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HEITER BIS WOLKIG

HEITER BIS WOLKIG

Mit einer dreisten Lüge hat Tim die schöne Maria ins Bett gelotst. Nun hat er gleich zwei Probleme: Er hat sich ernsthaft verliebt, und außerdem liegt Gevatter Tod mit im Bett. Wie soll man da wieder lebend rauskommen? Komödie mit Max Riemelt, Anna Fischer und Jessica Schwarz (Kinostart 6. September).

 

Filme über Todkranke, erst recht wenn sie als Komödie daherkommen, sind eine durchaus heikle Sache. Sie sind immer eine schmale Gratwanderung zwischen Düsternis und Leichtfertigkeit. Diese Gratwanderung gelang zuletzt der amerikanischen Tragikomödie „50/50 – Freunde fürs Überleben„. „Heiter bis wolkig“ gelingt sie nicht, obwohl der für deutsche Verhältnisse prominent besetzte und gradlinige Film gute Momente hat.

Irgendetwas stimmt mit diesem Film nicht. Vielleicht ist es die etwas alberne Ausgangssituation, die eine unglücklichen Ton vorgibt und die beabsichtigte Wirkung verdirbt: Can (Elyas M’Barek) und sein Kumpel Tim (Max Riemelt) schuften tagsüber als Köche in einer Kantine, abends toben sie sich auf der Piste aus. Ihre Masche, um Mädels ins Bett zu bekommen: Sie geben sich gegenseitig als todkrank aus, deren letzter Wunsch eine Nacht mit einer schönen Frau ist.

Auch Maria (Anna Fischer) lässt sich mit diesem Trick weichkochen und steigt mit Tim, der angeblich an einem unheilbaren Gehirntumor leidet, in die Kiste. Dabei werden die beiden abrupt von Marias Schwester Edda (Jessica Schwarz) unterbrochen. Und damit sitzt der Lügner Tim in der Falle. Denn Edda ist tatsächlich todkrank, Lymphdrüsenkrebs im Endstadium.

Dumm gelaufen für Tim, denn erstens durchschaut ihn Edda ziemlich schnell, und zweitens traut er sich nicht, die Lüge zu gestehen. Denn er hat sich in Maria verliebt. Nun ist es Edda, die die Lüge ausnutzt. Sie überredet Tim zu einigen waghalsigen Aktionen, verschweigt aber ihrer Schwester die Wahrheit über den angeblich Todkranken.

Ziemlich schnell wird klar, wohin die Geschichte läuft. Das Ende ist genauso wenig überraschend wie die Stationen, die zum Schlusspunkt führen. Das könnte man noch verschmerzen, schließlich erwartet man von einer romantischen Komödie keine raffinierten Storyverwicklungen. Aber letztlich basiert die ganze Liebesgeschichte zwischen Tim und Maria auf einer peinlichen Lüge – das macht es im Verlaufe der Handlung ziemlich schwierig, die beiden Hauptfiguren ernst zu nehmen. Wünscht man einem notorischen Lügner Glück? Gönnt man einer mit Blindheit geschlagenen Frau die große Liebe? Eher nicht.

Als Sympathieträger fallen die beiden Turteltauben Max Riemelt und Anna Fischer also weitgehend aus; „Türkisch für Anfänger„-Star Elyas M’Barek mimt lediglich den launigen Stichwortgeber. Bleibt Jessica Schwarz. Und die reißt den Film beinahe im Alleingang raus. Sehr berührend, wie sie die zugleich unheilbar kranke und unnahbare Kodderschnauze spielt. In den Szenen mit ihrer Figur Edda trifft der Film den richtigen Ton zwischen Verzweiflung und Komik. Bei der Schwarz weiß man nie, ob man lachen oder weinen soll. Sie sorgt für die heitersten Momente des Films und, natürlich, auch für die bittersten. Die eigentliche Geschichte von „Heiter bis wolkig“ verblasst dagegen, genauso wie die Kollegen Riemelt und Fischer.

Kinostart: 6. September; Regie: Marco Petry; FSK: ab 6; Länge: 100 Minuten; Verleih: Constantin Film; Link: www.heiterbiswolkig-film.de

 

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