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AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT

AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT

Was tun, wenn das Ende der Welt naht? Selbstmord begehen, Drogen schlucken oder Party machen? Steve Carell und Keira Knightley entscheiden sich in dieser romantischen Tragikomödie, einen anderen Weg zu gehen und  der Liebe noch eine letzte Chance zu geben (Kinostart 20.9.).

 

Das Ende der Welt wurde im Kino schon zigfach beschworen, als Katastrophenthriller, Psychodrama oder Actionfilm. „Auf der Suche nach einem Freund für das Ende der Welt“ bietet eine weitere Variante an. Fast heiter und sehr, sehr besinnlich schildert der Film die letzten Tage im Leben einer Handvoll Menschen.

Ein Asteroidenhagel nimmt Kurs auf die Erde, und der letzte Rettungsversuch ist fehlgeschlagen. Nur noch ein paar Wochen bleiben der Menschheit bis zum Untergang. Dodge (Steve Carell) scheint das drohende Ende nicht aus der Ruhe zu bringen – obwohl er die letzten Tage auch noch ohne Ehefrau auskommen muss, die angesichts der Katastrophe lieber zu ihrem Lover geflüchtet ist.

Aber auch in größter Not liegt das Gute ganz nah: Dodge schließt sich mit seiner aufgedrehten Nachbarin Penny (Keira Knightley) zusammen, die gerade ihrem Freund den Laufpass gegeben hat. Sie verlassen gemeinsam die Stadt: Er will seine Jugendliebe ausfindig machen, sie zu ihrer Familie nach England. Während die Welt im Chaos von Ausschweifungen und Gewalt versinkt, tingeln die beiden durch die Provinz. Unvermeidlich, dass sich der Biedermann und die Chaosbraut näher kommen …

Dieser Film ist alles andere als leichte Unterhaltung. Wenn man beim Thema Weltuntergang auch keine Gagparade erwarten kann, so doch zumindest eine ansprechende Geschichte und mitreißende Gefühle. Zu offensichtlich ist von Anfang an, wohin hier der Hase läuft. Na klar, Dodge und Penny werden ein Paar, denn Gegensätze ziehen sich schließlich an. Warum das mit der Liebe aber so lange dauert, bis die Welt mit einem großen Rumms in Stücke geht, bleibt das Geheimnis des Drehbuchs und wird zur Folter für den Zuschauer.

Leider macht sich der Film auch keine besondere Mühe, das Ende der Welt bildgewaltig in Szene zu setzen. Okay, feurige Bilder vom Asteroideneinschlag wären auch fehl am Platz, aber etwas mehr Fantasie in der Ausgestaltung der Szenen hätte schon gut getan. Optisch und dramaturgisch bietet „Auf der Suche nach einem Freund …“ wenig mehr als ein besserer TV-Film. Es wird viel geredet, die Kamera schwelgt in öden Groß- und statischen Nahaufnahmen, die Handlung plätschert, außer im ersten Drittel, melancholisch vor sich hin.

Für einen denkwürdigen Aufritt und eine der wenigen wirklich überraschenden Szenen sorgt William Petersen („CSI“) als lebensmüder Trucker. Eine prägnante Nebenrolle und verdammt kurz, aber den beiden Hauptdarstellern stiehlt er damit fast die ganze Show. Obwohl Komiker Steve Carell tapfer gegen das dumpfe Drehbuch anspielt und als stoischer Bürohengst eine prima Figur macht. Aber Miss Knightley – oh je. Die blasse Engländerin nervt mit zunehmender Dauer des Films durch überdrehte Mimik und nervöse Gesten. Als hätte die Regisseurin sie einfach mal machen lassen … Keine gute Idee.

Steve-Carell-Fans sollten dennoch einen Kinobesuch riskieren, der Mann ist ein Lichtblick in dunkler Nacht. Hardcore-Romantiker können in Melancholie baden. Männer, die sich von ihren Frauen ins Kino mitschleifen lassen, sollten für ein angemessenes Rahmenprogramm in Form von Taschentüchern und krampflösenden Drinks sorgen.

Kinostart: 20. September; Regie: Lorene Scafaria; FSK: ab 12; Länge: 94 Minuten; Verleih: Universal Pictures Germany; Link: http://movies.universal-pictures-international-germany.de/

 

 

 

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