiche kleine Beobachtungen, die den Glanz der offenbar wohlhabenden Familie in ihrer großzügigen und schick eingerichteten Wohnung durchaus schmälern – Details, die auch den erwachsenen Mitleser amüsieren können: Da liegt das Gebiss der Urgroßmutter auf dem Wohnzimmertisch; das weiße Designer-Sofa ist verschmutzt und voller Hundehaare; ein stylisches Wohnmagazin hat seinen Platz auf dem Tisch mit den Kaffeeflecken. Beim Abendessen fläzt der große Bruder mit Kopfhörern auf den Ohren am Tisch – die personifizierte Genervtheit.

Die opulente bildliche Umsetzung erinnert an eine Opernbühne – vor allem durch die Darstellung der Räume mit ihren Verzerrungen, dem genauen Blick für Proportionen und durch einen subtilen Sinn für die atmosphärische Darstellung von Mias Gefühlen. Großartig ist auch der Einsatz kräftiger Farben, vom warmen Gelb der Abendessensszene über das tiefe Purpur der Traumszenen bis hin zur Schwärze der Nachtszenen. Hier bleiben die Bilder in der Schwebe zwischen Traum und Wirklichkeit und lassen dem kindlichen Leser viel Deutungsspielraum, wenn er Mia auf ihrer nächtlichen Tour durch die Wohnung mit verwirrend vielen Türen begleitet. Essen die märchenhaft verkleideten Eltern Cerisias tatsächlich Torte mitten in der Nacht – ohne etwas abgeben zu wollen? Muss die Urgroßmutter wirklich in einem viel zu kleinen Bett schlafen? Wie kommen die Dachse mit rosa Schuhen unter die Spüle? Doch dann kommt endlich der Morgen: Die beiden Mädchen haben wie in einer Höhle unter der Spüle in der Küche geschlafen. Und endlich wird die reichlich übernächtigt aussehende Mia von ihrem Papa wieder abgeholt, um die so ersehnte Übernachtung bei der Freundin mit dem denkwürdigen Satz zu resümieren: „So supertoll war es nicht.“

Eine ganz alltägliche Kindererfahrung wird in Mia schläft woanders gegen den Strich gebürstet und Mias Erleben in beeindruckende Bilder und einen klugen und dialogstarken Text gefasst.

Preisträger 2012 – Kinderbuch
Im Kinderbuch zeichnete die Kritikerjury Finn-Ole Heinrich (Text) und Rán Flygenring (Illustration) für Frerk, du Zwerg! (Bloomsbury) aus: „Der sprachgewandte, fabulierlustige und semantisch kreative Text Heinrichs mit den frech-versponnenen Krakelbildern Flygenrings ist Quatsch in seinem allerbesten und feinsten Sinne und ein Plädoyer für Anarchie, Mut und Selbstbewusstsein.“


Finn-Ole Heinrich (Text), Rán Flygenring (Illustration): „Frerk, du Zwerg!“, Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher, für Kinder ab 7 Jahren, 16 Euro, ISBN: 978-3-8270-5476-0
 
Jurybegründung:
Wenn die Leser Frerk kennenlernen, wird gewiss niemand mit ihm tauschen wollen: Mit seinem braven Scheitel, den Wollhosen mit Bügelfalten – in Frerks Sprache „Krumpfelfumpel“ –, und dem spießigen Hemd unter dem Pullover, „immer aus feinster Wolle“, sieht er eher wie ein Sachbearbeiter als ein Schulkind aus – zum Entzücken der Mutter ein Ebenbild seines Vaters, nur ohne Brille. Besonders groß ist er auch nicht, und so lädt sein Name zu dem unwürdigen Reim geradezu ein: „Frerk, du Zwerg!“ Diesen Spruch muss sich der Junge jeden Tag in der Schule anhören, wenn nicht sogar noch Schlimmeres mit Frerk geschieht, wie an Tagen, an denen Andi Kolumpeck ihn auf dem Kieker hat. Und beim Völkerball wird er stets in das Mädchenteam gewählt. Nicht gerade schmeichelhaft.

Auch zu Hause hat er es nicht leicht. Seine neurotische Mutter erlaubt keinen Fernseher, keine Freunde im Haus, keine Ausflüge und überhaupt nichts, was Spaß macht. Ehe man das Haus betritt, muss man durch eine „Quarantäne-Zone“. Die Mutter reagiert „allergisch“ auf alles, was Frerk sich wünscht: Schokolade statt der matschig-winzigen Obststückchen im Morgenmüsli oder auf die Verwendung von Wörtern wie „pesen“, „Riechkolben“ oder „Bambule“. Sogar die Sprache Frerks wird von der Mutter zensiert. Und der Vater? Schweigsam. Jeden Abend, wenn er sich auf Frerks Bettkante setzt, hat dieser das Gefühl, dass der Vater vielleicht doch einmal einen Satz an seinen Sohn richten würde. Vergeblich.

Einen Hund, sein Traum, wird er von den Eltern niemals bekommen! Immerhin findet er dieses merkwürdige Ei. Was sich dann seinen Weg durch die Eierschale bahnt, ist pure Subversion und ein Ausbund an Insubordination. Die skurrilen Zwerge mit ihrem allzeit fröhlichen Ausruf „Brät! Brät!“ verändern Frerks Leben gewaltig. Natürlich gefällt ihm, dem Sprachliebhaber, die Zwergensprache außerordentlich gut und er gibt sich den schönsten Zukunftsplänen mit diesem wilden Gespann hin. Tatsächliche helfen die Zwerge Frerk dabei, seine innere Stärke und Gelassenheit auch nach Außen hin zu entfalten. Frecher, fröhlicher und selbstbewusster geht Frerk aus der Begegnung mit den ungestümen Miniwesen hervor – sichtbar in seiner „Wildeköterfrisur“ und an der kurzen Hose, an der Kapuzenjacke und den Turnschuhen.

Ein wahrhaft „flumpes“ Buch ist dem Künstlerteam hier gelungen. Diese anarchische Phantasiegeschichte könnte nicht kinderbuchhafter sein: schwungvoll, mit Humor, Mutterwitz und Nachdenkstoff. Der sprachgewandte, fabulierlustige und semantisch kreative Text Heinrichs ruft beim Vorlesen wahre Lachstürme bei Kindern hervor und animiert sie zu eigenen Sammlungen schöner Wörter und Sprachverdrehungen. Der Erzähltext, typographische Elemente und die Illustrationen bilden eine durchdachte und layouttechnisch sehr gekonnte Einheit. Die frech-versponnenen Krakelbilder Flygenrings zeichnen die gemeinen Kinder hässlich, die abgebildeten Hundephantasien Frerks sind von wildem Leben durchdrungen und von den Zwergen ist jeder ein Unikat. „Frerk, du Zwerg!“ ist Quatsch in seinem allerbesten Sinne und ein Plädoyer für Anarchie, für Mut und Selbstbewusstsein.

Preisträger 2012 – Jugendbuch
Sieger in der Sparte Jugendbuch wurde der Autor Nils Mohl mit Es war einmal Indianderland (Rowohlt): „Die in raffinierten Zeitsprüngen konstruierte Erzählung lebt von dem konzisen Einsatz filmischer Gestaltungsmittel. Schnelle Schnitte, Vor- und Rückblenden katapultieren den Leser immer wieder in einen anderen Kontext. Nils Mohl gelingt es, anspruchsvolles literarisches Erzählen thematisch dicht bei seinen jugendlichen Lesern zu realisieren – und das mit viel Herz und Ohr für seine Adressaten.“

Nils Mohl (Text): „Es war einmal Indianerland“, rotfuchs im Rowohlt Verlag, für Jugendliche ab 16 Jahren, 12,99 Euro, ISBN: 978-3-499-21552-0
 
Jurybegründung:

Der Ich-Erzähler versetzt den Leser in die Tristesse einer fiktiven Hamburger Vorstadt-Siedlung: Ein Mitbewohner des schäbigen Mietshauses hat seine Frau getötet und zwei Tage neben der Leiche kampiert, bevor er von seinem Sohn, Mauser, gefunden wurde. Dass dieser eins ist mit dem Ich-Erzähler, erschließt sich dem Leser erst spät. Am Ende werden sich diese vorgeblich zwei Figuren in einer Engführung der Erzählung zu einer Einheit ineinander schieben. Doch vorher müssen knapp zwei ereignisreiche Wochen vergehen.

Für die Zeichnung des Ich-Erzählers wählt Mohl die assoziationsreiche Figur des Boxers mit ihren Topoi vom ehrlichen, harten Kämpfer mit Herz. Er steht zwischen zwei Frauen, nämlich zwischen der verwöhnt-reichen Jackie, rein äußerlich seine Traumfrau, Affären nicht abgeneigt, aber zur Liebe wahrscheinlich gar nicht fähig, und der bodenständigen, füllig-sinnlichen Edda. Sie ist es, die die Kalamitäten der Adoleszenz auf den Punkt bringt: „Du bist 17, es ist dein Recht, dich von der Welt nicht verstanden zu fühlen.“

Mohls in raffinierten Zeitsprüngen konstruierte Erzählung lebt unter anderem von dem konzisen Einsatz filmischer Gestaltungsmittel, wie schnelle Schnitte, Vor- und Rückblenden – typographisch mit den Zeichen für die Vor- und Rückspultasten von DVD-Playern markiert –, die den Leser immer wieder in einen anderen Kontext katapultieren. Die gesamte Handlung in ihrer chronologischen Abfolge fügt sich erst am Ende des Romans zu einem vollständigen Bild. Das ist literarisch anspruchsvoll und verlangt genaues Lesen.

Auch die Sprache des Romans will genau erfasst werden: Mohl versteht es, Ellipsen und Parataxen an den richtigen Stellen mit Nebensatzkonstruktionen zu versehen. Ausgiebig nutzt er Parenthesen und Einschübe für eine zweite Textebene, die man zum einen wie Drehbuch-anweisungen lesen kann oder die ein anderes Mal der Atmosphäre erst ihre gänzliche Fülle verleihen. Dabei erweist sich Mohl als ein Meister des Erzählens für alle Sinne: Der Leser riecht das Chlor des Schwimmbades, empfindet die drückende Hitze eines wolkenlosen Sonnentages, sieht die Stadtansichten leibhaftig vor sich, hört den Lärm eines Open-Air-Festivals mit seinen unterschiedlichen Geräuschkulissen am Tag und in der Nacht. Viel zum dichten Flair des Romans trägt der kreative Umgang mit sprachlichen Bildern und Vergleichen bei, die Eskalation bekannter Redewendungen wenn zum Beispiel aus regnenden Katzen und Hunden Säbelzahntiger und Dobermänner werden, und schließlich der sichere Einsatz von filmischen Motiven aus Western und Indianerfilmen.

„Es war einmal Indianerland“ ist ein kunstvoll gebauter Roman, der mit seinen zahlreichen Neologismen auch sprachlich innovativ und überzeugend ist. Er bietet dem Leser eine neue und aufregende Variante aus Bildungsroman und Liebesgeschichte. Mohl gelingt es, anspruchsvolles literarisches Erzählen thematisch dicht bei seinen jugendlichen Lesern zu realisieren – und das mit viel Herz und Ohr für seine Adressaten.

Preisträger 2012 – Sachbuch
Mit ihrem Sachbuch Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da? (Gabriel) konnten die beiden Franzosen Oscar Brenifier (Text) und Jacques Després (Illustration) überzeugen: „Die innovativen Illustrationen werden durch Texte ergänzt, die strukturiert die wichtigen Fragen der Philosophie behandeln und Antworten geben, die über die Vermittlung des in Schule und Beruf verwertbaren Wissens weit hinausgehen. Norbert Bolz hat den Text in einer gekonnten Balance von Einfachheit und Anspruch übersetzt.“

Oscar Brenifier (Text), Jacques Després (Illustration): „Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da?“, aus dem Französischen von Norbert Bolz, Gabriel Verlag, für kinder ab 10 Jahren, 14,90 Euro, ISBN: 978-3-522-30267-8Verstand und Gefühl? Das Ich und das Andere? Geist und Körper? Gegensätze ziehen Philosophen an. Dieses in jeder Hinsicht außergewöhnliche Buch führt junge Leser in die klassische Denkfigur der Philosophie ein. Dazu erklärt Brenifier zunächst diese Art des Philosophierens, um sie dann anhand von grundlegenden Gegensatzpaaren auszuführen. Man spürt die große Erfahrung des Autors, die Wissenschaft vom Denken einem breiten Publikum zu vermitteln und Dilettantismus in seinem wohl verstandenen Sinne zu kultivieren. Norbert Bolz hat den französischen Text in einer überzeugenden Balance von Einfachheit und Anspruch übersetzt.

Jurybegründung:

Dem Text steht das Bild an der Seite. Und erst durch die Einheit von Erläuterungen und Illustration werden zentrale philosophische Grundeinsichten vermittelt. Die digital erstellten, aber wie fotografiert wirkenden Szenen mit den comic-artigen Figuren lassen Jacques Després’ Herkunft aus dem Animationsfilm erkennen. Seine kleinen Kerle in Ganzkörperanzügen und flächiger, stilisierter Ausführung illustrieren und veranschaulichen nicht nur, sondern vermitteln dem Leser weitere interessante und überraschende Erkenntnisse. Die Abbildung zu „Freiheit und Notwendigkeit“ beispielsweise zeigt einen Goldfisch, der sich die Freiheit genommen hat, sein Glasbecken zu verlassen. – Frei ist er zwar nun, aber nicht lebensfähig, weil er an der Luft nicht atmen kann. So wird Kindern nicht nur deutlich, dass Notwendigkeiten die Freiheit einschränken können, sondern sie fühlen sich angeregt, selbst weiterzudenken. Ähnlich geht es dem Betrachter mit der Illustration zur Frage „Zeigt sich das Sein immer in der Erscheinung?“ Denn er blickt auf ein Knopfaugenmännchen in Superman-Montur: Ist sie Maskerade, also Schein? Oder Ausdruck seines Seins? Was eigentlich ist Sein im Vergleich zum Schein?

Innovative Illustrationen und gekonnte Texte zu einem wichtigen Sach-Thema machen Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da? zu einem Unikat auf dem Sachbuchmarkt. Klar strukturiert behandelt es die wichtigen Fragen der Philosophie und gibt Antworten, die über Lernwissen weit hinausgehen. Es plädiert für eine Denkkultur, die in einer an Informationen und Fakten überreichen Welt auf eine Tiefe setzt, die nur aus der „Langsamkeit“ analogen Denkens heraus entstehen kann.

Über eine gekonnte Mehrfachadressierung werden Leser ganz unterschiedlichen Alters jeweils entsprechend ihres Erfahrungshorizonts zum Philosophieren gebracht und zum Weiterphilosophieren angeregt: Ich denke, also fühle ich auch!

Preisträger 2012 – Preis der Jugendjury
Der Preis der Jugendjury, ebenfalls mit 8.000 Euro dotiert, ging an Sieben Minuten nach Mitternacht (Random House) von Patrick Ness, illustriert von Jim Kay und übersetzt von Bettina Abarbanell. „Dieses unglaublich beeindruckende Buch handelt von der Verschlossenheit und Zerbrechlichkeit eines Jungen, der einen möglichen Verlust nicht akzeptieren will.“ Nach Meinung der jugendlichen Experten „liefern die mächtigen sprachlichen Bilder und die Illustrationen eine perfekte Atmosphäre für diese traurige, berührende, teilweise aber auch unterhaltsame Geschichte.“

Patrick Ness (Text), Jim Kay (Illustration): „Sieben Minuten nach Mitternacht“, aus dem Englischen von Bettina Abarbanell, cbj in der Verlagsgruppe Random House, für Kinder ab 11 Jahren, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-570-15374-1
 
Jurybegründung:
„Das Monster tauchte kurz nach Mitternacht auf. Wie das bei Monstern eben üblich ist.“ Der 13-jährige Conor O’Malley hat keine Angst vor dem Monster. Er fürchtet sich vielmehr vor dem Alptraum, den er in letzter Zeit ziemlich oft träumt…
Conors Mutter ist krank. Als sie wieder ins Krankenhaus muss, soll Conor so lange bei seiner Großmutter wohnen. Doch er will nicht, dass sie ihm hilft. Er will nicht, dass ihm überhaupt jemand hilft. Auch nicht das Monster, das ihm drei Geschichten vom wahren Leben erzählt. Bis es ihn auffordert, eine eigene, vierte Geschichte zu erzählen und die Wahrheit endlich auszusprechen.
„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist ein unglaublich beeindruckendes Buch. Es handelt von der Verschlossenheit und Zerbrechlichkeit eines Jungen, der einen möglichen Verlust nicht akzeptieren will. Patrick Ness erschafft mächtige sprachliche Bilder, wie das Monster, und Jim Kay liefert wundervolle Illustrationen. Dadurch entsteht eine perfekte Atmosphäre und Umgebung für diese traurige, berührende, teilweise aber auch unterhaltsame Geschichte.

Mehr zu den Nominierungen lesen Sie hier
Foto1: © AKJ

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr in Buch

pixabay-1894735_1280

Unterhaltung mit Lerneffekt – warum Hörbücher die richtige Beschäftigung für Kinder sind

Hans Wankl16. Dezember 2017
Wilbur McCloud

Steven Gätjen gibt sein Kinderbuch-Debüt

Barbara Leuschner11. April 2016
SuperBuch-klein

SuperBuch bringt Kinderbücher in die multimediale Welt

Barbara Leuschner8. März 2016
Dicke Katze and Friends

Wir stellen vor: „Dicke Katze and friends”

Barbara Leuschner4. November 2015
Personalisierte Buecher_framily 1

Feenfans aufgepasst: „Winx Club und ich“ bei framily.de

Barbara Leuschner2. November 2015
Kinder-Apps

Kinderbuch-Apps fördern das Vorlesen in Familien!

Anja Himmelsbach21. Oktober 2015
leyo_screnshot

Neue LeYo!-Bücher aus dem Carlsen Verlag: Jetzt wird’s gruselig!

Thomas Meins11. Oktober 2015
Dino Wheelies 1

Die „Dino Wheelies“ sind wieder auf Tour

Barbara Leuschner21. September 2015
LEYO!-App

LeYo! – Buchstaben und Sprachen ganz spielerisch lernen

Anja Himmelsbach4. September 2015
LEGO_Friends_VII_Szenenbilder_05

Hörspiele von den LEGO Friends

Barbara Leuschner22. August 2015