Familienleben

Kinder nutzen Fäuste zum Aggressionsabbau

Kinder nutzen Fäuste zum Aggressionsabbau

Eine niedrige Artikulationsfähigkeit bei Kindergartenkindern ist oft die Ursache für aggressives Verhalten. 90 Prozent der aggressiven Kinder zeigen eine geringfügige kognitive Fähigkeit. Dies hat eine Erhebung der Penn State Universität ergeben. Laut den Forschern bräuchten Kinder verbale Fähigkeiten und Richtlinien von Erwachsenen, um den emotionalen Zustand von Anderen zu verstehen und die eigenen Gefühle ohne körperliche Gewalt auszudrücken.

Das Zuschlagen ist demnach einfacher als die richtigen Worte zu finden. Die Schwelle, mit Frustration umzugehen, ist für die Kinder wahrscheinlich zu klein, weswegen sie aus Affekt handeln und zuschlagen.

Kinder brauchen Vorbilder
„Die sprachliche Vorbildwirkung von Pädagogen und Eltern ist entscheidend für Kinder“, erklärt die Linzer Logopädin Renate Heitz des Landes Oberösterreich. Kinder müssten demnach von Erwachsenen lernen, dass Frust und Aggression auch verbal abgebaut werden können.

In österreichischen Kindergärten zum Beispiel gehören Rollenspiele zum Repertoire der Pädagoginnen, die den Kindern demonstrieren sollen, wie man sich in Konfliktsituationen adäquat gegenüber den Anderen verhält. „Des Weiteren gibt es auch Bilderbücher, die diese thematisieren und mit den Kindern besprochen werden“, so Heitz.

Sensibilität gegenüber Gewalt
Während Kinder, die sich geprügelt haben, früher noch als „normal“ galten, werden sie heute als aggressiv bezeichnet. „Die Sensibilität und Toleranz der Gesellschaft gegenüber Gewalt hat sich geändert. Als Logopädin habe ich gemerkt, dass auch Sprache einen wichtigeren Stellenwert eingenommen hat“, setzt Heitz fort. Wenn Kinder früher nicht sprechen wollten, hatten die Eltern mehr Geduld – heute sei das anders.

Kommentare anzeigen (1)

1 Kommentar

  1. Franz Josef Neffe

    22. Dezember 2012 in 02:58

    Zwischen der körperlichen Agression und dem Kind steht wie zwischen der Artikulation und dem Kind steht immer der GEIST.
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer ist es mir zu vordergründig, die betroffenen Kinder einfach in ihrem bewussten Verstand anders zu codieren.
    In der Ich-kann-Schule ist ein genauerer Umgang mit dem Unbewussten viel interessanter, mit den Gedanken und Gefühlen und ihrer Reflexion und Korrektur. „Trockenübungen“ sind etwas anderes als ein senjsiblerer originaler Umgang mit den Lebenskräften.
    In der Ich-kann-Schule würde man auch schaun, ob die Erwachsenen das, was sie von Kindern erwarten und verlangen selber können und ob sie nicht gerade das Gegenteil vorleben. Streit zwischen Kindern und Erwachsenen ist viel, viel zu häufig und zeigt, dass die Erwachsenen über das Niveau des Kindes – trotz wenigstens 2 Jahrzehnten Altersvorsprung – noch nicht hinausgekommen sind.
    Wenn wir dann immer nur das Kind fördern wollen, haben wir das Problem überhaupt nicht verstanden.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

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