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VATERTAGE – OPA ÜBER NACHT

VATERTAGE – OPA ÜBER NACHT

Ein Lebenskünstler in Nöten: Sebastian Bezzel spielt den Münchner Hallodri, der unverhofft zu Kind und Enkel kommt. Und nun Geld auftreiben und eine Familie gründen muss (Kinostart: 13. September). 

 

Das hätte doch eine nette, harmlose Sommerkomödie werden können – mit etwas Lokalkolorit gewürzt und mit sympathischen Typen besetzt, die sich durch eine launige Geschichte schlawinern. Leider ist „Vatertage – Opa über Nacht“ nichts von alledem. Der Unterhaltungswert dieser Komödie über eine Familie wider Willen hält sich in Grenzen. Und das ist nicht die Schuld der durchweg kompetenten Darsteller.

Alles dreht sich um Basti (Sebastian Bezzel), der in München mehr schlecht als recht ein Fahrradrikscha-Unternehmen betreibt. Sein Hang zu Frauen, Joints und süßem Leben verhindern den Erfolg des ewigen Jünglings. Eines Tages steht die 17-jährige Dina (Sarah Horvarth) vor seiner Tür und behauptet, Basti sei ihr Vater. Im Schlepptau hat sie ein Kind, also Bastis Enkel, und die Forderung über 15.000 Euro. Zahlt Basti nicht, würde sie den bisher ahnungslosen Vater auf Alimente verklagen. Klar, dass Basti knapp bei Kasse ist. Also versucht er seinen Vater Lambert (Heiner Lauterbach) anzuschnorren, der mit seinem Lebensgefährten ein Hotel in Griechenland betreibt. Das familiäre Chaos nimmt Fahrt auf, als Basti sich mit einer betrunkenen Holländerin auf dem Oktoberfest einlässt und er außerdem versucht, Sarahs Mutter im fernen Bitterfeld ausfindig zu machen.

 

Der sympathische Sebastian Bezzel spielt den Tunichtgut, der partout nicht erwachsen werden will, mit Hingabe und Überzeugung. In diesem Sinne ist er ein durchaus würdiger Nachfolger von Helmut Fischer, dem ewigen Stenz. Auch die Nebendarsteller legen sich ins Zeug und machen fast alle eine gute Figur. Leider reicht das nicht, um einen amüsanten Film zu machen. „Vatertage“ sieht über weite Strecken aus wie ein vom Bayern-Tourismus geförderter München-Werbefilm. Wir bekommen zuhauf hübsche und allzu bekannte Orte von Feldherrnhalle über Wiener Platz sowie Kirchen und Straßen serviert.

Auch die Geschichte, einer lähmenden Fernsehspiel-Dramaturgie folgend, reiht ein Klischee an das andere – über Bayern, Ostdeutsche, Schwule und andere Bewohner dieses Planeten. Es wimmelt von „echten“ Kerlen, Grantlern und bierseligen Gemütsmenschen. Besonders ärgerlich der Auftritt von Heiner Lauterbach als schwuler Ur-Opa: Der Mann hatte zwar sichtlich Freude an seiner schillernden Nebenrolle, aber mehr als peinlich tuntige Szenen in rosa Hemdchen und albernen Lederhütchen gibt es nicht zu sehen. Servus, so wird das nichts mit der deutschen Komödie.

Kinostart: 13. September; Regie: Ingo Rasper; FSK: ab 0; Länge: 90 Minuten; Verleih: Studiocanal Deutschland; Link: www.studiocanal.de/

 

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