Familienleben

Ausgrenzung und Mobbing setzen Kinderseelen zu

Ausgrenzung und Mobbing setzen Kinderseelen zu

Soziale Ausgrenzung ist ein Instrument, die eigene soziale Position zu verbessern – und das emotionale Wohlbefinden des Betroffenen zu schädigen. Das gilt nicht nur für Kinder oder Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, und wirkt sich somit auch auf deren schulische sowie berufliche Leistungen aus. Um den sozialen Zusammenhalt zu fördern, ist ein differenziertes Vorgehen vonseiten verantwortlicher Erwachsener notwendig.

Soziale Ausgrenzung ist nicht nur für das emotinale Wohlbefinden von Kindern schädlich, sondern kann auch die Leistungen in der Schule beeinflussen. Das Team um Holly Recchia Forscher vom Department of Education der Concordia University in Montreal hat Interviews mit Kindern geführt, die andere ausgrenzen. Ergebnis: Jede soziale Situation sollte einzeln betrachtet werden, da es keine alleinige Lösung gegen das Problem der sozialen Ausgrenzung gibt.

Bewusstes Mobben im Alter
„Die Sichtweise der Kinder, die andere ausschließen, hilft uns zu sehen, wie man soziale Ausgrenzung verhindern kann“, sagt Recchia. Die Studie hat zudem gezeigt, dass die Erfahrungen derjenigen, die ausgrenzen, vielfältiger sind als frühere Erhebungen zeigten. Die Forscher schließen daraus, dass ein differenzieres Vorgehen notwendig ist, sozialen Zusammenhalt zu fördern.

Aus den Gesprächen mit den Kindern und Jugendlichen ging auch hervor, dass die Kinder sehr wohl wissen, was eine soziale Ausgrenzung moralisch bedeutet. Sie bewerten ihr Verhalten als „gut“ oder „schlecht“ – auch wenn eine Ausgrenzung spontan passieren kann. Je älter die Kinder sind, desto bewusster grenzen sie andere aus. Im Kindergartenalter bis etwa zum siebten Lebensjahr passiert die Ausgrenzung noch unbewusst und unter Gruppendruck, während Jugendliche kontrollieren können, warum sie andere ausschließen oder mobben.

Zu viel Konkurrenz schädlich
Dass Menschen von anderen ausgegrenzt werden, ist nicht außergewöhnlich. „Soziale Ausgrenzung oder Mobbing ist kein abweichendes Sozialverhalten“, sagt Ruth Festl von der Universität Hohenheim. Soziale Ausgrenzung sei ein Instrument, die eigene soziale Position zu verbessern – das gelte nicht nur für Kinder oder Jugendliche, sondern auch für Erwachsene.

In einer Pilotstudie hat Festl als Studienleiterin mit einem Team Cyber-Mobbing erforscht und dabei entdeckt, dass neben persönlichen Gründen auch die Sozialstruktur eine wichtige Rolle spielt. Die Täter stammen aus der Klassenmitte, die Opfer sind die Randfiguren in der Gemeinschaft. Hilfreich wäre es vonseiten der verantwortlichen Erwachsenen, die Gemeinschaft bei den Kindern zu fördern. „Eine Konkurrenzsituation ist zwar wichtig in einer Schulklasse, sie sollte aber nicht so weit gehen, dass es sozial unzuträglich wird“, sagt Festl.

Kommentare anzeigen (2)

2 Comments

  1. Franz Josef Neffe

    21. September 2012 in 19:24

    Was Dzu nicht willst, das man dir tu,
    das füg auch keinem andern zu!
    So, uind jetzt sag diesen Satz sofort in der ICH-Form!
    In der Du-Form ist er nur ein Manipulationsversuch, erst in der ICH-Form wird er praktsich verbindlich. In meinen Ich-kann-Schule-Tagen erlebe ich immer wieder, wie schwer sich alle tun, wenn sie, statt darüber zu reden, es auch wirklich tun sollen.
    Es ist ja auch interessant, dass hier von KinderSEELE die Rede ist. Bei einem meiner letzten IKS-Vorträge fragte ich die anwesenden LehrerInnen, wie oft sie die Worte Geist & Seele in den letzten drei Jahren in ihrer Schule gehört haben. Sie habgen sie dort überhaupt noch nicht gehört, sagen sie.
    Mobben und ausgrenzen tut man Schwache; das sind oft Menschen, die in sich selbst von sich selbst schon vieles ausgegrenzt haben.
    In der Ich-kann-Schule lernen deshalb Lehrer und Kinder darauf zu achten, wie jeder mit seinen einzelnen Kräften in sich umgeht. Wer seine Kräfte stärkt, bekommt eine starke Ausstrahlung. Wer dann auch noch im Geiste die Kräfte der anderen stärkt, nutzt diese Kraft doppelt zu seinem Vorteil. So bekommt man Einfluss, indem man sich in seinen und den Kräften anderer Freunde schafft.
    Freundlich grüßt
    Franz Josef Neffe

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