Familienleben

ADHS: Erwachsene leiden oft ein Leben lang

ADHS: Erwachsene leiden oft ein Leben lang

Rund fünf Prozent der Erwachsenen leiden weltweit an ADHS. Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung betrifft längst nicht wie gedacht nur Kinder und Jugendliche, sondern ebenso Erwachsene. Rund ein Viertel der ADHS-Patienten, bei denen die Störung bereits im Kindesalter diagnostiziert wurde, ist auch im späteren Verlauf des Lebens davon betroffen. Die Medizin ist immer mehr gefordert, adäquate Behandlungen auch für die älteren Patienten anzubieten.

 
„Erwachsene mit ADHS weisen ähnliche Symptome auf wie Kinder, mit dem Unterschied, dass Erstere befangener sind, weil sie wissen, was mit ihnen los ist“, erklärt Thomas Germscheid, Gründer des ADHS-Portals und selbst Betroffener in Ustersbach. Ein wichtiges Merkmal bei Erwachsenen sei das Kompensieren der Störung, indem sie ihre Symptomatik zu verstecken versuchen. „Sie setzen sozusagen eine Maske auf“, so Germscheid.

Dahingehend sei es des Öfteren beobachtbar, dass Betroffene alle sechs bis sieben Jahre ihren Arbeitgeber beziehungsweise Partner wechseln, da sie dieses Rollenspiel nicht länger aufrechterhalten können. „Irgendwann kommen die Schwächen durch und man fühlt sich entlarvt“, so der Spezialist.

Kreative Arbeitnehmer
„Menschen mit ADHS sind hochsensible und äußerst feinfühlige Menschen; sogenannte ‚Gutmenschen'“, erläutert der Berater. Sie hätten eine breite Antenne für Informationen – eine Filterfunktion, die wesentliche von unwesentlichen Informationen unterscheidet, fehle ihnen. Aus diesem Grund nehmen sie Sachverhalte differenziert wahr als Menschen, die diese Störung nicht haben. „ADHS-Betroffene sind sehr kreativ und können Firmen gute Ideen liefern“, meint Germscheid.

Frühzeitige Diagnose maßgebend für richtige Behandlung
Therapien für Erwachsene seien noch immer schwierig durchführbar. Es gäbe dabei zum Beispiel die Medikation durch Amphetamine. „Die Hyperaktivität kann somit für eine gewisse Zeit in Schach gehalten werden, allerdings kann damit auch die Kreativität verfliegen“, sagt er. Es gäbe auch begleitende Therapien. Hier wird der Patient zunächst richtig aufgeklärt. „Um ADHS professionell behandeln zu können, braucht man zunächst eine richtige Diagnose“, führt Germscheid aus.

Kommentare anzeigen (1)

1 Kommentar

  1. Franz Josef Neffe

    25. Oktober 2012 in 13:56

    Dass Erwachsene leiden, ist nicht erstaunlich.
    Sie geben sich Mühe – und bekommen sie folglich auch.
    Sie strengen sich an – und sind angestrengt und bald auch erschöpft, leergebrannt, ausgelaugt und niedergedrückt.
    Sie lassen nicht locker – und sind des halb immer verspannt.
    Sie überwinden sich – und sind folglich überwunden.
    Ihre Pädagogik scheint an Dummheit unübertreffbar.
    Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, schon die Wortkonstruktion ist unsinnig. Dass ihre Überlebensinstanz in ihnen was Wichtigeres zu tun hat, als ständig ihre Aufmerksamkeit all diesem Unsinn zu widmen, sollte einem schon die genaue Beobachtung zeigen. Wenn wir nicht doof wären, würden wir malö ganz genau hinschauen, womit sich die Aufmerksamkeit konkret beschäftigt.
    Dass man bei derart minderbemittelter geistiger Behandlung mindestens hypertaktiv werden muss, ist doch wohl verständlich. Wenn z.B. Schule oder sonstuge Belehrungen & Co. auch zu Hause zum Davonlaufen sind, dann brauchen wir uns doch nicht wundern, wenn der Lebenstrieb den Menschen auf diesen Weg der Vernunft bringt.
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer lasse ich mir vom Herkunftswörterbuch sagen, dass griech SYNDROMOS = Zusammelauf heißt. Ein Syndrom ist also nur ein ganzer Haufen, der zusammengekommen ist und den sich anscheinend keiner genauer anschauen will. Dann nennt man diesen Misthaufen SYNDROM und sofort lebt jeder in dem Wahn, nun wüsste er., was das ist.
    In der Ich-kann-Schule ist so etwas Oberflöchliches keine Pädagogik.
    Selbstbeherrschung oder , noch besser, Selbstbemeisterung ist eine durchaus bewältigbare Aufgabe. Dabei geht es nicht um Anstrengung und Bemühung sondern um einen FEINEN Umgang mit den FEINSTEN Lebenskräften. Problemlösung ist feine geistig-seelische Präzisionsarbeit. E.Coué hat in seinem weltberühmten kleinen Buch über AUTOSUGGESTION ganz praktisch beschrieben, wie das geht.
    DIAGNOSE heißt übrigens auf Deutsch: DURCHBLICK.
    Den Durchblick hat jemand bei mir, wenn er mir ein konkretes praktisches Beispiel berichten kann, wie er das Problem schon einmal gelöst hat. Solange er das nicht kann, kann er auch keine Diagnose stellen und sollte erst einmal LERNEN. Guten Erfolg!
    Franz Josef Neffe

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