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ON THE ROAD – UNTERWEGS

ON THE ROAD – UNTERWEGS

Basierend auf dem gleichnamigen Kultroman von Jack Kerouac, der zum Manifest einer ganzen Generation wurde, erzählt der am 4. Oktober in den Kinos startende Film von Walter Salles die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zweier ungleicher junger Männer, die sich gemeinsam auf eine abenteuerliche Reise quer durch die USA begeben.

Nach dem Tod seines Vaters ist der junge Schriftsteller Sal Paradise (Sam Riley) wie gelähmt. Mit seinem Roman kommt er kein Stück voran, sogar das Bier schmeckt schal. Sein Freund Chad King (Patrick John Costello) versucht, Sal aufzuheitern und stellt ihm und Carlo Marx (Tom Sturridge) den gleichaltrigen, charismatischen und lebenshungrigen Dean Moriarty (Garrett Hedlund) vor.

Dean ist gerade in New York eingetroffen, frisch verheiratet mit der erst 16-jährigen, freizügigen Marylou (Kristen Stewart). Sal ist fasziniert von dem Draufgänger, der von intellektuellen Diskursen wenig hält, aber umso mehr von Sex und Marihuana. Deans unbändige Lebenslust reißt Sal aus seiner Lethargie. Für ihn ist der Mann aus dem Westen wie ein verlorener Bruder, ein Seelenverwandter – so ganz anders als seine verkopften New Yorker Literaten-Freunde. Sal will endlich leben, wild wie Dean und wie der Jazz, den sie beide lieben. Und er will nach Westen. Davon hat Sal immer geträumt, aber er hat nie den richtigen Moment gefunden.

Als Dean sich wieder auf den Weg macht, nimmt er Carlo mit. Sal bleibt allein zurück. Ohne Deans mitreißende Energie fühlt er sich genauso leer und ausgebrannt wie vorher, seine Schreibblockade wird nur schlimmer. Bis Sal einen Brief von Dean erhält, der seinen „Blutsbruder“ einlädt, ihn in Denver zu besuchen. So beginnt Sals Abenteuer on the road.

Nach einem Trip auf der Ladefläche eines Lasters durch die großartige Landschaft Amerikas, endlich in Denver angekommen, trifft er seinen Freund natürlich nicht allein an. Dean ist zwar noch mit Marylou verheiratet, liebt aber auch die Studentin Camille (Kirsten Dunst). Obwohl er sich zwischen seinen beiden Frauen zerreißt und von einem Rendezvous ins nächste Bett hetzt, ziehen die Freunde erst mal los, um Mädchen aufzugabeln – mit Carlo im Schlepptau. Doch statt Sal ist es wieder Dean, der zum Zug kommt. Und der sensible Carlo, der Dean nicht bloß wie einen guten Freund liebt, erkennt, dass er seinen eigenen Weg gehen muss. Genau wie Sal.

Auf seiner Reise nach Westen schlägt sich Sal als Erntehelfer und Baumwollpflücker durch. Auf einer kalifornischen Plantage findet er mit der allein erziehenden Mutter Terry (Alice Braga) so etwas wie Glück. Doch als der Winter kommt, zieht es Sal zurück nach Hause, in sein altes Leben. Er hat schließlich noch ein Buch zu schreiben.

Dean sieht er erst an Weihnachten wieder, als dieser überraschend im Hause von Sals Schwester auftaucht. Im Schlepptau hat er abermals Marylou – inzwischen von Dean geschieden – und seinen Freund Ed Dunkle (Danny Morgan). Camille hat Dean in San Francisco sitzen gelassen, obwohl sie gerade sein Kind zur Welt gebracht hat. Eds Frau Galatea (Elisabeth Moss) wartet unterdessen bei dem berüchtigten Old Bull Lee (Viggo Mortensen) seiner Frau Jane (Amy Adams) auf die Rückkehr ihres Mannes. Dean und Ed sollen die wütende Galatea bei Lee abholen – aber erst im Neuen Jahr! Vorher feiern die Freunde ein rauschendes Silvester.

Regisseur Walter Salles inszenierte ein atemloses Roadmovie über die Suche nach dem Glück, nach Freiheit, nach der großen Liebe und dem ultimativen Rausch des Lebens. Als ungleiche Reisegefährten – Alter Egos der Beat-Legenden Neal Cassady und Kerouac selbst – sind Garrett Hedlund („Tron: Legacy„) und Sam Riley („Control“) zu sehen. Charakterstar Viggo Mortensen („Tödliche Versprechen“) brilliert als dubioser Hippie-Guru, der Drogenpapst William S. Burroughs nachempfunden ist, Newcomer Tom Sturridge („Radio Rock Revolution“) als Schöngeist, der an Beat-Poet Allen Ginsberg erinnert. Die starken Frauen an ihrer Seite sind Kristen Stewart („Snow White & The Huntsman„) Kirsten Dunst („Marie Antoinette“) und Amy Adams („Julie & Julia“).

Jack Kerouac machte sich mit 25 auf den Weg, erstmals im Sommer 1947. Es folgten noch drei weitere Male in den Jahren 1949 und 1950. Das Ergebnis war „On the Road“. Nachdem er das Buch fertiggestellt hatte, war er ständig unterwegs – von Big Sur in Kalifornien bis nach Tanger, Marokko inklusive eines Zwischenstopps im französischen Lanmeur, auf der Suche nach seinen bretonischen Wurzeln. Der Roman „On the Road“ verquickt Kerouacs tatsächliche Reiseerlebnisse mit denen seines literarischen Alter Egos Sal Paradise. Immer wieder wurde seine Reiseroute von Ost nach West durch Zufallsbegegnungen und akute Geldnot unterbrochen. 

Die Suche nach den perfekten Schauplätzen für die Kino-Adaption von Kerouacs Kultroman machte auch Walter Salles und seine Crew zu richtigen Globetrottern: Selbstverständlich sahen sie sich in den USA um, von Louisiana bis New Mexico und – auf der Durchreise – in Arkansas, aber auch in Kanada, Mexiko und sogar in den verschneiten Regionen Patagoniens und Argentiniens.

Kinostart: 4. Oktober; Regie: Walter Salles; FSK: ab 12; Länge: 140 Minuten; Verleih: Concorde; Link: unterwegs-derfilm.de/ ; Prädikat besonders wertvoll

 

 

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