Film

LIEBE

LIEBE

Mit diesem bewegenden Film über eine ganz eigene, herzzerreißende Episode einer Liebe, die uns allen zeigt, dass es eben doch Sinn macht, den langen Weg durchs Leben gemeinsam zu gehen, gelang Regisseur Michael Haneke und Produzent Stefan Arndt ein weiterer Coup: Nachdem 2009 bereits „Das Weiße Band“ die Wettbewerbsjury überzeugen konnte, gewann „Liebe“ (Kinostart: 20. September) mit den beiden Hauptdarstellern Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva beim diesjährigen Festival de Cannes erneut die Goldene Palme als Bester Film.

Georges (Jean-Louis Trintignant) und Anne (Emmanuelle Riva), beide um die 80, sind Musikprofessoren im Ruhestand. Sie genießen ihr gemeinsames Leben ebenso wie die kulturellen Veranstaltungen, zu denen es die beiden immer noch zieht. Am Morgen nach einem Konzertbesuch von Annes ehemaligem Schüler, dem Star-Pianisten Alexandre (Alexandre Tharaud), erleidet Anne einen Schlaganfall.

Bei einer von den Ärzten empfohlenen Operation treten Komplikationen auf und die schöne und unternehmungslustige Anne ist von nun an halbseitig gelähmt. Beider Tochter Eva (Isabelle Huppert), die mit ihrer Familie in London lebt und nur gelegentlich vorbeischaut, macht sich Sorgen um ihre Eltern: den Vater, der seine an den Rollstuhl gefesselte Frau mit bedingungsloser Hingabe pflegt, und die Mutter, die sich zu nichts mehr nütze und als Belastung empfindet.

Doch Eva kann nicht wirklich helfen, ist sie doch selbst als im Ausland arbeitende Musikerin von ihrer eigenen Familie oft genug getrennt. So besorgt sie ihrem Vater zumindest zusätzliche Hilfe mit einer Pflegekraft für die Mutter. Doch trotz der aufopferungsvollen Pflege durch Georges verschlechtert sich Annes Zustand, sodass eine zweite Pflegekraft hinzukommen muss. Vor allem Annes zunehmender geistiger Verfall ist der Beginn einer Bewährungsprobe für die Liebe der Beiden.

Michael Haneke, der neben der Regie auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, hat mit dieser sensiblen Studie des menschlichen Verfalls und der Verzweiflung und Machtlosigkeit der der Angehörigen ein Meisterwerk geschaffen, dessen Thema wir uns nur allzu gern entziehen wollen.

Mit leisen Tönen und einer Handlung, die fast ausschließlich in einer Wohnung stattfindet, aus der es scheinbar kein Entrinnen mehr gibt, schafft Haneke eine Nähe zu den Figuren, die den Zuschauer diese ausweglose Situation förmlich am eigenen Leibe spüren lässt.

Die französischen Schauspiellegenden Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant haben in „Liebe“ die beiden Hauptrollen übernommen: Trintignant, unter anderem bekannt für seine Rollen in „Und immer lockt das Weib“, „Auf Liebe und Tod“ und in Costa-Gavras’ Oscar-gekröntem Klassiker „Z“, ist hier nach 14 Jahren, in denen er ausschließlich auf der Bühne gearbeitet hat, endlich wieder auf der Kinoleinwand zu sehen. Emmanuelle Riva ist vor allem durch ihre Hauptrolle in „Hiroshima, mon Amour“ populär geworden.

Kinostart: 20. September; Regie: Michael Haneke; FSK: ab 12; Länge: 125 Minuten; Verleih: X Verleih; Link: liebe.x-verleih.de

 

 

 

Klicken Sie, um einen Kommentar hinzuzufügen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mehr in Film

Nellys Abenteuer

„Nellys Abenteuer“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner17. März 2017
Moonlight

Kinotipp: MOONLIGHT

Barbara Leuschner9. März 2017
Trolls 1

Musical-Abenteuer „Trolls“ fürs Heimkino

Barbara Leuschner7. März 2017
Disney mitmach-kino 1

Disney Junior Mitmach-Kino am 5. März!

Barbara Leuschner2. März 2017

Andreas Bourani zu seiner Rolle in Disneys „Vaiana“

Thomas Meins23. Dezember 2016
(Pictured) DORY. ©2013 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Kinotipp: FINDET DORIE

Barbara Leuschner29. September 2016
tschick-start

Kino-Tipp: TSCHICK

Thomas Meins15. September 2016
elliot-der-drache-17-rcm0x1920u

Kinotipp: ELLIOT, DER DRACHE

Thomas Meins25. August 2016

Exklusiver Clip zu CONNI & CO

Thomas Meins2. August 2016
ghostbusters-start

Kinotipp: GHOSTBUSTERS

Thomas Meins1. August 2016